Crashkurs Demokratie als XXL-Spiel

Foto: Leon Meyer

Crashkurs Demokratie als XXL-Spiel

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250 Kinder strömen trotz Ferienbeginn auf das Gelände einer Grundschule. Hier erwartet sie zwei Wochen lang Leben wie in einer Stadt. Ich war als Kind Teilnehmer und bin heute Teamer. Das Projekt hat mich zum leidenschaftlichen Demokraten gemacht.

Video: Leon Meyer

250 Kinder strömen trotz Ferienbeginn auf das Gelände einer Grundschule. Hier erwartet sie zwei Wochen lang Leben wie in einer Stadt. Ich war als Kind Teilnehmer und bin heute Teamer. Das Projekt hat mich zum leidenschaftlichen Demokraten gemacht.

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Es ist Montagmorgen, kurz vor 08.30 Uhr, in der ersten Ferienwoche dieses Sommers an einer Pforzheimer Grundschule. Zu einer Uhrzeit und an einem Ort, den man nicht zwingend mit hochmotivierten Kindern verbindet. Dennoch warten 250 Sieben- bis Dreizehnjährige mit hörbarer Vorfreude am Eingang. Ich schaue durch einen schmalen Spalt im Eingangstor und beobachte, wie sie sich noch von ihren Eltern verabschieden. Manche wippen vom einen aufs andere Bein vor lauter Aufregung, andere wirken selbstsicher und voller Tatendrang. Ich höre, wie ein Junge einen anderen fragt: „Als was willst du heute arbeiten?“ Er antwortet: „Mal schauen, am liebsten als Banker“. Dann geht das Tor auf und es gibt kein Halten mehr. Die Kinder strömen mit hochgestreckten bunten Kärtchen in der einen und Rucksäcken oder Jutebeuteln in der anderen Hand auf das Gelände. Ich springe gerade noch so zur Seite, um nicht überrannt zu werden. Wäre die aufgewühlte Masse ein paar Jahre älter, könnte man meinen, sie wären die ersten Besucher*innen eines großen Festivals.

Tatsächlich wird hier gerade aber weder ein Festival eröffnet, noch beginnen hier – trotz des Geländes auf einer Schule – die Lerneinheiten für besonders ehrgeizige Kinder, die in den Schulferien weitere Matheaufgaben lösen möchten. Viel mehr sind es die Tore einer Stadt, die sich hier auftun. Die Tore einer Kinderspielstadt. „Puzzleheim“ heißt das Projekt des Pforzheimer Stadtjugendrings, welches dafür verantwortlich ist, dass Kinder freiwillig die Schule fluten. 

Viele Handwerksberufe können die Teilnehmenden ausprobieren.

Video: Leon Meyer

Viele Handwerksberufe können die Teilnehmenden ausprobieren.

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Die bunten Kärtchen vom Eingangstor sind keine Festivaltickets, sondern Bürger*innenausweise. Diese haben die Eltern im Vorhinein zugeschickt bekommen, damit ihre Kinder die nächsten 14 Tage in echten „Erwachsenenberufen“ arbeiten können. Als Schreiner*in, Bankangestellte*r, Straßenmusiker*in oder Elektroniker*in. Der verdiente Lohn der Währung „EuPu“ wird dann verwendet, um sich sein Mittagessen zu kaufen oder einer Zirkusvorstellung zuzuschauen. 

Schaltzentrale der Kinderstadt

Inzwischen sind alle Kinder in der Turnhalle angekommen und warten darauf, bis die erste Bürgerversammlung beginnt. Ich stehe mit einigen anderen Betreuer*innen auf der Bühne, um das Puzzleheim-Lied anzustimmen. Manche Kinder können direkt mitsingen, weil sie bei der letzten Spielstadt vor zwei Jahren schon einmal dabei waren. Anderen wird ein Liedheft gezeigt, welches sie noch sehr zögerlich öffnen. Für mich ist das keine neue Situation, aber doch eine besondere. Zweimal war ich selbst als Kind bei diesem Projekt dabei. In diesem Jahr bin ich zum vierten Mal Betreuer und gehöre damit eher zur Minderheit der „alten Hasen“, wobei es auch einzelne gibt, die schon viel länger dabei sind. 

