Hitzeschutz 5 Minuten

Kühl bleiben im Kessel: Fünf Orte im Hitze-Check

Zu sehen ist eine Collage aus fünf Schattenplätzen in Stuttgart: Feuersee, Marienplatz, Akademiegarten, Killesberg, Kurpark
Fünf kühle Orte in Stuttgart im Check: Wo gibt es wirklich Schatten, Wasser und Abkühlung? | Quelle: Jennifer Stahl
13. Juli 2026

Schattenplätze in der Stadt bieten nicht nur Schutz vor schädlicher UV-Strahlung, sondern dienen auch der Erholung. Aber wie sieht es in Stuttgart aus? Bieten die kühlen Orte genügend Schutz bei Veranstaltungen und Co.? Und wie verändert sich die Stadt zukünftig aufgrund des Klimawandels? Ein Dossier. 

Hinweis 

Dieser Beitrag ist Teil eines Dossiers zum Thema „Die Sommer werden immer heißer - wie gut ist Stuttgart vorbereitet?"

Zum Dossier gehören außerdem folgende Beiträge:

Anfang Juli. Es sind über 30 Grad, die Sonne prasselt herunter und man wünscht sich nichts sehnlicher als etwas Abkühlung. Doch im Park ist kein schattiges Plätzchen zu finden. Auch von Trinkwasser fehlt jede Spur. 

Vor dem Hintergrund zunehmender Hitzeperioden werden öffentliche Schattenplätze immer wichtiger. Wir haben uns mithilfe der städtischen Map für kühle Orte fünf Plätze in Stuttgart genauer angesehen. Diese haben wir ausgewählt, weil sie zentral und gut erreichbar sind oder im Umfeld von Veranstaltungen liegen.

Bürger*innen können zudem kühle Orte vorschlagen, die die Stadt prüft und in die interaktive Karte aufnimmt. Wie Holger Wemmer vom Gesundheitsamt erklärt, handelt es sich bei den Plätzen aber um kühle Orte, die nicht extra so gestaltet wurden. „Wir prüfen deswegen nicht, ob sie gut angenommen werden.” Grund sei, dass es sich um ein Informationsangebot für bestehende Orte handelt. Persönlich schätzt er es aber so ein, dass alle fünf Plätze gut genutzt werden. 

1. Schatten im Herzen Stuttgarts

Im Zentrum treffen viele verschiedene Zielgruppen aufeinander: Sei es beim Shoppen auf der Königsstraße oder beim Entspannen im Schlossgarten. Kühle Abwechslung bieten hier der Eckensee und der Akademiegarten. 

Viele Menschen nutzen die Bänke unter Bäumen oder sitzen direkt am Eckensee.

Jennifer Stahl

Viele Menschen nutzen die Bänke unter Bäumen oder sitzen direkt am Eckensee.

Jennifer Stahl

Auch im Akademiegarten sorgt der Löwenbrunnen für Abkühlung. Die Bänke werden gut angenommen. 

Jennifer Stahl

Auch im Akademiegarten sorgt der Löwenbrunnen für Abkühlung. Die Bänke werden gut angenommen. 

Jennifer Stahl

2. Feuersee: Abkühlung am Rand, Sonne am Wasser

Jennifer Stahl

2. Feuersee: Abkühlung am Rand, Sonne am Wasser

Jennifer Stahl

Rund um die Johanneskirche gibt es viele Bänke im Schatten. Direkt am See schützt aber nichts mehr vor der Sonne. Laut Map soll es auch ein Trinkwasserangebot geben, das jedoch schwer zu finden ist. Wie Wemmer erklärt, gibt es einen Brunnen, um den Tische und Stühle einer Gastronomie stehen, wodurch es so aussieht, als würde er zu diesem Restaurant gehören. „Dennoch ist er städtisch und daher öffentlich.” Die Stadt definiert Trinkwasserzugang nicht nur über Trinkbrunnen, sondern auch über Alternativen, wie Wasserspender oder Refill-Anlagen. 

Unweit des Feuersees zeigt das Rossbollengässle, wie Stuttgart öffentliche Plätze hitzefester machen will. Hierbei handelt es sich um einen Innenhof auf dem Dach einer Tiefgarage, der 2012 durch Begrünung zu einem Treffpunkt für Bürger*innen wurde. Maßnahmen wie die Begrünung und Beschattung öffentlicher Plätze sind im Hitzeaktionsplan festgelegt. 

Was ist eigentlich ein Hitzeaktionsplan? 

Ein Hitzeaktionsplan bündelt Maßnahmen, mit denen Städte ihre Bürger*innen vor der Hitze schützen wollen. Durch den Klimawandel nehmen Hitzeperioden zu, wodurch auch die Gesundheitsrisiken steigen. Gerade für Risikogruppen wie ältere Menschen, Pflegebedürftige und chronisch Kranke. 

Umso wichtiger ist ein kommunal entwickeltes Konzept, um die Bevölkerung zu informieren und hitzeresilient zu werden. Der Hitzeaktionsplan der Stadt Stuttgart wurde im Juni 2025 vorgestellt und umfasst rund 50 Maßnahmen. Eine davon ist die Erfassung kühler Orte mithilfe der städtischen Map, die in diesem Artikel im Vordergrund steht. 

Quelle: Stadt Stuttgart

In Punkt C5 hat die Stadt Leitlinien für Hitzeschutz bei öffentlichen Veranstaltungen entwickelt. Wir haben die BOSS OPEN begleitet und das Event auf das Hitzeschutzkonzept untersucht.

