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Sozialbeziehungen
Beste Freunde für immer?

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Nur wenig Menschen sind noch mit ihren Kindheitsfreunden befreundet. | Bild: Ann-Sophie Bauer

Sozialbeziehungen Beste Freunde für immer?

Nur wenig Menschen sind noch mit ihren Kindheitsfreunden befreundet. | Bild: Ann-Sophie Bauer
 

01 Apr 2022

Nichts macht unser Leben so interessant wie Beziehungen. Unsere Sozialbeziehungen verändern sich über die Jahre und damit auch unsere Freundschaften. So stell ich mir die Frage, wie unsere Lebensweise und Corona unsere (Kindheits-)Freundschaften beeinflusst hat.

Ann-Sophie Bauer

Crossmedia-Redaktion / Public Relations
seit Sommersemester 2021
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Als ich durch das alte Fotoalbum aus der Kindheit blättere, stieß ich auf ein altes Bild mit meiner Kindergarten-Freundin Melissa (ach ja, wie lange ist das schon her?) vor ein paar Jahren traf ich sie hin und wieder in der Stadt oder im Bus, sogar eislaufen waren wir in unseren Teenagejahren. Heute weiß ich nicht mal mehr, ob wir noch in der gleichen Stadt leben. Aus einer Freundin wurde eine Fremdin. Das lässt mich nachdenklich werden. In der Jugend fällt es uns so einfach, Freundschaften zu schließen. Auf dem Spielplatz sind es diejenigen, die mit uns rutschen und schaukeln, in der Schule diejenigen, die den gleichen Modetrend toll finden. Die Forschung sagt: Ab 25 umgeben wir uns nur mit Menschen aus dem gleichen sozialen Umfeld, dem gleichen Bildungsstatus oder der gleichen Einkommensklasse. Doch selbst da gibt es Unstimmigkeiten. Denn auch unterschiedliche Interessen und Hobbys können uns zusammen führen oder trennen. Auch mir ist dieses Phänomen nicht unbekannt.

Corona macht die Sache nicht einfacher

Ohnehin ist es schon schwer eine Beziehung aus Kindheitstagen aufrechtzuerhalten und dann kommt Corona um die Ecke und eine Mauer des Schweigens zwischen den einst besten Freunden bahnt sich an. So ging es auch mir und auch so gut wie allen, oder? Freundschaften und vor allem langjährige Freundschaften in dem Corona Wahnsinn aufrechtzuerhalten war für alle eine echte Herausforderung. Durch Kontaktbeschränkungen und Isolation war der Corona-Horror für einige meiner Freundschaften das Aus.

Was mir aufgefallen ist, warum ich nicht mehr mit einigen meiner Kindheitsfreunde befreundet bin, ist unter anderem, dass wir verschiedene Wege gehen. Und wenige gemeinsame Interessen teilen.

Im Endeffekt liegt das „Problem“ bei uns selbst. Sollte es überhaupt ein Problem für uns sein? Denn wenn wir wirklich unsere Freundschaften halten möchten, dann finden wir bestimmt auch immer einen Weg! Wir sollten, uns klarmachen, welche Menschen in unserem Leben wirklich wichtig sind und mit welchen wir tolle Erfahrungen und Erlebnisse teilen möchten. Wenn die Interessen, Lebensweisheiten oder auch Ansichten völlig auseinander driften ist es auch nicht schlimm diese Menschen nicht mehr in seinem Leben zu haben, oder? Denn die schönen Zeiten der Kindheit kann einem keiner mehr nehmen. Unsere Woche hat immerhin auch nur sieben Tage, da verbringt man die Zeit doch lieber mit den Personen, die man am liebsten hat?

Hier findest du eine weitere Kolumne „Vergleichen macht unglücklich“ über Vergleiche in einer Beziehung.