Das Wort „Kinderfreizeit“ würde nicht ansatzweise ausreichend beschreiben, worum es hier geht. Die Kinder bilden ihre eigene Stadt, mit allem, was dazugehört. Es gibt Konflikte, bauliche Veränderungen und auch Wahlen. Als Teilnehmer wurde ich 2016 und 2017 selbst zum Bürgermeister der Kinder gewählt. In der Betreuerfunktion bin ich mittlerweile – natürlich – auch im Rathaus und unter anderem dafür zuständig, die kleinen Antwärter*innen auf den Bürgermeister*innenposten für ihre große Wahlkampfrede zu coachen. 

Das Rathaus – untergebracht in einem Klassenzimmer – ist das Zentrum der Spielstadt. Hier läuft alles zusammen. Neben den Bewerbungen für die Bürgermeister*innenwahl findet man hier auch ein Fundbüro, wo sich bereits am ersten Tag verlorene Trinkflaschen und Sonnenhüte stapeln, ein Standesamt, in dem die Kinder bei Bedarf den Bund der Ehe schließen können, und gegenüber, das Arbeitsamt. Hier suchen sich die Kinder morgens ihren Job, den sie im Stundentakt bedarfsweise wechseln können, um möglichst viel Neues kennenzulernen. Der einzige Unterschied zu einer echten Stadt: Gehalt bekommt man in jedem Beruf gleich viel. 15 EuPu pro Stunde, wobei ein EuPu Bankgebühr und vier EuPu Steuern sind. Aus diesen Steuergeldern kann der Gemeinderat neue Projekte starten. 

Nach dem Mittagessen haben sich acht Kandidierende unterschiedlichsten Alters gefunden. Ich spreche mit ihnen darüber, was sie verändern wollen. Manche Illusion muss ich ihnen ausreden: Eine Polizei wollen wir hier nicht einführen. Dafür ist die Kinderstadt einfach zu friedlich. Es ist jetzt 14.00 Uhr und auch alle anderen Kinder sind längst im Stadtgeschehen angekommen. Teilweise haben sie schon zwei- oder dreimal den Job gewechselt. Der morgens noch verlassene Pausenhof ist zu einem lebendigen Stadtkern geworden. 

Um 15.00 Uhr ist der erste Tag zu Ende und die Kinder gehen nach Hause. Während wir im 60-köpfigen Betreuerteam unsere Nachbesprechung abhalten, weiß ich ganz genau, was den acht Bürgermeisterkandidat*innen durch den Kopf geht: Wie wird das wohl morgen? Ob ich es schaffe? Was, wenn die anderen viel bessere Ideen haben? Ich kenne dieses Gefühl. Mit den vielen Eindrücken des ersten Tages saß ich damals abends zu Hause und habe meine Rede nochmal umgeschrieben, weil ich unbedingt gewählt werden wollte.

