Media Night 4 Minuten

Raumüberwachung, but make it datenschutzkonform.

Radarsensor von OccuPi
Der Radarsensor, der die OccuPi Raumüberwachung ermöglicht. | Quelle: Fabienne van der Veen
29. Juni 2026

Stell dir vor, du könntest durch Wände gucken und müsstest nie mehr peinlich durch den Türspalt spicken, um nachzuschauen, ob ein Raum frei ist. Mit OccuPi geht das, sogar völlig datenschutzkonform. 

OccuPi ist ein von fünf Studierenden entwickeltes Raumüberwachungssystem, das Personen im Raum erkennt, aber lediglich als Punkt auf einem Bildschirm darstellt. Das System arbeitet ohne Gesichtserkennung und ermöglicht so eine komplett anonyme Datenaufnahme. 

Datenschutzfreundlich zu bleiben, hatte bei der Entwicklung des Projekts erste Priorität. Das Team hatte erst überlegt, mit Kameras oder Wärmebildaufnahmen zu arbeiten, entschied sich später jedoch für einen Radarsensor. Dieser Sensor schickt Funkwellen in den Raum, erkennt so verschiedene Bewegungen und nimmt diese als Punkt wahr. Diese Punkte werden dann algorithmisch gruppiert, um festzustellen, ob es sich um eine Person handelt. Anfangs überlegte das Team noch, diese Algorithmen selbst zu schreiben. Da der Hersteller des gewählten Sensors aber bereits nutzbare Algorithmen ausgearbeitet hatte, entschlossen sie sich dafür, diese auch zu verwenden. 

Die Anonymität von OccuPi wird nicht nur durch die Radartechnik gestärkt, sondern auch durch die lokale Datenverarbeitung. “Nur die Daten der Personenanzahl werden an den Computer weitergegeben, alles andere wird gelöscht.”, erklärt Rafail Borowski, verantwortlich für den Radarsensor und dessen Datenübermittlung. Auf dem Server wird also nichts gespeichert. "OccuPi ist von Grund auf DSGVO-konform.", stellt Teammitglied Elhan Salaji klar. Gerade perfektioniert das Team noch den Sensor, der zwar Vor- und Rückbewegungen erkennt, aber seitliche Bewegungen noch nicht optimal erfassen kann. 

OccuPis Datenverarbeitungscomputer
Das Computersystem, das die Daten des Sensors verarbeitet.
Quelle: Hilda Runge

Das Team hinter OccuPi

Die aktuellen technischen Schwierigkeiten schrecken das Team jedoch keineswegs ab. Alle Mitglieder bleiben stets hochmotiviert und blicken mit Freude auf den gesamten Entstehungsprozess dieses Projekts zurück. Anders als die Technik hinter OccuPi, war die  Teamfindung nicht allzu komplex. “Wir kennen uns halt alle,” scherzt Elhan Salaji liebevoll über die Entstehung des Teams. Die interne Absprache lief in allen Arbeitsphasen einwandfrei ab.

Das team hinter OccuPi
Das Team hinter OccuPi (von links nach rechts)Thu Hien Duong, Robin Philippi, Elhan Salaji, Rafail Borowski, Jan Kammerer
Quelle: Tobias Jordine

Das Team berichtet, dass seiner Kreativität bei der Projektwahl und der Umsetzung freien Lauf gelassen wurde. Die Gruppe freut sich über die ausgiebige Unterstützung durch das Hochschulpersonal. „Unser Dozent Tobias Jordine war mit unsere größte Motivation.” So Teammitglied Thu Hien Duong. Die Studierenden durften in eigenständigen Arbeitsphasen das gesamte Projekt brainstormen, entwickeln und jetzt perfektionieren.  

„ Unser Dozent Tobias Jordine war mit unsere größte Motivation“
Thu Hien Duong, verantwortlich für die digitale Darstellung der Daten

Das Team steht mit Stolz hinter der bisherigen Arbeit und fühlt sich während des Arbeitsprozesses gut unterstützt. Sie fühlen sich ermutigt und bereit, OccuPi auch zukünftig weiterzuentwickeln. 

Raumüberwachung der Zukunft

Das Projekt soll den Studienalltag an der HDM erleichtern. Nicht nur Studierende sollen künftig praktisch durch Räume gucken können, sondern auch Sicherheitspersonal soll von der Technik profitieren. Durch OccuPi könnte schnell und problemlos erkannt werden, ob sich nach Öffnungszeiten der Hochschule noch Personen in den jeweiligen Räumlichkeiten befinden.

Laut des OccuPi Teams steht das Grundgerüst jetzt schon zu “90 Prozent”. Sie blicken zuversichtlich auf das Endergebnis und die Premiere des Projekts auf der Media Night. Man munkelt sogar schon von einem möglichen Start-up … Diese ambitionierten Pläne müssten aber noch bis nach dem Bachelorabschluss warten, sagt Rafail Borowski.