Kultur&Gesellschaft

Karriereweg
Ausbildung nach dem Abitur

Während einer kaufmännischen Ausbildung erledigen Auszubildende klassische Büroaufgaben. | Bild: Marylou Gaißert

Karriereweg Ausbildung nach dem Abitur

Während einer kaufmännischen Ausbildung erledigen Auszubildende klassische Büroaufgaben. | Bild: Marylou Gaißert
 

20 Jan 2023

Bis zu dreizehn Jahre lang gehen Schüler*innen in Deutschland zur Schule, um den höchsten Bildungsabschluss zu erhalten. Für viele ist klar, danach muss ein Studium folgen. Über die zahlreichen Ausbildungsmöglichkeiten wissen einige Abiturient*innen gar nicht Bescheid.

Marylou Gaißert

Crossmedia Redaktion / Public Relations
seit Sommersemester 2022

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Ausbildung, Studium oder lieber eine duale Weiterbildung? Nach dem Abitur stehen den Absolvent*innen viele Türen offen. Laut Berechnungen des Statistischen Bundesamts hat mittlerweile fast jede*r Zweite in Deutschland die allgemeine Hochschulreife oder die Fachhochschulreife. Die anschließende Entscheidung für den Bildungsweg ist sicher keine leichte, denn in Deutschland kann man zwischen 324 Ausbildungsberufen und über 9.000 Bachelorstudiengängen wählen. Der Trend gehe laut den Zahlen des Statistischen Bundesamts seit Jahren deutlich in Richtung Studium. Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist seit der Corona-Pandemie weiter auf historisch niedrigem Niveau.

Infografik Ausbildungen von Marylou Gaißert Entwicklung der Ausbildungen in Deutschland | Bild: Statistisches Bundesamt – Bereich Bildung, Forschung und Kultur/ Berufliche Bildung | Grafik selbst erstellt mit Canva

Woran liegt das?

Einer Umfrage von YouGov zufolge sind vor allem schlechte Bezahlung und die mangelnde gesellschaftliche Anerkennung von Fachberufen Gründe für das Desinteresse an einer Ausbildung. Auch die Industrie- und Handelskammer ist sich dessen bewusst. Im Interview mit „bildungsklick“ sagt Marjoke Breuning, BWIHK-Vizepräsidentin, der beruflichen Aus- und Weiterbildung, müsse unter anderem auch in der Gesellschaft ein hoher Stellenwert eingeräumt werden. Die Fakten der Ausbildung, zu den attraktiven Aufstiegschancen und Einkommensperspektiven, seien zu wenig bekannt.

Wie kann man dem Trend entgegenwirken?

Die Initiative Ausbildungsbotschafter soll Schüler*innen bei der Berufsorientierung helfen. Ausbildungsbotschafter*innen sind Auszubildende aller geregelten Ausbildungsberufe, die an Schulen über ihren Karriereweg sprechen. In 90 Minuten präsentieren sie verschiedene Ausbildungsberufe und geben dabei einen authentischen Einblick in ihren Arbeitsalltag.
Sara Iacona ist eine von ihnen. Sie war bereits auf einigen Einsätzen als Ausbildungsbotschafterin dabei. Sara hat sich nach ihrem Abitur dazu entschieden, eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement zu machen. Diese macht ihr großen Spaß, da sie dabei praxisbezogen lernt und direkt im Betrieb mitarbeitet. Auch die Theorie, die sie wöchentlich an ihrer Berufsschule lernt, kann sie schnell umsetzen.

Sara möchte den Schüler*innen Unsicherheiten in Bezug auf die Ausbildung abnehmen. Viele wissen noch nichts über die Vorzüge einer Ausbildung. Mit allgemeiner Hochschulreife oder Fachhochschulreife ist eine Verkürzung um bis zu zwölf Monate möglich. Interesse zeigen die Schüler*innen vor allem an der Ausbildungsvergütung, der Verantwortung im Betrieb und dem praxisbezogenen Lernen.

Rafaela Athanasiou ist Bildungskoordinatorin bei der Initiative Ausbildungsbotschafter im Stadtkreis Stuttgart. Die Einsätze finden an nahezu allen Schularten statt, besonders gefragt seien aber allgemeinbildende Gymnasien. Sie erklärt, dass viele Abiturient*innen die Vorzüge einer Ausbildung erst über die Einsätze kennenlernen. Mit Erfolg, denn einige würden sich sehr interessiert daran zeigen. Es ist Rafaela Athanasiou wichtig, über Ausbildungen aufzuklären. Letztendlich müsse danach jede*r selbst schauen, welche Weiterbildung die richtige sei.

Wichtige Hilfe für die Wahl des weiteren Bildungswegs

Susanne Kühn ist Studien- und Berufsberaterin im Hochschulteam bei der Agentur für Arbeit. Ziel der Berufsberatung ist, aus Interessen und Stärken auf passende Berufe und Bildungsmöglichkeiten zu schließen. Frau Kühn stellt bei der Beratung inzwischen eine Zunahme des Interesses an einer Ausbildung fest. Viele sehen eine Ausbildung als eine gute Grundlage an, um anschließend noch eine Weiterbildung oder ein Studium zu absolvieren.

Statement von Eric Lutz, ehemaliger Auszubildender Bankkaufmann mit der Zusatzqualifikation Allfinanz | Bild: Eric Lutz
Statement von Denny Engelhardt, ehemaliger Auszubildender Versicherungskaufmann | Bild: Denny Engelhardt
Statement von Lara Quade, Auszubildende Kauffrau im Gesundheitswesen | Bild: Lara Quade
Statement von Lukas Merkle, Konstrukteur und ehemaliger Auszubildender Werkzeugmechaniker im Maschinenbau | Bild: Lukas Merkle

Die Wahl Bildungswegs nach dem Schulabschluss ist keine einfache Entscheidung. Oftmals wissen die Schüler*innen nicht, was sie im Studium oder der Ausbildung erwartet. Angebote wie die Berufsberatung oder die Initiative Ausbildungsbotschafter können dabei helfen, die verschiedenen Karrierewege besser kennenzulernen.

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