MediaNight 3 Minuten

Big Brother is watching you: Klassiker neu interpretiert

Zu sehen ist eine Frau von hinten, der Fokus liegt auf dem Laptop vor ihr. Auf dem Bildschirm ist der Instagram-Kanal "doublethinkdouble" zu sehen.
Für das Projekt „Realitäten" haben einige Studierende den Instagram-Account „doublethinkdouble" erstellt. | Quelle: Jennifer Stahl
26. Jan. 2026

Eine Gruppe Studierender der Hochschule der Medien entwickelte für die MediaNight eine multimediale Neuinterpretation des Romans „1984“. In dem Projekt setzen sie sich mit der Wahrnehmung von Realitäten auseinander.

Die Welt, wie wir sie heute kennen, existiert nicht mehr. Die Menschen werden auf Schritt und Tritt vom totalitären Regime überwacht. Wer sich nicht fügt, dem drohen Konsequenzen. Genau solch eine dystopische Wirklichkeit wollen die Studierenden des Moduls Campaign Management mit ihrem Projekt „Realitäten“ auf der MediaNight zeigen. Dieses beschäftigt sich mit dem Roman „1984“ von George Orwell. Die Neuinterpretation des Klassikers wird vor allem mithilfe eines Fotobuchs veranschaulicht. Unterstützt wird die Darstellung durch einen Kurzfilm, eine Website und Social-Media-Kanäle, darunter der Instagram-Kanal „doublethinkdouble". „Zum Erfolg des Projekts hat beigetragen, dass die Diversität der Studierenden für viele kreative Ideen gesorgt hat“, sagt Ana Llupa, die Verantwortliche der Projektgruppe, welche sich um die Darstellung auf der MediaNight kümmert. 

Darum geht es im bekannten Klassiker

In dem Roman „1984“ von George Orwell, erschienen im Jahr 1949, geht es um einen totalitären Überwachungsstaat, geführt vom Großen Bruder („Big Brother“). Der Protagonist Winston Smith arbeitet zu Beginn für den Staat, möchte sich im Laufe der Geschichte aber insgeheim der vermeintlichen Oppositionsbewegung „Brotherhood" anschließen, die die Regierung zu stürzen beabsichtigt. Der Roman bietet unter anderem die Grundlage für die heutzutage international erfolgreiche Fernsehshow „Big Brother“. 

Quelle: buchwurm.org 

Die circa 70 Studierenden, die seit Beginn des Semesters an dem Projekt arbeiten, kommen aus verschiedenen Studiengängen, darunter Media Economics und Print Media Technologies. Viele sind internationale Studierende aus unterschiedlichen Semestern. Basierend auf der Idee ihres Dozenten beschäftigte sich der Kurs mit dem Roman und entwickelte in vier Gruppen jeweils Konzeptideen für das Projekt. Der Kurs hat aus ihnen einen Favoriten ausgewählt, wie die Vorsitzende dieser Gruppe, Jasmin Hirth, erklärt, ist das finale Konzept aber schließlich aus den Ideen aller Konzeptgruppen entstanden. Die Studierenden erhielten während ihrer Arbeit Unterstützung von einem Fotografen und einer Layout-Designerin. 

Zu sehen sind zwei junge Frauen, Jasmin Hirth und Ana Llupa, die mit für das Projekt verantwortlich sind.
Jasmin Hirth (links) ist eine der Verantwortlichen für das Grundkonzept des Projektes. Ana Llupa leitet die Media-Night-Gruppe.
Quelle: Jennifer Stahl

Der Projektname „Realitäten" entstand durch die Idee, den inneren Prozess, den ein Mensch durchläuft, wenn er mit verschiedenen Realitäten konfrontiert ist, anhand von fünf Stadien darzustellen. Diese sind Vertrauen, Zweifel, Verwirrung, Zusammenbruch und Akzeptanz. „Es handelt sich um einen Kreislauf. Man durchlebt diese Stufen immer wieder in unterschiedlichen Realitäten", erklärt Jasmin. Die fünf Stadien werden beispielsweise auf dem Instagram-Account anhand von KI-Bildern und -Videos, Zitaten passend zum Buch und selbstgedrehten Storys visualisiert. Der Kanal erzählt die Geschichte von „1984" nach, die mit jeder Stufe dramatischer wird. 

Interaktiver Raum auf der MediaNight

Die MediaNight-Gruppe gestaltet einen thematisch passenden Raum, der unter anderem durch stimmungsvolle Musik die Atmosphäre der dystopischen Welt aufgreift. Der selbstgedrehte Film soll in regelmäßigen Abständen gezeigt werden, außerdem haben die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, das Fotobuch, die Website und den Instagram-Kanal zu entdecken. Zudem werden ähnliche Romane zu „1984“ präsentiert und Postkarten zum Mitnehmen ausgelegt. 

„Alle wurden angehört und jede Idee wurde nach Möglichkeit umgesetzt."

Ana Llupa, Studentin und Managerin der Media-Night-Gruppe des Projektes „Realitäten"

Besonders herausfordernd seien der hohe Zeitaufwand und die Konzeptentwicklung, den Klassiker modern zu übersetzen, sowie der Umfang des Projekts gewesen, sagen die beiden Studentinnen. Der Kurs hat es jedoch geschafft, mit den Herausforderungen umzugehen, „indem die Mitwirkenden engagiert und motiviert gearbeitet haben. Alle wurden angehört und jede Idee wurde nach Möglichkeit umgesetzt“, sagt Ana.