MediaNight 4 Minuten

Ersti-Tag: Mit Web-App „Firsty" durch das erste Level

Studentin Malena arbeitet an einem 3D-Modell für die App „Firsty".
Feinarbeit am 3D-Model für „Firsty“: etagenweise und noch detaillierter als das Vorbild „Horst“, das HdM-interne Raumsuchprogramm.. | Quelle: Jonah Bierdel
29. Juni 2026

Leo, Julia und Malena tüfteln an „Firsty“ – einer App, die aus dem chaotischen ersten Tag an der Uni ein Spiel macht. Statt verloren durch die Gänge zu irren, sollen Erstis Stationen abklappern, Mini-Games zocken und ganz nebenbei ihre neuen Kommiliton*innen kennenlernen.

„Die Campustour, die wir im ersten Semester bekommen haben, war echt nicht so gut", sagt Malena Böckmann lachend. Sie studiert im siebten Semester Mobile Medien und entwickelt mit „Firsty" eine Web-App, die genau das ändern soll: Sie will den Ersti-Tag in ein gemeinsames Spiel verwandeln – und dabei die im Gedächtnis eher mäßige Campus-Tour etwas aufpolieren.

Wer sich an den ersten Tag an der Hochschule erinnert, denkt vermutlich nicht nur an Vorfreude, sondern auch an dieses leichte Gefühl von Überforderung. Genau da setzt „Firsty" an. Die Web-App, die gerade von drei Studierenden der Hochschule der Medien im Rahmen der MediaNight konzipiert wird, macht Malena als interdisziplinäres Projekt, also eines, in dem verschiedene Studiengänge zusammenarbeiten. „Wir fanden das halt eine coole Idee, weil wir irgendwie alle lost waren am ersten Tag", sagt Julia Ebert, die im siebten Semester Medieninformatik studiert und ihr letztes Projekt vor dem Abschluss absolviert. Auch Leo Dietz, der im zweiten Semester Online-Medienmanagement studiert, ist Teil des Projekts.

„Wir fanden das halt eine coole Idee, weil wir irgendwie alle lost waren am ersten Tag.“
Julia Ebert, Projektmitglied

Aus dem eigenen Frust wird eine Spielidee

Die Idee, sogenannte Serious Games in die Web-App einzubauen – also Spiele aus denen man lernen kann – entstand im Gespräch mit den Lehrbeauftragten. Im Austausch mit Kommiliton*innen wurde schnell klar: An einer besseren Campus-Tour hätten viele Interesse gehabt. Und die bestehenden Hilfsangebote verstauben eher, als dass sie genutzt werden. „Wir dachten auch, es gibt recht wenig, und haben dann unseren eigenen Study Buddy wiedergefunden, in den wir, glaube ich, dreimal reingeschaut haben“, gibt Malena zu.

So entstand der Plan, den Ersti-Tag spielbar zu machen. In der App sollen Erstsemester verschiedene Stationen abhaken und dabei nicht nur die Hochschule, sondern auch interne Tools wie „Selma” oder „Horst” kennenlernen. Die Spiele reichen von simplen Multiple-Choice-Fragen über Erkundungsaufträge bis hin zu kleinen 2D-Sidescrawlern. Gespielt werden soll „Firsty“ idealerweise direkt am Ersti-Tag als eingeplanter Programmpunkt. Aber auch danach bleibt die Web-App noch nützlich.

Ein besonderer Fokus liegt auf dem sozialen Aspekt. Eine Umfrage zu Beginn des Projektes ergab, dass sich viele vor allem eines wünschen: sich am Anfang besser auszutauschen. Dafür gibt es ein eigenes Spiel, bei dem die Studierenden einen Code auf ihr Handy bekommen und diesen bei anderen eingeben müssen – wer connecten will, muss also auf andere zugehen. 

Die Gesichter hinter „Firsty“: Malena Böckmann, Julia Ebert und Leo Dietz (v. l.).
Die Gesichter hinter „Firsty“: Malena Böckmann, Julia Ebert und Leo Dietz (v. l.).
Quelle: Jonah Bierdel

Das schwierigste Level: das eigene Projekt

Optisch orientiert sich das Team an „Horst“: Geplant ist eine 3D-Karte, auf der man die verschiedenen Stationen und Level sieht. Aktuell arbeiten sie an einem detaillierten 3D-Modell. Das kostet allerdings Nerven. „So ein Modell braucht ewig“, erzählt Malena. „Und dann sitzt du da und schaust das nächste Mal nach vier Stunden auf die Uhr und hast das Gefühl, du hast noch nichts Neues vorzuweisen.“

Darüber hinaus gab es noch weitere Herausforderungen. Das Konzept habe sich zu sehr aufgebläht, ist sich das Team einig. Irgendwann fiel die Entscheidung, sich voll auf das Konzept zu konzentrieren, statt schnell etwas Halbfertiges zu programmieren – ein ausgereiftes Konzept war auch den Betreuer*innen wichtiger als eine überhastete Umsetzung. Programmiert wird in diesem Semester deshalb noch nicht; einen klickbaren Prototyp gibt es aber bereits. Die eigentliche Umsetzung könnte dann nächstes Semester eine andere Gruppe übernehmen.

Zu sehen gibt es „Firsty“ auf der MediaNight. Wenn der Plan der Gruppe aufgeht, wird der Ersti-Tag künftig auf spielerische Weise stattfinden.