Vom Kinder-Schulze in die echte Politik

Bei mir hat es damals geklappt. Voller Stolz konnte ich mich Bürgermeister nennen. Ich erinnere mich gut an meine Zeit als Teilnehmer. Natürlich wusste ich schon damals, dass es ein Spiel ist, aber trotzdem konnte ich reale Dinge verändern. Die Getränkepreise habe ich damals gesenkt. Ein Dauerthema unter Puzzlebürgermeister*innen. Was ich nicht ahnte: Bei mir hat der Erfolg in der Kinderstadt noch einige weitere Konsequenzen mit sich gebracht. Zwei Jahre nach meiner Wahl zum Puzzleheimer Bürgermeister hätte der Stadtjugendring in den Sommerferien laut regulärem Turnus eigentlich wieder Puzzleheim veranstaltet. Von Seiten der Stadt Pforzheim haben damals Zuschüsse gefehlt. Für viele Kinder standen die Sommerferien auf der Kippe und für mich mein schulisches Sozialpraktikum, denn in diesem Jahr hätte ich eigentlich zum ersten Mal als Betreuer in Puzzleheim mitgewirkt. Also habe ich einen Brief an den echten Oberbürgermeister geschrieben, um meiner Forderung Ausdruck zu verleihen: Puzzleheim muss stattfinden. Die Tatsache, dass ein damals 13-Jähriger sich bei einer richtigen politischen Entscheidung einmischt, hat in der Lokalpresse große Wellen geschlagen. In diesem Jahr gab es dann trotzdem kein Puzzleheim. Es entstand aber eine Debatte darüber ob das Projekt künftig nicht vielleicht sogar jährlich stattfinden könnte. Ich bekam Unterstützung von zwei Pforzheimer Jugendgemeinderäten und habe kurze Zeit später selbst als Jugendgemeinderat kandidiert. Diesem Gremium gehöre ich mittlerweile acht Jahre an und bin dessen Vorsitzender. Hier beschäftige ich mich mit der echten Stadtpolitik Pforzheims. Von Bäderneubau, über Fahrradwege bis hin zu Gewerbesteuer. Ob es ohne Puzzleheim so weit gekommen wäre? Wohl kaum. 

 

Der Einsatz für Puzzleheim ging bei mir damals über die Sommerferien hinaus, wie die Pforzheimer Zeitung in ihrem Jahresrückblick berichtet.

Foto: Leon Meyer

Der Einsatz für Puzzleheim ging bei mir damals über die Sommerferien hinaus, wie die Pforzheimer Zeitung in ihrem Jahresrückblick berichtet.

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Zurück zur aktuellen Wahl in der Stadt der Kinder: Am Dienstagmorgen ist es so weit, die Kandidierenden stellen sich vor. Alle bekommen großen Applaus, niemand fällt wirklich als ungeeignet auf. Gerade die jüngeren Kandidierenden bekommen von der gutmütigen Menge an Kindern großen Unterstützungsjubel. Mich freut das. Nach dem Mittagessen haben ca. 180 von 250 Kindern ihr Kreuz gemacht. Eine Quote, von der man in der Erwachsenenwelt nur träumen kann. Die Mehrheit der Stimmen holt am Ende eine 13-Jährige. Im Betreuerteam entscheiden wir kurzerhand, dass alle acht Kandidierenden den Gemeinderat bilden sollen. Das Ranking liegt wirklich nah beieinander. Da wäre es pädagogisch nicht richtig, einigen das Mitreden zu verwehren. 

In der ersten Gemeinderatssitzung nehmen sich die Kinder einiges vor. Eis für alle soll es zum Beispiel geben und das für nur einen EuPu. Meine Aufgabe wird es jetzt sein, den Kindern klarzumachen, was sie nicht umsetzen können und sie trotzdem zu motivieren, für ihre Anliegen zu kämpfen. Noch viereinhalb Tage bleiben dafür, denn in der nächsten Woche werden ein neuer Gemeinderat und Bürgermeister*in gewählt. 

„Wir wollen kein Elite-Projekt sein“

Von Anfang an gehört Robin Schneider zum Organisationsteam von Puzzleheim. Er war damals maßgeblich an der Idee beteiligt, als sich der Stadtjugendring eine neue Struktur gab und in verschiedenen Bundesländern erste Kinderspielstädte ausprobiert wurden. Ich frage ihn, ob ein Ferienprojekt wie dieses Demokratieförderung ist. „Ja“, sagt er, „weil die Kinder hier ins Erleben kommen, wie Einflussnahme funktioniert“. Er weiß aber auch: „Da gehört noch mehr dazu, auch in der Schule müsste das eine größere Rolle spielen“. Zur Wahrheit gehört, dass von Puzzleheim zwar 250 Kinder aus der ganzen Stadt profitieren, diese aber immer noch ein kleiner Bruchteil aller Kinder bleiben. Und: Puzzleheim kostet Geld. 215€ kann sich nicht jede Familie leisten. Natürlich müssen die Stoffe in der Schneiderei, genauso wie die Laptops und 3D-Drucker im Medienzentrum, irgendwie bezahlt werden. Aber Robin Schneider stört sich schon länger daran, dass dadurch nicht wirklich jedes Kind mitmachen kann. „Wir wollen kein Elite-Projekt sein“, sagt er mir. Umso gelöster wird sein Gesichtsausdruck, als er mir erklärt, dass dieses Jahr immerhin 50 Plätze durch eine Stiftung gefördert würden. 

