MediaNight 3 Minuten

From Clueless to Smart: Der automatisierte Kleiderschrank

Digital zusammengestellter Look
Anhand von Barbie-Kleidung wird die Funktion des Prototyps dargestellt | Quelle: Ida Txaia
29. Juni 2026

Nie wieder lange vor dem Kleiderschrank stehen? Der automatisierte Kleiderschrank erstellt passende Outfitvorschläge und erleichtert die tägliche Kleiderwahl aus der eigenen Garderobe.

Für die MediaNight am 02. Juli 2026  haben die Media-Engineering-Studentinnen Duru Atanay, Maja Marcovic und Anastasiia Tereshchenko einen automatisierten Kleiderschrank entwickelt. Wir trafen die drei zu einem Interview, bei dem sie uns ihr Projekt vorstellten. Dabei erklärten sie nicht nur die Funktionsweise ihres Prototyps, sondern gaben auch Einblicke in den Entwicklungsprozess und die Herausforderungen während der Umsetzung.

Der Kleiderschrank hilft modebewussten Menschen beim Zusammenstellen ihrer Outfits. Das Konzept existiert bislang nur als Prototyp aus kleinen Holzplatten, den die drei Studentinnen selbst im Makerspace an der Hochschule der Medien als Miniaturmodell gebaut haben. Um das besser zu veranschaulichen, stellen sie das Ganze mit Barbie-Kleidung nach. Der Kleiderschrank ist mit einer Website verbunden. Um Outfits generieren zu können, fotografieren Nutzerinnen und Nutzer ihre Kleidungsstücke ab und laden die Bilder auf der Website hoch. Anschließend erstellt die Website aus den hochgeladenen Kleidungsstücken ein passendes Outfit. Die Anwendung soll den Alltag erleichtern und die tägliche Entscheidung vor dem Kleiderschrank vereinfachen. Gerade an stressigen Morgen kann die automatische Outfitauswahl dabei helfen, Zeit zu sparen und trotzdem passende Kleidung auszuwählen.

Prototyp des Kleiderschranks
Prototyp des automatisierten Kleiderschranks aus dem Makerspace der HdM
Quelle: Ida Txaia

Auf Entdeckungstour durch die Website

Die Website ist folgendermaßen aufgebaut: Wenn man die Startseite der App öffnet, erscheinen mehrere Wetterkategorien zur Auswahl. Dort kann dann zwischen Regen, Sonne oder Schnee gewählt werden. Anschließend wird ein zum Wetter passendes Outfit vorgeschlagen. Wenn einem das Outfit nicht gefällt, drückt man auf neu generieren und bekommt einen neuen Vorschlag. Dieser Vorgang kann beliebig oft wiederholt werden. Der Kleiderschrank bewegt sich mithilfe von Motoren auf drei Ebenen gleichzeitig: oben Oberteile, darunter Hosen und Röcke und unten die Schuhe. Der Kleiderschrank wählt dann die passenden Kleidungsstücke aus. „Die Umsetzung hat sich schwieriger gestaltet als zunächst gedacht”, so Maja. Sie erklärte uns, dass es ziemlich kompliziert ist, die drei Motoren zu schalten und zu verbinden, sodass sie sich alle gleichzeitig drehen. Das Besondere an dem Projekt ist, dass mehrere technische Bereiche zusammenarbeiten. Die Website erstellt passende Outfitvorschläge und der Kleiderschrank setzt diese anschließend um. Dadurch wird die Idee nicht nur auf dem Bildschirm sichtbar, sondern auch am Modell dargestellt.

Website des Kleiderschranks
Die Website kombiniert die hochgeladenen Kleidungsstücke zu einem passenden Outfit
Quelle: Maja Marcovic

Von der Idee zum fertigen Prototyp

Dass alle drei Studentinnen unabhängig voneinander eine ähnliche Idee entwickelt hatten, machte die Zusammenarbeit von Anfang an besonders einfach. Schnell war klar, dass sie das Projekt gemeinsam umsetzen wollten. Trotz einiger technischer Herausforderungen arbeiteten sie als Team an einer Lösung und entwickelten ihren Prototyp Schritt für Schritt weiter. Bei unserer Frage, wie sie denn auf die Idee gekommen sind, mussten alle grinsen: „Beim Zusammentragen unserer Ideen ist uns aufgefallen, dass wir alle denselben Gedanken auf unseren Listen hatten”.

„Beim Zusammentragen unserer Ideen ist uns aufgefallen, dass wir alle denselben Gedanken auf unseren Listen hatten.“
Anastasiia Tereshchenko

Blick in die Zukunft

Für die Zukunft möchten die Studentinnen die Website direkt mit einer Wetter-App verbinden, sodass sich der Kleiderschrank automatisch an die aktuellen Wetterbedingungen anpassen kann. Doch das ist nicht ihr einziges Ziel: Sie planen außerdem, weitere Kleidungsstile in die Anwendung zu integrieren. Aktuell erkennt die Website lediglich die Stilrichtungen „Casual” und „Chic”. Durch die geplanten Erweiterungen soll die Anwendung künftig noch individueller auf die Wünsche der Nutzer und Nutzerinnen eingehen können. Auch wenn Duru, Maja und Anastasiia noch mitten in den Vorbereitungen stecken, sind sie bereit für die MediaNight und nutzen die verbleibende Zeit, um ihrem Projekt den letzten Feinschliff zu geben. Nach vielen Stunden Planung, Entwicklung und Testarbeit freuen sie sich jetzt darauf, ihr eigenes Projekt endlich präsentieren zu können.

Besonders gespannt sind die drei auf die Rückmeldungen der Besucher und Besucherinnen. Das Feedback kann ihnen dabei helfen, ihren automatisierten Kleiderschrank noch innovativer zu gestalten und neue Funktionen umzusetzen.