Menü
Vom Sportmuffel zum Fitnessjunkie - Julia Dazer betreibt seit vier Jahren Kraftsport. | Bild: Pascal Spannenkrebs

Gesundheit&Sport Krafttraining
Dieser Sport ist keine reine Männersache

Vom Sportmuffel zum Fitnessjunkie - Julia Dazer betreibt seit vier Jahren Kraftsport. | Bild: Pascal Spannenkrebs

22 Dec 2020

Schwitzende Männer und testosterongeladene Luft – so stellt man sich den Krafttrainingsbereich in den Fitnessstudios vor. Julia Dazer (28) macht Schluss mit diesem Mythos, denn Krafttraining sollte nicht nur Männersache bleiben.

Julia Benita Gruner

3. Semester
seit Wintersemester 2019
Social MediaInfluencer MarketingCorporate Influencer

Zum Profil

Julia, für die Leser, die dich nicht kennen: Stell dich kurz vor und erkläre uns, was Krafttraining überhaupt ist.

Ich bin Julia, studiere im Master Medienmanagement und betreibe in meiner Freizeit Kraftsport. Ich habe auch einen Instagram-Account, auf dem ich meinen Followern Tipps rund um die Themen Fitness, Motivation und Ernährung gebe.

Ziel des Krafttrainings ist es, eine körperliche Veränderung, etwa durch die Steigerung der Kraft oder die Erhöhung der Muskelmasse, zu erreichen. Hauptsächlich trainiert man dabei mit Hanteln oder Kraftmaschinen im Fitnessstudio.

Wie lange machst du das schon und wie bist du zum Krafttraining gekommen?

Früher war mein Lebensmotto „Sport ist Mord“. Ich wollte immer etwas abnehmen, aber hatte keine Motivation dranzubleiben. Angefangen mit dem Krafttraining habe ich 2017 zusammen mit meinem damaligen Partner. Das Training war aber noch nicht mit der Leidenschaft und Intensität, wie ich es heute mache. Im selben Jahr war ich auch das erste Mal auf der FIBO, das ist eine Messe für Fitness und Bodybuilding. Ich war total begeistert von den definierten und muskulösen Körpern der anwesenden Fitnessjunkies und habe eine geballte Ladung an Motivation mitgenommen, die bis heute noch vorhanden ist. Ab diesem Zeitpunkt habe ich intensiver und härter trainiert.

Frau zeigt stolz ihren Bizeps Alles für die Gains! Stolz teilt Julia ihre Fitnessergebnisse mit ihren Followern auf Instagram. | Bild: Julia Dazer

Wenn Menschen an Krafttraining denken, assoziieren sie es mit durchtrainierten Männern. Ist Krafttraining Männersache?

Vor allem viele Frauen denken sicher so. Ich persönlich finde, dass Krafttraining keine Männersache ist und sein sollte. Mit einer gewissen Portion an Kraft lässt es sich leichter leben. Sport ist gut für den Körper, so auch Krafttraining. Natürlich nur, wenn man es nicht übertreibt. Krafttraining formt den Körper, macht straff und schön. Das wichtigste ist, dass Muskeln Kalorien verbrauchen. Wer mehr Muskeln hat als der Durchschnitt, verbrennt auch beim Nichtstun mehr Kalorien, denn Muskeln verbrauchen mehr Kalorien als Fettmasse. Also wenn das mal nicht ein guter Grund ist, um als Frau, auch Kraftsport zu machen.

Was sagst du dazu, dass viele Frauen denken, dass Muskelmasse zu männlich sei?

Ich persönlich kann verstehen, dass Frauen sagen, dass zu viel Muskelmasse nicht schön oder ästhetisch aussieht. Generell finde ich Frauen sehr schön, die etwas Muskelmasse haben. Das liegt natürlich immer im Auge des Betrachters. Ein großer Irrglaube vieler Frauen ist, dass man nach wenigen Trainingseinheiten schon maskulin und muskulös aussieht. Das ist aber absolut nicht der Fall. Ich trainiere schon seit mehreren Jahren sehr extrem und am Anfang hat sich mein Oberkörper sehr wenig bis gar nicht verändert. Man müsste schon sehr viel Zeit, Gewicht und Disziplin reinstecken, um überhaupt so ein Ergebnis zu erzielen. Wir sind hormonell ganz anders aufgebaut und dadurch können wir nicht so schnell Muskeln aufbauen.

Ausdauer allein ist nicht alles. Daher sollte ein ausgewogenes Training der Muskulatur in den Trainingsplan aufgenommen werden. | Bild: Julia Gruner

Gibt es Unterschiede zwischen Frauen und Männern? Muss auf unterschiedliche Dinge geachtet werden?

Nicht unbedingt. Ich mache alle Übungen, die Männer auch machen und stehe zum Beispiel mitten zwischen anderen Muskelbergen im Freihantelbereich und mache meine Bizeps Curls.
Im Allgemeinen machen Frauen, wenn sie Kraftsport machen, lieber das klassische Bauch-Beine-Po Workout und Männer trainieren lieber ihren Oberkörper. Dadurch haben Frauen oft keinen straffen Oberkörper und beschweren sich über die sogenannten "Winkearme". Männer hingegen haben im Gegensatz zum Oberkörper dünne Beine und keinen Po in der Hose. Deshalb ist es sinnvoll für beide Geschlechter alles zu trainieren.

Und wie oft trainierst du in der Woche?

Ich trainiere circa fünf bis sechs Mal in der Woche. Es ist wichtig immer dranzubleiben, damit die Muskelmasse sich nicht verringert und der Erfolg nicht weg ist. Besser ist es, die Kraft kontinuierlich aufrecht zu erhalten und an seinen Zielen dranzubleiben.

Was würdest du raten, wenn man mit dem Krafttraining anfangen will, aber nicht weiß wie und wo?

Wenn man jemanden im Familien- oder Freundeskreis hat, der dich ins Fitnessstudio begleitet und sich vielleicht sogar schon etwas auskennt, dann ist das perfekt. Geht zusammen, lass dir Übungen zeigen und mach sie nach.
Ansonsten kann man auch ein Probetraining im Fitnessstudio vereinbaren und sich alles von einem professionellen Trainer zeigen lassen.

Was ist deiner Meinung nach ein No-Go bei Anfängern?

Ein No-Go bei Anfängern ist, wenn mit zu viel Gewicht eingestiegen wird. Da überschätzen sich viele gerne. Es kann sehr schnell gefährlich werden, wenn man mit zu viel Gewicht trainiert und sich dabei verletzt. Man sollte sich langsam rantasten und immer auf den eigenen Körper hören. Ein zweiter Fehler, den viele begehen, sind freie Übungen. Zuerst sollte man sich an den festen Geräten in den Fitnessstudios versuchen, bevor man freie Übungen mit den Hanteln macht. So kann man sicherstellen, dass das Training sicher ist und Erfolg haben wird.