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Fitnesstrend
Hula-Hoop: Mehr als ein Hype?

Fitnesstrainerin Clarissa (Schwester der Autorin) probiert gerne neue Fitnesstrends aus. Auch dem Hula-Hoop-Reifen gibt sie eine Chance | Bild: Charlotte Zohner

Fitnesstrend Hula-Hoop: Mehr als ein Hype?

Fitnesstrainerin Clarissa (Schwester der Autorin) probiert gerne neue Fitnesstrends aus. Auch dem Hula-Hoop-Reifen gibt sie eine Chance | Bild: Charlotte Zohner
 

20 May 2021

Home Workout statt Bankdrücken heißt es für Fitnessbegeisterte seit Beginn der Pandemie. Besonders der Hula-Hoop-Reifen erlebt gerade sein Comeback und bietet für viele eine Möglichkeit, auch zu Hause aktiv zu bleiben. Was steckt hinter dem Fitnesstrend? Eine Analyse.

Charlotte Zohner

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seit Wintersemester 2020
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Lockdown, geschlossene Fitnessstudios, fehlende Motivation. 30 Jahre Wachstumstrend in der Fitnessbranche fanden 2020 ein jähes Ende. Fitnessmatte statt Beinpresse heißt es seitdem für mehr als 11 Millionen Deutsche, die laut einer Studie von Deloitte im Jahr 2019 im Fitnessstudio angemeldet waren.

Während Fitnessstudios pandemiebedingt weitestgehend geschlossen bleiben, werden Home Workouts immer beliebter. Eine Umfrage der Universität Gießen zeigt, dass rund ein Viertel der Deutschen seit Beginn der Corona-Krise verstärkt im Freien trainiert. Jede*r Sechste bleibe durch Home Workouts aktiv. Nicht umsonst werden Workout-Videos Millionen Male geklickt. Gemeinsam mit ihren Idolen schwitzen die Deutschen vor dem Bildschirm.

Eine junge Frau macht ein Home Workout vor dem Computer Kursleiterin und Fitnesstrainerin Clarissa bleibt im Lockdown durch Home Workouts aktiv | Bild: Charlotte Zohner

2020 – Comeback des Hula-Hoop-Reifens

Neue Fitnesstrends, die sich auch zu Hause und ohne viel Equipment leicht umsetzen lassen, kommen jetzt wie gerufen. So erlebte der Hula-Hoop-Reifen im Jahr 2020 sein Comeback. Schon 20 Minuten am Tag sollen Studien zufolge sehr effektiv sein.

Beim Hula-Hoop-Fitness, von Fans auch „Hullern“ oder „Hooping“ genannt, wird ein Hula-Hoop-Reifen um den eigenen Körper, meist um die Taille, geschwungen. Hula-Hoop-Expertin Elli Haschke erklärt im Interview mit der „Welt“, dass der Reifen mit der Bauchmuskulatur gesteuert wird. Der Bauch soll angespannt bleiben und der Schwung nicht aus der Hüfte kommen. Am besten hält man den Reifen oben, indem man das Becken nach vorne und hinten oder nach rechts und links bewegt. Naturtalente fallen beim „Hullern“ jedoch selten vom Himmel. Es wird empfohlen, mit täglich ca. drei Minuten zu beginnen und sich dann langsam zu steigern. Denn was zunächst einfach aussieht, erfordert Körperspannung, Geduld und Übung.

Sportliche Motivation im Lockdown

Während sich Hula-Hoop-Anbieter*innen vor Anfragen nicht mehr retten können, sieht es auf dem deutschen Fitnessmarkt weniger rosig aus. Rund ein Viertel weniger Umsatz als im Vorjahr verzeichnete die Branche im Jahr 2020. Auch auf die Motivation der Deutschen wirkt sich der Lockdown negativ aus, wie die Gießener Studie zeigt. Rund ein Drittel der Befragten hat ihr Sportpensum während des Lockdowns reduziert oder gar komplett pausiert.

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Studie der Justus-Liebig-Universität Gießen zur Sportaktivität während des Lockdowns | Bild: Charlotte Zohner

Mehr als ein Hype?

