Media Night 3 Minuten

A Match Like No Otter

Die Entwicklerinnen des Prototyps stehen Arm in Arm vor der HdM
Julia und Hana verbindet eine tiefe Freundschaft. | Quelle: Nele Kunkel
29. Juni 2026

Mehr als nur ein Kontakt: Der App-Prototyp „buddii“, entwickelt von Hana Le und Julia Breuer, bringt internationale Studierende und ihre Buddys von der Hochschule der Medien zusammen, basierend auf deren gemeinsamen Interessen.

Neu an einer Uni in einem fremden Land zu sein, fühlt sich manchmal an, als würde man im offenen Wasser treiben. Genau das dachten sich auch die Medieninformatikstudentinnen, als sie mit dem Projekt „buddii” starteten. Ganz nach dem Vorbild der Otter, die sich beim Schlafen an den Pfoten festhalten, damit sie sich nicht verlieren, soll die App Freundschaften finden, die halten. Momentan können sich Studierende der HdM sich als Buddy bewerben, um internationalen Studierenden den Studi-Alltag zu erleichtern. Durch die App soll das Konzept bestehen bleiben, der Bewerbungsprozess jedoch geändert werden.

Besonders auffällig hierbei: Die Otter, welche die Nutzenden auf Schritt und Tritt begleiten. Angelehnt an die Seeotter, welche im Vergleich zum Rest ihrer Art kontaktfreudiger sind, wurde der Prototyp gestaltet. So binden die Weibchen ihre Jungen mit Seetang an sich, um sie beim Tauchen nicht zu verlieren. Ganz so exzessiv agiert der Prototyp jedoch nicht. „Buddii“ soll zwar eine gute Bindung ermöglichen, aber die Nutzenden sollen trotzdem dazu angeregt werden, weitere Freundschaften zu schließen.

Der Name „buddii“ ist in Anlehnung an die Kommunikationsschwierigkeiten und Rechtschreibfehler der Internationals bei der Konfrontation mit der deutschen Sprache entstanden. Hana und Julia haben zuvor im Ausland studiert und wissen, wie es sich anfühlt, in einem neuen Land auf sich alleine gestellt zu sein. Oft werden internationale Studierende mit Buddys verknüpft, obwohl die Pärchen wenig Gemeinsamkeiten haben. Die App soll zudem den bürokratischen Teil der "Buddy-Suche" für das International Office der HdM erleichtern. 

Entwicklung in (Schwimm-)Zügen

Die beiden Studentinnen arbeiten seit Mitte März an dem Projekt – Zeitaufwand: etwa 480 Stunden. Da sie nur zu zweit sind, konnte auch keine ganze App, sondern erst einmal ein Prototyp entwickelt werden. Zufrieden sind sie dennoch. Auch die gemeinsame Studienzeit seit dem ersten Semester erwies sich als Heimspiel für die Beiden.

„Es hat sehr viel Spaß gemacht, mit einer Freundin zusammenzuarbeiten. Es ist einfacher, die Aufgaben aufzuteilen, wenn man sich gut kennt.“
Julia Breuer

Der Prototyp ist allerdings nicht wie herkömmliche Dating-Apps aufgebaut: Angepasst an die persönlichen Interessen können die Internationals proaktiv den deutschen Studierenden des Buddy-Programms eine Anfrage schicken. So besteht die Hoffnung, dass die Pärchen besser zusammenpassen.

Beispielfotos des Prototyps
Der Prototyp bietet Einblick in das Profil der imaginären Austauschstudentin Elena.
Quelle: Julia Breuer, Hana Le

In mehreren Schritten führt der Prototyp durch ein Profil, in dem persönliche Angaben und Interessen abgefragt werden. Welche Fragen das genau sind, haben Hana und Julia nicht aus dem Bauch heraus entschieden, sondern auf Basis eigener Umfragen unter Internationals ausgewählt. Auf dieser Grundlage soll die App passende Buddys von der HdM vorschlagen. 

Der Prototyp verfügt nicht nur über die Matching-Funktion, sondern auch über viele weitere Angebote. Im Kalender findet man beispielsweise Updates zu anstehenden Events. Außerdem zeigt eine Liste, welche Aufgaben vor der Anreise noch erledigt werden müssen. Im Chatfeld kann man mit seinem auserwählten Buddy erste Unterhaltungen führen.

Julia und Hana lächeln in die Kamera
Julia Breuer (links) und Hana Le (rechts) haben für die Media Night passende T-Shirts bedrucken lassen.
Quelle: Nele Kunkel

Besonders im Bereich Gestaltung und Design hat Julia schon früh ihre Passion gefunden. Im Laufe des Projekts einigten sich die beiden schnell darauf, dass Julia sich der Gestaltung widmet. Sie hat das gesamte Design per Hand gezeichnet und daraufhin in den Prototyp übertragen. Auch auf den Stickern, welche Besuchende der Media Night erwarten können, sind ihre Designs vertreten. Der ganze Prototyp lässt sich bei der Media Night am 2. Juli austesten. 

Aufgrund der fehlenden Kapazitäten ist es in diesem Semester nicht möglich, den Prototypen als App zu entwickeln, die beiden Studentinnen hoffen aber, dass sich nachfolgende Studis dem Projekt annehmen.