Videospiel 3 Minuten

Im Demozug durch die Stadt

Die verschiedenen Charaktere sitzen im Demozug
Die rekrutierten Charaktere sammeln sich im Demozug | Quelle: Lennard Schnalzer-Paracolls
30. Juni 2026

„Dein kleiner Bruder soll eingezogen werden, sagst du? Uahh! Das müssen wir verhindern!“ Mit dieser Begrüßung von Karl Marx startet das Videospiel „Kriegsverderber“ welches politisch, lustig und herausfordernd zugleich ist und auf der diesjährigen MediaNight vorgestellt wird.

Ein paar Computer surren, die Jalousien sind heruntergelassen und abgeblendet. Bei 30 Grad ist das GamesLab der HdM fast leer. Nur eine sechsköpfige Gruppe von Studierenden sitzt zusammen und arbeitet an ihrem Spiel: „Kriegsverderber“. 

Aus dem Kopf auf den Bildschirm

Begonnen hat alles mit der Idee, ein politisches Spiel zu erstellen. Über Monate wurde aus einem ursprünglichen Community-Building-Spiel die finale Idee des „Demozugs“ als satirisch-abstrakte Karikatur. Das Team, welches sich zuerst als Trio für das Projekt zusammenfand, entwickelte sich über das Semester zu einer sechsköpfigen bunten Mischung von Studierenden aus mehreren Semestern und Studiengängen. Über Monate saßen sie, teilweise bis spät in die Nacht, im GamesLab der HdM. Nun ist das Spiel rechtzeitig zum Semesterende fertig. Die Spielenden fahren mit einer Straßenbahn, dem Demozug, durch eine Reihe von Bahnstationen, welche nach tatsächlichen Stuttgarter Haltestellen benannt sind.

Der Demozug an der Haltestelle „Universität“
Der Demozug fährt während der Rekrutierungsphase durch alle Haltestellen. | Quelle: Lennard Schnalzer-Paracolls
Die Haltestelle „Staatsoper" im Spiel
In der „Staatsoper" kann man Musiker für den Demozug gewinnen. | Quelle: Lennard Schnalzer-Paracolls
Der Demozug von außen
Der Demozug von außen. | Quelle: Lennard Schnalzer-Paracolls
Der Überblick über den Verlauf der Demo aus dem Cockpit des Zuges
Im Cockpit steuert der Spieler die Demonstration durch die Stadt. | Quelle: Lennard Schnalzer-Paracolls

Ein politisches Spiel

Im Spiel kann in Minispielen gegen Köche, Studenten, Pyromanen und Sportler angetreten werden, um diese für eine Demonstration gegen die Wehrpflicht des fiktiven Bundeskanzlers „Frederick Schmerz“ zu mobilisieren. Nachdem ein Timer abgelaufen ist, geht die Demonstration schon los und man steuert aus der Fahrerkabine der Bahn den Verlauf durch die Stadt. Durch die richtigen Kombinationen der mobilisierten Charaktere kann die Demonstration effektiver und erfolgreicher werden. So versorgen die Köche die Demonstration mit Essen, die Ärzte behandeln verletzte Teilnehmer und die Pyromanen sind für Pyrotechnik verantwortlich. Das Ziel des Spiels ist es, mit dem Demozug möglichst weit durch die Stadt zu fahren und so viel Aufmerksamkeit wie möglich zu erzeugen und final die fiktive Wehrpflicht zu verhindern.

„Wenn ein Thema so kontrovers ist, dann muss es auch besprochen werden.“
Dario Volpp, Game Design & 3D-Art

Der politischen Bedeutung ihres Spiels sind sich die Studierenden bewusst. Schon im Vorfeld bekamen sie Kritik und Abneigung sowie erfreute Reaktionen zu ihrem Projekt. „Aber wenn ein Thema so kontrovers ist, dann muss es auch besprochen werden“, sagt Dario. Er studiert Audiovisuelle Medien und ist für das Game Design und 3D-Art zuständig. Letztendlich setzt sich ihre Idee jedoch durch. Kommenden Donnerstag, am 02. Juni 2026, wird das Spiel auf der Media Night der Hochschule der Medien der Öffentlichkeit präsentiert. „Ich glaube es wird extreme Punkte von beiden Seiten geben“ sagt Maja, eine der Entwicklerinnen für die Animationen, zur Frage nach den erhofften Reaktionen. „Aber wir hoffen natürlich, dass mehr Leute es lustig und cool finden.“