Wie schützen sich Veranstalter*innen vor der Hitze? Ein Blick auf die BOSS OPEN und den Hitzeaktionsplan der Stadt Stuttgart.

3. Innovativer Sonnenschutz

Abgesehen von vereinzelten Sitzmöglichkeiten unter Bäumen gibt es auf dem Marienplatz selbst so gut wie keinen Schatten. Hier kommen die zwei „Ecotriis” ins Spiel. Das sind sonnenschirmartige Konstruktionen, an denen Kletterpflanzen entlang wachsen und die in Zukunft für Schatten sorgen sollen. 

Bisher ist das Blätterdach der Ecotriis noch klein…

Jennifer Stahl

Bisher ist das Blätterdach der Ecotriis noch klein…

Jennifer Stahl

… trotzdem wird das Angebot schon genutzt. 

Jennifer Stahl

… trotzdem wird das Angebot schon genutzt. 

Jennifer Stahl

Allerdings gibt es sonst nicht viele Möglichkeiten, sich im Schatten aufzuhalten. Die Sonne trifft große Teile des Marienplatzes direkt. 

Jennifer Stahl

Allerdings gibt es sonst nicht viele Möglichkeiten, sich im Schatten aufzuhalten. Die Sonne trifft große Teile des Marienplatzes direkt. 

Jennifer Stahl

Dafür gibt es einen Trinkwasserspender. 

Jennifer Stahl

Dafür gibt es einen Trinkwasserspender. 

Jennifer Stahl

4. Killesberg: Wenn die Map mehr verspricht

Jennifer Stahl

4. Killesberg: Wenn die Map mehr verspricht

Jennifer Stahl

Die von uns geprüften Bänke am Cannstatter Eingang lagen in der Sonne. Auch einen Trinkbrunnen fanden wir dort nicht. 

Jennifer Stahl

Die von uns geprüften Bänke am Cannstatter Eingang lagen in der Sonne. Auch einen Trinkbrunnen fanden wir dort nicht. 

Jennifer Stahl

Auf Nachfrage bestätigt Wemmer, dass es am Killesberg keinen Trinkbrunnen gibt. Die Map kann auch nach Brunnen- und Wasserstellen gefiltert werden und an manchen Stellen war das für unseren Check hilfreich. Teilweise hat es jedoch für Verwirrung gesorgt, wenn es entgegen der Angaben doch kein Trinkwasserangebot gab. 

Wenn heute schon an manchen Orten Schatten und Wasser fehlen, stellt sich die Frage, wie Stuttgart weiter mit Hitze umgehen will. Unsere Podcastfolge „Stuttgart in 2050: Wie heiß wird es wirklich?” behandelt die Frage, wie die Stadt in Zukunft aussehen wird.

Vor allem die Sommer der Zukunft könnten Stuttgart vor große Herausforderungen stellen.

Bei unserem Besuch am Cannstatter Eingang und auch am Aussichtspunkt Sankt-Helens-Steg gab es, anders als die Map angibt, kaum nutzbaren Schatten. Dafür befindet sich nicht weit vom Cannstatter Eingang ein Rückzugsort neben einem Restaurant.

Zu sehen ist ein schattiger und sehr grüner Ort am Killesberg mit Bänken.
Ein überdachter Schattenplatz im Höhenpark Killesberg. Mit mehreren Sitzmöglichkeiten und viel Grün.
Quelle: Jennifer Stahl

5. Spazieren im Schatten, sitzen in der Sonne

Im Oberen Kurpark in Bad Cannstatt gibt es Bänke im Schatten und in der Sonne. Im Frühjahr ist das sicher sinnvoll, derzeit bleiben die sonnigen Plätze aber leer. Beim Spaziergang lässt sich meistens trotzdem ein schattiger Platz finden.

Zu sehen ist eine Frau, die auf einer Bank im Schatten im Kurpark sitzt. Im Hintergrund sitzen außerdem zwei Menschen auf einer überdachten Bank.
Im Kurpark gibt es mehrere Möglichkeiten, sich auf Bänken im Schatten auszuruhen. | Quelle: Jennifer Stahl
Zu sehen ist ein Brunnen im Oberen Kurpark. Im Hintergrund eine schöne Aussicht, jedoch gibt es nur seitlich ganz wenig Schatten.
Von hier aus hat man einen weiten Blick über Stuttgart und der Brunnen sorgt für Abkühlung. Allerdings gibt es nur wenig Schatten. | Quelle: Jennifer Stahl
Zu sehen ist eine Bank und ein Baum direkt dahinter. Die Bank wurde jedoch nicht unter dem Baum platziert, sondern steht direkt in der Sonne.
Diese Bank steht an einem grünen Ort, schützt im Hochsommer jedoch weniger vor der Sonne. | Quelle: Jennifer Stahl

Sinnvoll, aber ausbaufähig

In Stuttgart ist es an vielen Orten möglich, sich vor der Hitze zu schützen. Bei unserem Check wurden mehrere Angebote sichtbar genutzt. Vereinzelt gibt es Verbesserungspotenzial wie mehr Trinkwasserangebote. Die Map für kühle Orte ist hilfreich, jedoch an manchen Stellen etwas ungenau. Bei unserem Besuch stimmten einzelne Angaben nicht oder waren vor Ort schwer nachvollziehbar.