In unserem Gespräch sickert immer wieder durch, dass Kinder in Puzzleheim Erfahrungen machen, die sie sonst nicht bekommen, um sie ein Stück weit aufs Leben vorbereiten. Der Umgang mit Geld ist so ein Thema. Wer direkt in den ersten Tagen alles für Exponate aus dem Schmuckatelier raushaut, könnte irgendwann Schwierigkeiten bekommen das Mittagessen zu bezahlen. Auch wer durchgängig am Fußballspielen ist und nicht arbeitet, muss schauen, wie er an die nötigen EuPus kommt. Manche machen diese Erfahrung hier tatsächlich zum ersten Mal. Andere planen akribisch ihre Ausgaben und legen sich ein Sparbuch an. Verhungert ist in Puzzleheim noch niemand, denn im Zweifel bekommt man natürlich auch so ein Mittagessen. Aber manch eine Aussage der Kinder erinnert doch stark an den Ernst des Lebens. Ich gehe bewusst auf Kinder zu, mit denen ich bisher noch nicht gesprochen habe, um zu erfahren, wie sie die Spielstadt erleben. „Ich muss jetzt schauen, wo ich bleibe“, sagt mir eine Neunjährige. Sie sei bereits im Zirkus und beim Sportwettbewerb gewesen. Für den Rest des Tages brauche sie dringend einen Job, sonst wird's eng. Ich muss schmunzeln und bin doch beeindruckt, wie reflektiert das Mädchen ist. Welche Kinder hier nur mit Förderung der Stiftung teilnehmen können, ist nicht spürbar. Ich erlebe Kinder, die alle ähnliche „Probleme“ haben und gleich viel Spaß bei ihrer „Arbeit“. 

„Ich finde arbeiten toll.“

Die meisten Betreuer*innen in Puzzleheim sind Freiwillige. Viele von ihnen waren wie ich früher selbst Teilnehmer*innen. Das fünfköpfige Kernteam um Robin Schneider arbeitet fest beim Stadtjugendring und ist neben weiteren Ferienprojekten mit einem mobilen Spieleangebot in der Stadt unterwegs. Einige Betreuer*innen sind normalerweise in einem Handwerksberuf tätig, für den sie nun zwei Wochen den jüngsten Nachwuchs begeistern dürfen. Die handwerklichen Tätigkeiten sind bei den Kindern auch besonders beliebt. Emma (10) erzählt mir mit großen Augen: „Am liebsten arbeite ich in der Seifenkiste, weil ich es mag Dinge selbst herzustellen und Seife kann man immer brauchen." Sie ahnt wohl kaum, wie groß der Mangel an qualifizierten Fachkräften im Handwerk außerhalb von Puzzleheim ist. Mit Selina (9) komme ich darüber ins Gespräch, ob Puzzleheim eine Vorbereitung fürs Leben ist. „Ja ist es, weil es ist ja so ein bisschen wie echtes Leben", meint sie, bevor ihre Freundin Mathilda (10) sie unterbricht. Sie sagt: „Wir können arbeiten, wir können Geld verdienen, wie in echt. Ich finde arbeiten richtig toll. Blöd ist nur, wenn man keinen Platz bekommt". 

