„Wir haben uns ‚SnapHunt Bingo‘ ausgedacht, um Spielspaß ohne Chaos zu ermöglichen.“
Auf der Jagd nach dem Bingo-Sieg
„Drei, zwei, eins – GO!“ Fünfzehn Minuten Zeit, um die digitalen Bingo-Cards mit kreativen Fotos zu füllen. Motive wie „Wasserspender“, „HdM-Logo“ und „Baustelle“ sind schnell gefunden. Eine „Katze“ oder „analoge Uhr“ hingegen stellen eine größere Herausforderung dar. Nach Ablauf der Zeit endet die Motivjagd und die Spielenden finden wieder zusammen. Gespannt können sie sich nun die geschossenen Fotos ansehen und auswerten, wer diese Runde gewonnen hat.
Björn Godeck bildet gemeinsam mit Abel Bernardo, Leon Obertopp, und Erzan Gashi das Entwicklerteam von „SnapHunt Bingo“. Die vier Medieninformatiker im siebten Semester an der Hochschule der Medien (HdM) verbinden im Rahmen ihres Projektes die digitale Welt mit der realen Umgebung.
Beginnt man eine Runde „SnapHunt Bingo“, müssen die Spielenden gemeinsam eine Liste an Begriffen bestimmen, die im Alltag zu finden sind. Die App erstellt daraufhin für jede*n Mitspieler*in eine individuelle Bingo-Card, die die gewählten Wörter enthält. Nachdem ein Zeitlimit festgelegt wurde, zerstreut sich die Gruppe und fotografiert passende Motive. Die dazu benötigte Kamera öffnet sich auf dem Handy mit einem Klick auf das entsprechende Feld. Das geschossene Foto wird auf dem Server gespeichert und erscheint in der eigenen Bingo-Card. Am Ende des Spiels kommt die Gruppe wieder zusammen und sieht sich die entstandenen Bilder an. Björn und Abel erzählen von ihrer Idee, an dieser Stelle eine Abstimmung für das kreativste Bild einzufügen, welches dann Bonuspunkte erhält. Die genaue Umsetzung müssen die vier Entwickler jedoch noch ausklügeln. Zusätzlich erhöht sich die Gewinnchance mit jedem erreichten Bingo. Wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt die Runde.
Der Ideengeber Björn erzählt schmunzelnd, dass es ein ähnliches Konzept bereits gibt. Im Browsergame „Geobingo“ müssen Objekte in „GoogleStreetView“ gefunden werden. Twitch-Spieler begannen, dieses Spiel ins reale Leben zu übertragen. Björn machte es ihnen gleich und probierte die Bildersuche mit seinen Freunden aus. Schnell fiel ihm auf, dass es ohne App sehr unübersichtlich wurde. Daraus entstand die Idee, sich an einer eigenen Anwendung zu versuchen.
Abel, Leon und Erzan waren sofort überzeugt. Seit Oktober 2025 arbeiten sie nun an dem interaktiven Mobile Game. Gestartet hat das Projekt mit handgezeichneten Skizzen, die dann mit einem Designprogramm umgesetzt wurden. „Wir haben uns ‚SnapHunt Bingo‘ ausgedacht, um Spielspaß ohne Chaos zu ermöglichen“, erklärt Björn. Um die App ausarbeiten zu können, machten sich die Studenten außerdem mit der Programmiersprache „Python“ vertraut. Die detaillierte Arbeitsschritte hat Björn in seinem Blog festgehalten.
Die vier Programmierer treffen sich jeden Montagabend, um den aktuellen Stand und die neuesten Entwicklungen zu besprechen. Während Abel und Erzan für das Backend, also das technische System und die Integration von KI, zuständig sind, kümmern sich Leon und Björn um das Frontend. Darunter versteht man den Teil einer Anwendung, der für den Nutzer sichtbar ist.
Das Thema KI bereitet den Studenten momentan noch Schwierigkeiten. Abel und Björn berichten: „Von Anfang an hatten wir die Idee, KI zur Auswertung der Bilder einzubauen. Wir haben dann viel recherchiert und uns Gedanken dazu gemacht, ob wir das wirklich umsetzen können. Eine Herausforderung stellt die hohe Rechenleistung dar, die für zuverlässige KI-Systeme gestellt werden müsste.“ Nichtsdestotrotz geben die Entwickler nicht auf und suchen weiter nach Lösungen, wie sie KI in ihr System integrieren können.
„Wenn ein Projekt nach Zeitplan läuft, ist es wahrscheinlich das beste Projekt, was jemals geplant wurde.“
Programmieren liefe nur selten nach Plan, so Abel. „Wenn ein Projekt nach Zeitplan läuft, ist es wahrscheinlich das beste Projekt, was jemals geplant wurde“. Trotz kleiner Abweichungen zeigt er sich zuversichtlich, dass das „SnapHunt Bingo“ bis zur Deadline fertig gestellt ist. Schon im Dezember 2025 war der Prototyp der App vorzeigbar, was die Erwartungen der Studenten übertraf. Bis Ende Januar wird unter anderem der Multiplayermodus ausgefeilt, die Auswertungsseite konzipiert und das Logo entworfen. Das finale Ergebnis ihres Semesterprojekts werden Björn, Abel, Leon und Erzan im Rahmen der Media Night am 29.01.2026 an der Hochschule der Medien vorstellen.