Media Night 5 Minuten

„Itera“ - Hier entscheidest Du, wie es weitergeht!

Das Interface der App „Itera“ erinnert an andere Streaming-Dienste
Interaktives Hörspiel per App – live bei der MediaNight | Quelle: Tim Pechhold
29. Juni 2026

Wolltest du schonmal deine eigenen Stories hören und selbst bestimmen, wie sie weitergehen? „Itera“ aus dem Studiengang Audiovisuelle Medien macht das möglich. Es hätte eine normale Hörspiel-App sein können, aber sie ist es nicht. Die KI spricht das Hörspiel nicht nur, sie entwickelt es auch selbst - und stellt Hörende nach jedem Kapitel vor Entscheidungen, die den Verlauf der Geschichte beeinflussen.

Die Studenten Tim und Jonas haben innerhalb von drei Monaten eine App namens „Itera“ entwickelt, die es Nutzenden ermöglicht, eigene Hörspiele mit Hilfe von künstlicher Intelligenz zu erstellen. Das Besondere: Sie werden so generiert, dass Hörende nach jedem Kapitel entscheiden, wie die Geschichte weitergehen soll. 

Die beiden studieren Audiovisuelle Medien, wobei Tim im siebten und Jonas im fünften Semester ist. Die Idee, eine App zu entwerfen, die mit KI arbeitet, entstand im Rahmen der Studioproduktion für Interaktive Medien. Im Laufe der Arbeit kam schließlich der Gedanke, die Hörspiele interaktiv generieren zu lassen.

Tim, einer der App-Entwickler, zeigt das Interface
Tim zeigt, was aus einer Idee werden kann.
Quelle: Tim Pachhold

Beim Öffnen der App können Nutzende bereits erstellte Hörspiele durchhören oder direkt eigene generieren. Jedes besteht aus drei bis vier Kapiteln, zwischen denen Hörende jeweils vor Entscheidungen gestellt werden, die den Verlauf der Geschichte auf verschiedene Art und Weise weiterführen. Zum Erstellen von eigenen Geschichten geben Nutzende der KI einen möglichst präzisen Prompt, wählen die Anzahl der Szenen und suchen Genre und Stimmung aus. Nach einer kurzen Wartezeit ist das eigene Hörspiel bereit. Auch bei den selbst generierten Hörspielen bleibt die Entscheidungskraft über den Verlauf der Geschichte dem Nutzenden zuteil. 

KI im Einsatz

Da beide Studenten bisher wenig Coding-Erfahrung gesammelt haben, wurde  „Itera“ mithilfe von agentischem Coding programmiert. Hier wird der KI ein konkretes Ziel, also eine Aufgabe vorgegeben, woraufhin ein Code erstellt, getestet und korrigiert wird. 

Einfach war der Weg trotzdem nicht. Die größte Herausforderung war, die Ziele präzise zu definieren. Ist ein Prompt nicht klar genug, fängt die KI an zu raten und erfindet Dinge dazu. Hinzu kommt, dass Tim und Jonas für „Itera“ mit vielen KI-Agenten, wie Claude Code, gearbeitet haben und das Koordinieren mehrerer Agenten die Arbeit zusätzlich erschwerte. 

„Itera kommt von iterieren. Es gibt verschiedene  Iterationen, also Versionen und Varianten.  Itera heißt (auf Latein) auch Entscheidung und Weg. Und das passt auch ganz gut zu der App, dass ich eben selbst entscheiden kann.“
Tim Pachhold

 Für die Hörspiel-Stimmen nutzt „Itera“ die Google Text-to-Speech-KI. Zunächst erstellt der Nutzende mit einem KI-Modell die Geschichte, anschließend wandelt ein weiteres Modell den Text in gesprochene Sprache um. Zum Einsatz kommt unter anderem die Technologie von Google, da moderne Modelle meist deutlich natürlicher klingen. 

Gibt man beispielsweise „Itera“ den Prompt:  „Du erwachst als Einzige auf dem Forschungsschiff Theseus. Elf Betten sind leer. Ein handgeschriebener Zettel warnt dich vor der Bord-KI — die einzige Stimme, die noch mit dir spricht.”, wählt ein bestimmtes Genre aus, und eine Stimmung, könnte sich das Ergebnis so anhören: 

Eine dauerhafte kostenlose Nutzung von „Itera" ist derzeit noch nicht in Sicht. Das Generieren der Texte ist zwar günstig, die Vertonung durch Text-to-Speech Modelle jedoch teurer. Geplant ist aktuell nur eine Veröffentlichung für Android, denn dort sind die Vorgaben für Entwickler einfacher als im Apple App Store. 

Wer jetzt neugierig geworden ist und selbst einmal seine eigenen Hörspiele kreieren will, kann „Itera“ auf der MediaNight 2026 testen.