 

Der EuPu ist in Puzzleheim dass einzige zugelassene Zahlungsmittel. Auf den Banknoten sind historische Persönlichkeiten aus der Spielstadt abgebildet.

Foto: Leon Meyer

Der EuPu ist in Puzzleheim dass einzige zugelassene Zahlungsmittel. Auf den Banknoten sind historische Persönlichkeiten aus der Spielstadt abgebildet.

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In Baden-Württemberg sind Spielstädte keine Seltenheit mehr. In Stuttgart gibt es „Stutengarten", „Awopolis" ist der Name in Heilbronn, Calw macht „Mini Calw" und da sind noch einige mehr. Jede davon ist ein bisschen anders. 

Wahlversprechen-Bingo

Mittwochmorgen in Puzzleheim. Die Puzzleheimer Zeitung klopft an und erkundigt sich nach den aktuellen Tätigkeiten des Gemeinderats. „Noch sind wir nicht öffentlich", muss ich die Kinder vertrösten. Ich sichere ihnen aber zu, die Bürgermeisterin vorbeizuschicken, sobald es etwas Handfestes gibt. Am Nachmittag steht dann eine Reihe von Beschlüssen fest: Bei der Schreinerei wird eine Ideen-Box in Auftrag gegeben, der Preis fürs Mittagessen wird um einen EuPu gesenkt und bei Hochzeiten gibt es keine Steuererleichterungen. Das Thema Eis für alle Bürger*innen zum Preis von einem EuPU ist aber noch offen. Die Bürgermeisterin und ihre Gemeinderät*innen wollen es unbedingt umsetzen. Ich verstehe das gut. Zu meiner Zeit wollte ich auch keine Versprechen offen lassen. Aber woher so schnell 250 Eis bekommen? Schon heute gibt es 35 Grad Celsius in der Stadt der Kinder und die nächsten Tage soll es nicht viel kühler werden. Da ist Eis schon das richtige Gegenmittel. Andererseits wollen wir in Puzzleheim den Kindern auch den Wert von Nachhaltigkeit und gesundem Umgang mit Ressourcen näherbringen. Da sind kiloweise Wassereis, verpackt in Einwegplastik, nicht gerade vorbildlich. 

In der Redaktion der Puzzleheimer Zeitung hat man einen scharfen Blick auf die Arbeit des Gemeinderates.

Foto: Leon Meyer

In der Redaktion der Puzzleheimer Zeitung hat man einen scharfen Blick auf die Arbeit des Gemeinderates.

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Zur selben Zeit wird in der Puzzleheimer Zeitung gelayoutet. Bilder werden wild von links nach rechts verschoben. Der Text mal größer, mal kleiner. Wer weiß, was heute noch passiert und wie viel Platz noch gebraucht wird. Die Gemeinderatsbeschlüsse sind nun eingefügt. Für die Sache mit dem Eis wird noch ein kleines Fenster offengehalten. 

Es ist Freitag, die Hitze steht über der Puzzlestadt und Abkühlung ist im Anmarsch. Der Gemeinderat hat es geschafft. Ein Deal mit der Speisemanufaktur, dass sie alle acht selbst mitanpacken und das Eis herstellen, hat am Ende funktioniert. Das Versprechen wurde eingelöst. Noch heute werden wir im Rathaus eine Bewerbungsliste starten für die nächste Wahl am Montag. Bis dahin sind es andere Kinder, die zuhause sitzen und sich überlegen, ob sie wohl gewählt werden. Die Stadt schließt ihre Tore, bevor es am Montag nochmal von vorne losgeht. Als die Kinder durch das Tor nach draußen rennen, denke ich mir: Die Erwachsenen-Städte müssten sich ein Puzzleteil abschneiden von der Stadt der Kinder. Es könnte doch alles so einfach sein.

Hinweis: Zur Kinderspielstadt Puzzleheim habe ich eine persönliche Beziehung. Robin Schneider und viele andere aus dem Betreuer*innen-Team kenne ich seit mehreren Jahren.