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Generationen
Talking to a boomer

Tabikan ( links) und Bruno (rechts) treffen bei „Talking to a Boomer“ aufeinander. | Bild: Chiara Maier

Generationen Talking to a boomer

Tabikan ( links) und Bruno (rechts) treffen bei „Talking to a Boomer“ aufeinander. | Bild: Chiara Maier
 

26 Jan 2021

Menschen verändern sich mit der Zeit. Dass es dabei zwischen den Generationen immer wieder zu Konflikten kommt, ist nichts Neues. Ein konstruktives Gespräch kommt dabei eher selten zustande. Das Projekt „Talking to a Boomer“ soll das ändern.

Paulina Blech

Crossmedia-Redaktion / Public Relations
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Konflikte zwischen den Generationen gab es schon immer. Auf der ganzen Welt schieben sich die verschiedenen Generationen gerne die Schuld an den großen Problemen der Menschheit zu. Der aktuelle Generationenkonflikt besteht vor allem aus zwei Altersgruppen, die man auch als „die Alten“ und „die Jungen“ bezeichnen könnte. Auf der einen Seite stehen die sogenannten „Babyboomer“. Das sind die Vertreter der Jahrgänge kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Auf der anderen, die Generation Z: Junge Menschen, geboren nach den 90er-Jahren. Ältere Generationen beschweren sich häufig über die Jungen: Sie seien faul, verwöhnt und respektlos. Die jüngere Generation hingegen wirft Babyboomern häufig veraltete und konservative Ansichten und zu wenig Offenheit gegenüber neuen Dingen vor. 

Bei all den Vorwürfen ist es wichtig, einen fairen Kontakt zwischen den Generationen zu suchen. Und genau das haben wir mit IGTV-Format „Talking to a Boomer“ gemacht: Wir haben zwei sich gegenseitig fremde Menschen – einen Vertreter der Generation Z und einen Babyboomer – digital zusammengebracht und über Vorurteile und Wahrheiten der Generationen diskutieren lassen. Dabei stand ein konstruktiver Austausch zwischen Jung und Alt im Mittelpunkt.

Workaholics und Digital Natives

Sie gelten als die geburtenstärkste Generation und haben den wirtschaftlichen Aufschwung miterlebt: Babyboomer – geboren zwischen 1945 und 1964. Sie waren die Generation, die versuchte, durch Fleiß und Bildung eine bessere Zukunft zu erreichen als ihre Eltern. Arbeit und Leistungswille wurden großgeschrieben. Sie sind wahre Workaholics. Viele der heutigen gesellschaftlichen Entwicklungen wurden bereits in den 80ern von der Babyboomer-Generation gestartet: Die Umweltbewegung, Gleichberechtigung von Frau und Mann und die Friedensbewegung nach dem Zweiten Weltkrieg. 

Bruno vertritt im Projekt „Talking to a Boomer“ die Generation der Babyboomer. | Bild: Jana Braungardt

Zwischen den Jahren 1995 und 2015 geboren, technologie-affin, immer online und umweltbewusst – so könnte man die Generation Z beschreiben. Noch nie gab es eine Generation, die über alle Grenzen und Medien hinweg so vernetzt, gut informiert und offen für gesellschaftspolitische Entwicklungen war. Mit dem Internet aufgewachsen, sind sie zu 100 Prozent Digital Natives. Sie interessieren sich für Menschenrechte, Diversität, soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz.

Tabikan vertritt im Projekt „Talking to a Boomer“ die Generation Z. | Bild: Tabikan Runa

Liebe, Digitalisierung und Umwelt

Konfliktthemen zwischen den Generationen gibt es genug. Besonders bei drei Themen klafft eine große Verständnislücke zwischen Jung und Alt: Liebe, Digitalisierung und Umwelt. 

