“Beim Austausch mit der Familie bemerkt man: Ah! Damals gab’s das auch schon.”
Kennst du das noch? - Für alle, die nochmal Kind sein wollen
„Von Phonie zu Tonie - Eine Zeitreise durch die Kinderzimmer” nennen die 21 Studierenden der Hochschule der Medien ihre Ausstellung. Zur diesjährigen MediaNight am 29. Januar entführen Studierende der Studiengänge Informationswissenschaften und Bibliotheken & digitale Informationen ihre Besucher auf eine interaktive Reise - mit dem ein oder anderen Funken Nostalgie.
In Zusammenarbeit mit der Sammlung der „KinderMedienWelten” entwickelten die Studierenden eine Ausstellung über die Kinder- und Jugendmedien der letzten 70 Jahre. In verschiedenen Bereichen imitieren sie dabei Kinderzimmer aus den Jahrzehnten seit 1950. Die Besuchenden tauchen dabei in die Atmosphäre der einzelnen Jahrzehnte ein, sodass die Ausstellung nicht nur zum Anschauen einlädt, sondern auch zum Hören, Fühlen und Erinnern.
Die „KinderMedienWelten” sind eine virtuelle Ausstellung des Instituts für angewandte Kindermedienforschung der Hochschule der Medien. Sie umfasst eine Sammlung von über 4.000 historischen Medien für Kinder, die bis ins erste Drittel des 19. Jahrhunderts zurückreicht.
Eine kleine Auswahl dieser wird auf der MediaNight zu sehen sein.
Eine analoge Zeitkapsel
Gerade für die 50er und 60er Jahre lohnt sich die Kooperation mit der digitalen Ausstellung der „KinderMedienWelten”, denn Spielzeuge aus diesen Jahrzehnten zu finden, ist gar nicht mal so leicht. Viele Spielzeuge von damals seien „noch nicht so stark kommerzialisiert und vereinheitlicht worden". Die Kinder damals hätten jedoch „auch aus wenig, viel Fantasie und Spaß gewonnen”, sagte die Studiengruppe über das Projekt.
Der für das Projekt namensgebende Phonie, ein tragbarer Mini-Plattenspieler für Kinder, stammt ebenfalls aus der Sammlung. Ansonsten geht es in diesen Jahrzehnten noch recht analog zu. Comics über Asterix und Donald Duck, die Mosaik-Hefte, sowie alte Kartenspiele liegen bereit, um auch die eigenen Großeltern zum Duell herauszufordern.
Trends, Technik und Tapete
Im Gegensatz dazu brachten die 70er bis 80er diverse technische Neuerungen mit sich, sodass Besuchende der Ausstellung auch in den Genuss interaktiver Elemente kommen können. Funktionierende und zeitgetreue Computer, sowie Konsolen von Nintendo oder der altbekannte Walkman werden von den Studierenden mit Tapeten und Möbeln bunt und schrill in Szene gesetzt.
Eine Studentin bedauert, keine Tapete mit Astronauten besorgen zu können - Wobei diese doch perfekt zum Hype nach der vorangegangenen Mondlandung im Juli 1969 gepasst hätte. Für diese Jahrzehnte werden statt nur einer nämlich gleich zwei verschiedene Tapeten benötigt, um die Unterschiede der 70er und 80er zu verdeutlichen.
Sounds Like Teen Spirit
Die 90er und 2000er: In Zeiten, zu denen sicher viele Tamagotchis verhungern mussten, wurde nach und nach die CD eingeführt, sodass der Discman langsam den Walkman ablöste. Bald kam auch der MP3-Player auf den Markt.
Um die damaligen Hits den Besuchenden nahezubringen, greifen die Studierenden für die Ausstellung jedoch lieber auf neumodische Playlists zurück, um vielleicht den ein oder anderen zum Mitsingen zu verleiten.
Uns den Phonie - Euch den Tonie
Es ist ein sehr persönliches Projekt für die Studierenden geworden. Nicht nur, dass es viele animierte, sich mit der eigenen Nostalgie auseinanderzusetzen: Das Organisieren der Ausstellungsstücke, die Planung der Räume und Aktivitäten kostete auch außerhalb der Vorlesungen viel Zeit. Und mit dem Befragen von Großeltern, Eltern und Geschwistern brachten die Studierenden die Thematik mit nach Hause - sowohl Vergangenes, als auch Aktuelles.
Während sich jüngeres Publikum bei der Ausstellung die Kindermedien der älteren Generationen anschauen kann, lohnt sich auch für die Großeltern ein Besuch, um vielleicht auch etwas über die Medien der neueren Generationen zu lernen und ausprobieren zu können. Und möglicherweise herauszufinden, was der Phonie mit dem Tonie gemein hat.