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Viral und Emotional – Neue Dokumentation über den Techno-Remix „Als du gingst”

Jonas (Contec) sitzt vor der Kamera im Studio
Eine emotionale Geschichte: Jonas (Contec) beim Interview | Quelle: Vincent Valdivia
29. Juni 2026

Ein HdM-Student verliert einen Freund, verarbeitet es in einem Song und erreicht damit Millionen. Warum Techno für ihn dabei das richtige Ventil ist, zeigt eine neue Doku seiner Kommilitonen.


 

Getrauert wird meistens in Stille. Denkt man zumindest. Strobo-Licht, Bass, 150 Beats per Minute und hunderte Menschen – auf den ersten Blick die absolute Anti-Trauer-Atmosphäre. Warum Contec das anders sieht und in genau dieser Umgebung mit seinem Übernacht-Hit zusammen mit tausenden seinen Verlust verarbeitet, zeigt eine neue Dokumentation. Aber wer ist überhaupt Contec? Contec ist Jonas Wochner. Er studiert seit vier Semestern Audiovisuelle Medien an der HdM. Sein Song „Als du gingst” entstand nach dem Verlust eines Freundes spontan über Nacht und ging viral. Basierend auf Lina Malys Akustikversion des Songs thematisiert der Techno-Remix den Umgang mit Verlust, die Trauer und das Gedenken an die Verstorbenen. Dieser plötzliche Erfolg gepaart mit der interessanten Geschichte blieb selbstverständlich auch bei Jonas’ Kommilitonen nicht unbemerkt.

„Ich habe direkt gewusst: Das ist ein Hit“

Das erzählt Vincent Valdivia. Er studiert auch Audio-Visuelle-Medien, im gleichen Semester wie Jonas. Vincent ist der Regisseur und Kopf hinter der Doku. Ursprünglich wollte er im Vierten Semester in Richtung eines Spielfilms gehen. Die Idee stattdessen Jonas’ Geschichte zu dokumentieren kam ihm urplötzlich unter der Dusche, sagt er. „Jonas und ich kannten uns vorher schon, aber nicht so wirklich”. Richtig enger Kontakt sei erst durch die Produktionsphase entstanden. Ebenso war es mit Moritz Schlemmer, dem Produktionsleiter der Doku, der besonders die organisatorische Umsetzung des Projekts begleitete. Die beiden betonten besonders die schöne Zusammenarbeit des Produktionsteams mit Contec.

„Er ist immer noch genau der Jonas, den ich im ersten Semester kennengelernt habe, der mit der S-Bahn kommt und in der Vorlesung auch einfach mal am iPad irgendwelche Handyspiele spielt.“
Vincent Valdivia
Contec (links) und Vincent (rechts) verstehen sich auch abseits des Sets gut.
Quelle: Vincent Valdivia

Ruhiger Anfang, lautes Ende

Die Frage, ob Techno und Trauer vereinbar sind, wird direkt zu Anfang der Doku von Contec selbst beantwortet. „Techno ist kein Widerspruch zu Emotion!” sagt er. Statt auf dem Festival beginnt der Film ganz ruhig. Im Tonstudio, nur mit ihm am Klavier. Man lernt erstmal den Menschen kennen, der hinter Contec steckt: Jonas. „Als du gingst” entstand nicht einfach so: Jonas verarbeitet mit dem Song einen Schicksalsschlag. Er erzählt von seiner Vorgeschichte mit Lina Malys Version und dass der Verlust eines guten Freundes das Bedürfnis in ihm auslöste, selbst etwas daraus zu machen. Man sieht ihm an, wie nah ihm das Thema geht. Vincent war vor diesem Interview aufgeregt, erzählt er. Er betont aber, dass Jonas’ Gelassenheit und Ehrlichkeit die Nervosität sofort verschwinden ließen. Man hört Vincent an, dass er stolz auf das Interview ist. „Sehr viel Selbstlob", kommentiert er lachend. 

Die Doku nimmt das Publikum mit auf einen Festival Auftritt, nicht weit entfernt von Jonas’ Heimat. Obwohl sein Auftritt als Contec immer näher rückt, wirkt er gelassen, fast schon in sich gekehrt. Vincent antwortet auf die Frage, ob Jonas vor Auftritten dieser Art nervös sei, schlicht: „Ich glaube, er ist dafür gemacht“.
 

Das Festivalgelände ist in der Nähe von Freiburg.
Quelle: Vincent Valdivia

Elf intensive Minuten

Klar ist: der Film berührt. Zum einen durch Jonas’ emotionale Vorgeschichte, die er mit dem Song verarbeitet, zum anderen ergibt sich durch die durchdachte filmische Umsetzung der Dokumentation ein persönlicherer Einblick. Ein paar Fragen bleiben offen. Wie geht es nach dem viralen Hit weiter? Was hat er für nächste Projekte geplant? Die Verbindung über die Hochschule des Protagonisten und der Produktion ist erkennbar. Jonas öffnet sich, fühlt sich im Interview wohl und macht klar, dass hinter „Als du gingst“ mehr steckt als einfach nur der nächste virale Techno-Remix.