Für die „weiter Aktiven“, die auch während des Lockdowns nicht ihre Motivation verloren haben, bietet Hula-Hoop-Fitness eine gute Möglichkeit, um sich sportlich zu betätigen. Längst ist der Reifensport zum Hype geworden. Auf Instagram teilen die #hoopersofinstagram ihre Trainingserfolge. Zahlreiche YouTube-Videos zeigen, wie der Sport richtig funktioniert.

Auch Tanz- und Yogalehrerin Kristina hat den Hula-Hoop-Reifen vor rund drei Monaten für sich entdeckt. Da die Tanzstunden für sie bereits seit längerer Zeit pandemiebedingt ausfallen, brauchte sie eine Alternative. „Eigentlich habe ich nur aus Spaß mit Hula-Hoop angefangen, aber dann habe ich schnell gemerkt, dass es super Erfolge bringt“, erzählt Kristina im Interview. Den Hula-Hoop-Reifen kann sie nun zu Hause auspacken, wann immer ihr danach ist.

Eine Studie der University of Waterloo zeigte 2015 die Effekte des Hula-Hoop Trainings. Bei den 13 Teilnehmerinnen reduzierte sich der Taillenumfang nach sechs Wochen Training durchschnittlich um 3,4 Zentimeter und der Hüftumfang um 1,4 Zentimeter. Eine Tatsache, die auch Yogalehrerin Kristina bestätigen kann. Die 29-Jährige konnte ihren Bauchumfang nach drei Monaten Training deutlich verringern und merkt nun, wie sich ihre Bauchmuskulatur aufbaut. Das zeigt Kristina auch in einem YouTube Video – 30 Tage lang hat sie ihre Erfolge mit dem Hula-Hoop-Reifen dokumentiert.

Doch nicht nur der Bauch und die Taille werden bei der Trendsportart trainiert. Zahlreiche Körperregionen profitieren von regelmäßigen Sessions mit dem Reifen.

Diese Vorteile von Hula-Hoop-Fitness werden in den Medien am häufigsten angegeben | Bild: Charlotte Zohner

Frauen verbrennen beim „Hullern“ durchschnittlich 165 Kalorien pro halbe Stunde – Männer sogar noch mehr. Gerade für Menschen, die sich schwer dazu motivieren können, ihre Fitnessmatte aus dem Schrank hervorzukramen, ist Hula-Hoop-Fitness eine echte Alternative. „Ich war noch nie ein großer Fan von Sit-ups oder ähnlichen Übungen, aber mit dem Hula-Hoop-Reifen macht sogar das Bauchtraining Spaß“, erzählt Kristina. Denn der Hula-Hoop-Reifen lässt sich sehr gut in die Tagesroutine einbinden – auch abends vor dem Fernseher. Warum Kristina auch anderen Menschen die neue Trendsportart empfehlen würde, erklärt sie im Interview.

Hooping für die Seele

Nicht nur für den Körper bewirkt regelmäßiger Sport wahre Wunder. Auch für die seelische und psychische Gesundheit ist ein gesundes Maß an körperlicher Aktivität wichtig, wie ein Artikel im Deutschen Ärzteblatt beweist. Die Teilnehmer*innen der Gießener Studie berichteten, dass sich die Inaktivität während des Lockdowns negativ auf ihre Stimmung auswirkte. Ein weiterer Grund, auch in Zeiten von Home Office und regelmäßigem Dauersitzen in Bewegung zu bleiben. Doch sind Home Workouts genauso effektiv wie ein Besuch im Fitnessstudio? Trainerin Clarissa verrät ihre Meinung im Gespräch.

Die Studien zeigen: Hula-Hoop-Fitness lohnt sich und ist mehr als nur ein Hype. Bereits nach wenigen Wochen können bei regelmäßigem Training sichtbare Erfolge erzielt werden. Auch Übungen wie Kniebeugen und Ausfallschritte lassen sich in das Training einbauen, wenn man den Dreh erstmal raus hat. Auf die Frage, ob sich der Fitnesstrend langfristig halten wird, hat Clarissa eine Antwort parat: „Wenn die Effekte wirklich so sind, wie das beschrieben wird und wie das viele Influencer*innen darstellen, dann kann ich mir vorstellen, dass dieser Fitnesstrend dauerhaft Bestand hat.“ Die Fakten sprechen für sich – regelmäßiges Hula-Hoop-Training sorgt für eine schlanke Taille und einen straffen Bauch. Probier es doch einfach mal aus – ein Versuch lohnt sich!