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Gefangen im Netz

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Der Neon-Schriftzug von Trapped Inside erhellt die vor der Attraktion wartenden Besucher*innen | Bild: Emmanouil Angelakis, Sinan Korkmaz

Social Media Gefangen im Netz

Der Neon-Schriftzug von Trapped Inside erhellt die vor der Attraktion wartenden Besucher*innen | Bild: Emmanouil Angelakis, Sinan Korkmaz
 

04 Jul 2022

„Bin ich süchtig nach Social Media?“ Diese Frage stellen sich viele, wenn sie sich nach mehreren Stunden noch vor dem Handy finden. Mediensucht und Reizüberflutung – „Trapped Inside“, ein Projekt von Studierenden, stellt diese Themen auf visuelle und auditive Weise dar.

Emmanouil Angelakis

Crossmedia-Redaktion / Public Relations
seit Sommersemester 2022
Social MediaKulturSport

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Sinan Korkmaz

Crossmedia-Redaktion/Public Relations
seit Sommersemester 2022
GesellschaftKunst & Kultur

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Empfangen von einem Touchscreen, begibt man sich nach der Eingabe von einer der drei Kategorien (Trends, Comedy, Tiere) in einen schwarzen Tunnel, der zu der interaktiven Rauminstallation „Trapped Inside“ führt. Das unter der Leitung von Ursula Drees, Steffen Mühlhöfer und Nadja Weber stehende Team hält den Besucher*innen der MediaNight an der Hochschule der Medien die Realität vor Augen: Medien wirken wie eine Droge. „Wir alle sind viel zu oft und lange auf sozialen Medien wie TikTok und lassen uns bespielen“, so Yannic Häberer, Mitwirkender von Trapped Inside.  Das Projekt soll davon überzeugen, dass man nur einen Off-Button davon entfernt ist, den Medienkonsum einzuschränken.

Das Herzstück der Installation ist ein Raum mit zwei kreisförmig angeordneten Monitoren. Diese zeigen eine Flut an Instagram- und TikTok-Videos, die als sehr kleine Kacheln an- und untereinander gereiht sind. Dadurch wird zwar der durch soziale Netzwerke hervorgerufene Effekt der Reizüberflutung übermittelt, kann jedoch als verwirrend vom Rezipienten empfunden werden, da nicht klar ersichtlich ist, um welche der drei wählbaren Kategorien vom Anfang es sich handelt. Positiv stechen die Audiosequenzen heraus, welche eine Mischung aus Tiersounds, Liedern und Menschenstimmen sind.  Sie alle sollen eine Überforderung der Sinne hervorrufen. Die zusätzliche Dunkelheit schafft eine bedrohlich-erdrückende Atmosphäre und repräsentiert die Isolation durch soziale Medien.

Im Inneren der Rauminstallation | Bild: Frederic Wandersleb
„Wir möchten ein stärkeres Bewusstsein für den exzessiven Umgang und Konsum mit den sozialen Medien beim Rezipienten erzeugen.“ – Trapped-Inside-Team

Die Installation bietet einen Vorschlag, sich aus der Abhängigkeit von Social Media zu befreien, wenn auch nur in vereinfachter Variante. Mit dem Drücken eines grünen Ausschaltknopfs werden die Monitore abgeschaltet. Es ertönt eine laute Stimme: „Herzlichen Glückwunsch. Du bist deiner Mediensucht entkommen“.

Mit diesen Worten wird das eigene mediale Suchtverhalten zwar nicht aufgehoben, allerdings schaffen sie Raum, um diese Erfahrung auf den individuellen Umgang mit Medien zu beziehen. Der Installation gelingt es, ein ernstes Thema auf spielerische Weise anzusprechen und den Medienkonsum infrage zu stellen.

Trapped Inside war am 30. Juni 2022 auf der MediaNight an der Hochschule der Medien zu finden. Auch in Zukunft kann man sich auf ähnliche Projekte in Kooperation von Event Media und Studiengängen wie etwa Audiovisuelle Medien oder Medieninformatik freuen.