Generation Z 3 Minuten

Generation Z und der Glaube an Gott

Christival 2022
Das größte christliche Festival in Deutschland (Christival) wurde 2022 von 13.000 Menschen besucht. | Quelle: Sarah Dodds
04. März 2024

Sie sind faul, unorganisiert und haben vom Leben noch nichts verstanden. Das und vieles mehr muss sich die Generation Z immer wieder von der Gesellschaft anhören. Aber wie tickt diese Generation? Was bewegt und beschäftigt sie? In dieser Kolumne widme ich mich der Generation Z und den großen Fragen des Lebens.
 

Zu der Generation Z gehören die, die zwischen den Jahren 1995 und 2010 geboren wurden. 

 

Quelle: Simon Schnetzter 

„Amen Bruder ist kein Ding,“ sagen zumindest die O’Bros in ihrem neuen Song „Amen Bruder“. Die Brüder Alex und Maxi rappen über ihren persönlichen Glauben und über die Botschaften der Bibel. Damit erreichen sie zahlreiche Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland. Ihre letzte Tour im Herbst war vollständig ausverkauft. Die Nachfrage in Stuttgart war sogar so groß, dass sie ein weiteres Konzert gaben. 

Widerspricht sich das nicht ein bisschen? Die Zahl der Menschen, die aus der Kirche austreten, nimmt Jahr für Jahr zu. Laut der DBK (Deutsche Bischofskonferenz ) und der EKD (Evangelische Kirche Deutschland) gab es im Jahr 2022 einen neuen Rekordwert an Kirchenaustritten. So sind in nur einem Jahr rund 380.000 Personen aus der evangelischen und 522.820 Personen aus der katholischen Kirche ausgetreten. Gleichzeitig steigen aber auch die Followerzahlen von christlichen Content Creator*innen. Ein gutes Beispiel dafür ist die junge Ärztin und Speakerin Jana Highholder. Jana hat mit christlichen Poetry Slams angefangen. Mit ihrem YouTube Account „Jana glaubt“, erzielte sie anfangs nur ein paar tausende Aufrufe. Heute hat sie auf Instagram 38.200 Follower. Die Events, auf denen sie spricht, sind meist Wochen vorher ausverkauft.

Besonders in der Musikbranche finden christliche Texte Anklang. Den O’Bros folgen 87.400 Menschen auf Instagram. Im September 2023 belegte ihr neustes Album, „Underrated“ den zweiten Platz der Deutschen-Album-Charts.

Aber warum? Generation Z ist doch die Generation, die nichts von Traditionen und veralteten Glaubensmustern hält. Sie sind die Generation der Innovation. Wie kann sich eine Generation, die sich neu definiert also an einen Gott binden, der seine Einstellungen, Gebote und Werte laut der Bibel nie ändert? 

Menschen brauchen einen Rahmen. Etwas woran sie sich halten können, wenn das Leben aus ihrer Kontrolle gerät. Gerade in der Kindheit und der Jugend ist ein solcher Rahmen besonders wichtig. Eine Routine, feste Regeln, aber auch ein Ort, an den sie sich mit ihren Sorgen und Zweifeln wenden können. Das sind Dinge, die der Glaube beziehungsweise eine Glaubensgemeinschaft bieten kann und von vorherigen Generationen vermehrt genutzt wurde. 

Heute erfahren Kinder und Jugendliche nicht mehr viel über die Angebote der Kirche. Das liegt daran, dass die junge Generation sich ihre Informationen aus den Sozialen Netzwerken holt. Und die Kirche in Bezug auf Medien so zeitgemäß ist wie die Deutsche Bahn pünktlich. Nämlich gar nicht. 

Genau da kommen die christlichen Influencer*innen ins Spiel. Sie sind da, wo die Generation Z ist. Auf Instagram, TikTok und YouTube. Sie machen christliche Musik mit modernen Beats und Jugendsprache. Sie erklären die Botschaften der Bibel verständlich und greifen die Fragen der Generation Z auf. Fragen nach Identität, Leben und Beziehung. Fragen, die man sich vielleicht nicht traut Pastor*innen oder Priester zu fragen.

Zum Beispiel: 

- Wäre Jesus heute Vegetarier? 

- Was ist meine Identität vor Gott?

- An welchen Demos würde Jesus teilnehmen? 

So wie es aussieht, ist die junge Generation nicht, nicht am Glauben und an Gott interessiert. Vielleicht hat sie einfach keine Lust an einem Sonntag in einer uralten, unbeheizten Kirche neben Menschen zu sitzen, die so alt sind wie das Gebäude selbst. Und wer kann es der Generation Z verübeln? Wenn es die Möglichkeit gibt, moderne Predigten auch online zu schauen, auf christliche Konzerte und Festivals zu gehen, wo tausende junge Christen aufeinandertreffen. Das größte christliche Festival (Christival) in Deutschland hatte 2022 knapp 13.000 Gästen im Alter von 14 bis 24 Jahre.

Generation Z hat keinen Bock auf Gott? – Kann man so nicht sagen. Die Landeskirchen verlieren durch ihre Unfähigkeit, sich neu aufzustellen einfach an Attraktivität.

In ihrem Song „Underrated“ singen die O’Bros: „Glaube ist kein Relikt der Vergangenheit, sondern Fundament für die Future.“ – Ob sich das bewahrheitet, wird die Zukunft zeigen. Bis dahin sollten sich die Landeskirchen was einfallen lassen und das schnell. Die Generation Z ist nicht dafür bekannt geduldig zu sein. 

 

Eine weitere Folge der Kolumne Generation Z und...findet ihr hier