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Zu gut, um wahr zu sein? Dieser KI-Agent prüft Online-Shops

Links ist ein Laptop auf welchem ein Fahrrad online zu verkaufen ist. Links ist ein Karton in welchem ein sehr kleines Fahrrad geliefert wurde.
Bei Fakeshops kommt die bestellte Ware oft nicht so an wie angegeben. | Quelle: Clara Wimmer, Larissa Hohl
29. Juni 2026

Mit günstigen Angeboten locken Betrüger Verbraucher auf Seiten von Fake-Shops. Ohne große Vorkenntnisse haben zwei Studentinnen der HdM Stuttgart dafür nun einen KI-Agenten entwickelt. Die Entwicklung gestaltete sich dabei nicht ganz ohne Hindernisse.

Die meisten kennen die Situation, man sucht online nach einem ganz bestimmten Produkt und findet es plötzlich zu einem deutlich niedrigeren Preis als erwartet. Aber genau das ist die Masche der Betrüger, diese bieten Ware zu einem verlockend günstigen Preis auf einer Fake-Website an. Kaufen die Verbraucher schließlich das vermeintliche Schnäppchen, wird das Geld zwar abgebucht, die Ware aber gar nicht oder nicht wie beschrieben geliefert. 

Diese Fake-Websites sind meist sehr schwer zu erkennen, da sie den Websites der echten Marken stark ähneln. Mithilfe von KI können die Betrüger die gefälschten Websites heute professioneller und damit glaubwürdiger als noch vor wenigen Jahren aussehen lassen. Gleichzeitig reagieren sie auf aktuelle Trends und bieten entsprechende Produkte an. Diese Entwicklung macht es oft schwer solche Betrugsmaschen zu erkennen.

Eine Lösung gegen Online-Betrug

Aus diesem Grund haben Jasmin Ivanov und Lilly Steiner, Studentinnen der HdM einen KI-Agenten entwickelt, der Verbraucher vor solchen Betrugsmaschen schützen soll. Die Idee entstand aus ihrem eigenen Einkaufsverhalten. Beide shoppen regelmäßig online und tauschen sich darüber in ihrer Freizeit aus. Vor diesem Projekt haben die beiden Studentinnen selbst noch nie einen KI-Agenten erstellt und hatten deshalb anfangs Schwierigkeiten ein geeignetes Programm zu finden. Zu Beginn hatten die beiden geplant für die Umsetzung mit einem Server zu arbeiten. Jedoch ist das Hosten über einen Server sehr kostspielig und daher für ein Uni-Projekt eher ungeeignet. Lilly Steiner erklärt die Schwierigkeiten: „Wir haben dann noch Alternativen ausgesucht, damit es nicht über einen Server gehostet werden muss und auch allein das haben wir das erste Mal ausprobiert. “ Nach etwas Recherche konnten die beiden mit den Programmen “Microsoft Copilot Studio” und “Playwright” jedoch eine geeignete Alternative finden. 

„Wir haben dann noch Alternativen ausgesucht, damit es nicht über einen Server gehostet werden muss und auch allein das haben wir das erste Mal ausprobiert. “
Lilly Steiner, Mitgründerin des KI-Agenten

Mithilfe der beiden Programme entwickelten sie ihren KI-Agenten. Dieser durchsucht verdächtige Websites nach typischen Merkmalen, wie beispielsweise einem Impressum und den verschiedenen Zahlungsmöglichkeiten. Dadurch kann der KI-Agent bewerten, wie vertrauenswürdig die Website tatsächlich ist und erstellt durch die Informationen einen Sicherheitsscore in Prozent. Besonders ist hier, dass der Nutzer neben dem Score noch eine Begründung für seine Einschätzung erhält. 

Lilly Steiner arbeitet am Schreibtisch auf ihrem Laptop an dem KI-Agent.
Lilly Steiner verpasst dem KI-Agenten den letzten Feinschliff.
Quelle: Lilly Steiner

Sicherheit auf einen Blick

Für die meisten sehen diese Websites auf den ersten Blick seriös aus und sind selbst für erfahrene Internetnutzende schwer zu erkennen. Das Tool von Lilly Steiner und Jasmin Ivanov ist daher besonders hilfreich. Es gibt nicht nur eine Warnmeldung aus, sondern erstellt dem Nutzer eine übersichtliche Liste mit konkreten Gründen für seine Einschätzung. Durch das Prozentsystem trifft es keine endgültige Entscheidung, sondern schafft Transparenz. Jasmin Ivanov berichtet auch über eine weiter Funktion des Tools: „Je höher der Prozentwert, desto sicherer der Shop. Wenn ein hohes Betrugsrisiko erkannt wird, werden auch alternative Shops ausgegeben.“ So kann der Nutzer sich selbst leicht ein Bild verschaffen. Zudem kann der KI-Agent einen Screenshot mit den wichtigsten Informationen erstellen, wodurch die Dokumentation auffälliger Websites erleichtert wird. 

„Je höher der Prozentwert, desto sicherer der Shop. Wenn ein hohes Betrugsrisiko erkannt wird, werden auch alternative Shops ausgegeben. “
Jasmin Ivanov, Mitgründerin des KI-Agenten

Blick in die Zukunft

Laut den beiden Studentinnen kann der KI-Agent noch weiter ausgebaut werden. Denkbar wäre bei auffälligen Websites eine automatisierte E-Mail an den Verbraucherschutz zu schicken. So kann die Gesellschaft schnell und effektiv über die verdächtige Seite informiert und vor Betrug geschützt werden. Auch kann die Anwendung weiterentwickelt werden, um noch präzisere Analysen durchführen zu können. 

Gerade steht aber die Präsentation des Projekts auf der MediaNight an der HdM Stuttgart im Vordergrund. Dort stellen sie den Besuchern ihren KI-Agenten vor und legen offen, wie er funktioniert. Die Besucher dürfen den KI-Agenten auch selbst einmal ausprobieren und für sich beurteilen, wie dieser sie im Netz bei ihrem nächsten Online-Kauf schützen kann.