Es ist das Klischee schlechthin: „Junge Menschen sind beziehungsunfähig“. Stimmt das? Und was hat sich in Sachen Beziehung und Liebe verändert? Heutzutage gibt es viel mehr Scheidungen als noch vor 60 Jahren. Aber woran liegt das? Der heutigen Generation wird vorgeworfen, bei Problemen nicht mehr für Beziehungen zu kämpfen, sondern sie einfach zu beenden. Zudem haben die jungen Menschen heutzutage andere Prioritäten. Früher war es normal in jungen Jahren zu heiraten und Kinder zu bekommen. Heute wollen viele einen anderen Weg gehen: Sie wollen sich ausleben, feiern, reisen und Karriere machen. Außerdem haben heutige Generationen „die Qual der Wahl“ – es gibt unglaublich viele Dating-Plattformen, auf denen man sich den „perfekten“ Partner aussuchen kann.

Mit YouTube, Snapchat und Instagram ist keine andere Generation so sehr im Wandel der Technik aufgewachsen wie Generation Z. Das Smartphone quasi in die Wiege gelegt, sind sie anderen Generationen im Umgang mit modernen Medien einen großen Schritt voraus. Suchte man damals nach dem Weg, faltete man den Stadtplan auf – heute zoomt man in Google Maps hinein. Vieles, was früher eigenständige Arbeit war, wird heute durch Apps ersetzt. Dass Ältere dafür nicht zu selten wenig Verständnis haben, zeigt sich immer wieder in Vorurteilen wie „Immer hängst du an dem Gerät!“ oder „Kannst du überhaupt noch ohne das Ding leben?“. In manchen Bereichen des digitalen Lebens kennen sich mittlerweile aber auch die Älteren aus. 

Die Umweltbewegung „Fridays for Future“, welche hauptsächlich aus Schülern und Studenten besteht, fordert umfassende, effiziente und schnelle Maßnahmen für den Klimaschutz. Dafür bekommt sie viel Unterstützung, jedoch gibt es auch Kritik. Der jüngeren Generation wird vorgeworfen, sie nehme nur an den Protesten teil, um nicht in die Schule zu müssen: „Wären die Streiks an einem Wochenende, würden nur halb soviele kommen.“ Zudem sind manche Menschen der Meinung, die Jugendlichen würden die globalen Zusammenhänge nicht einschätzen können. Andersherum sind viele der Generation Z davon überzeugt, dass die ältere Generation sich zu wenig für den Umweltschutz einsetzt und ihre Generation nun die Suppe auslöffeln muss, die ihnen die Babyboomer eingebrockt haben.

Wie ging das Gespräch aus?

Wie konstruktiv kann so ein Dialog zwischen den Generationen sein? Das Projekt „Talking to a Boomer“, der Austausch von Jung und Alt, von Tabikan und Bruno, nimmt einen interessanten Verlauf. Aufgrund der Unterschiede zwischen den Generationen und der gegenseitigen Vorwürfe könnte man erwarten, dass die Ansichten stark auseinandergehen. Aber es hat sich gezeigt, dass die beiden in vielen Punkten gleicher Meinung sind. 

Tabikan und Bruno sind sich einig, dass es beim Online-Dating leicht ist, seinem Gegenüber falsche Tatsachen zu präsentieren. Zudem sprechen sie über die Veränderung des klassischen Familienbildes. „Vor 50 Jahren wäre eine Scheidung ein No-Go gewesen“, erklärt Bruno. Doch bedeuten mehr Scheidungen gleich weniger Liebe? 

Die Generation Z wird oft als „Generation Kopf nach unten“ bezeichnet. Laut Tabikan kann die Digitalisierung jedoch eher bei der persönlichen Entwicklung helfen. Aber geht durch Social Media, Internet und Co nicht das Zwischenmenschliche verloren? 

Durch sein Engagement bei „Fridays for Future“ ist Tabikan sehr vertraut mit dem Thema Umwelt. Er ist der Meinung, das Problem sei in den letzten 30 Jahren nicht ernst genug genommen worden. Bruno ist jedoch ganz anderer Meinung. War das Thema Klimawandel damals schon so präsent wie heute?