Kultur&Gesellschaft

Besser Leben
Die Suche nach dem Glück

Sonnenuntergänge, eine der natürlichen Freuden | Bild: Henrik Barth

Besser Leben Die Suche nach dem Glück

Sonnenuntergänge, eine der natürlichen Freuden | Bild: Henrik Barth
 

21 Jan 2023

„Sie lebten Glücklich und Zufrieden bis an ihr Lebensende.“ Wie auch im Märchen, wünschen wir uns ein glückliches und zufriedenes Leben. Wir schauen uns an, was Glücklichsein allgemein bedeutet und in unserem Podcast hören wir uns an, was Gen Z zum Glücklichsein sagt.

Jokë Marleen Kuck


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Henrik Barth

Crossmedia Publishing & Management
seit 2022
Geschlechterrollen, Sexualität und DiversitätPhilosophieSport

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Die aktuelle Welt gleicht einem dystopischen Roman. Kriege, Inflation, steigende Wohnungs- und Lebensunterhaltskosten, flüchtende Menschen und obendrein noch der Klimawandel und eine schwelende Unzufriedenheit in der Gesellschaft. Jeden Tag werden wir mit negativen Schlagzeilen konfrontiert. Besonders für die junge Generation ist dies äußerst belastend. Gleichzeitig versuchen wir aber, neben all dem Chaos in der Welt, unseren eigenen, privaten Weg zu gehen, eigene Ziele zu verfolgen und vielleicht auch das eigene Glück zu finden. Doch wie finden wir Glück? Wie sieht Glück aus und ist es überhaupt etwas, das wir finden können? Was bedeutet es, glücklich zu sein?

Mag man es nun als Glück oder Zufriedenheit bezeichnen, immer geht es um ein positives Gefühl, um ein allgemeines Wohlbefinden. Glück ist eher ein kurzlebiges Gefühl und häufig in Bezug auf Dinge, die über die eigene Person hinausgehen. Zufriedenheit dagegen ist ein Zustand. Dieser kommt von innen und ist langlebiger, stabiler und grundlegender als Glück.

Glück und Zufriedenheit sind sehr individuell. Sie sind abhängig von Wünschen, Interessen und dem sozialen Umfeld. Es ist also nahezu unmöglich, eine allgemeingültige Aussage über das Glücklichsein zu treffen. Trotzdem gibt es in der Psychologie und der Philosophie verschiedene Ansätze, die versuchen zu erklären, was Glück und Zufriedenheit ausmacht.

Was sagen die Philosophen zum Glücklichsein?

Schon ca. 350 Jahre vor Christus sah der griechische Universalgelehrte Aristoteles Glück und Zufriedenheit in engen zwischenmenschlichen Beziehungen. Für ihn war Freundschaft unerlässlich für ein glückliches und erfülltes Leben. Seiner Meinung nach sei es Freundschaft, die Gemeinschaften zusammenhalte und Trost und Zuflucht biete, wenn einem etwas schlimmes widerfährt.

Erfreut man sich an natürlichen Freuden, gibt es eine Vielzahl an Gelegenheiten, Freude und Glück zu empfinden. – frei nach Epikur (341 bis 270 v. Chr)

Dagegen sieht Epikur, ein weiterer griechischer Philosoph, Glück in der körperlichen Gesundheit und der seelischen Ruhe. Für ihn geht es darum, uns bei jeder Entscheidung, die wir treffen, die Frage zu stellen, wie sich diese auf unsere seelische und körperliche Gesundheit auswirkt. Außerdem empfiehlt er natürliche Freuden den künstlichen Freuden vorzuziehen. Der Grund dafür ist ganz einfach: es gibt sie häufiger. Natürliche Freuden, wie die Betrachtung eines Sonnenuntergangs, lange Waldspaziergänge oder Zeit mit den Liebsten zu verbringen, kommen viel häufiger vor als künstliche Freuden wie Reichtum, Macht, Ansehen oder Ruhm. Diese zu erreichen ist viel schwerer und führt viel wahrscheinlicher dazu, enttäuscht zu werden. Erfreut man sich aber an natürlichen Freuden, gibt es eine Vielzahl an Gelegenheiten, Freude und Glück zu empfinden.

Ein psychologischer Blick auf das Glücklichsein

Genauso wie Epikur, zählt auch der amerikanische Psychologe David G. Myers Gesundheit zu den wichtigsten Faktoren für Glück. Dazu zählt er einen fitten und gesunden Körper, ausreichend Freizeit und genügend Ruhepausen. Außerdem ist er der Meinung, dass ein positives Selbstbild und das Gefühl, das eigene Leben im Griff zu haben, wichtig für die eigene Zufriedenheit sind. David G. Myers stellt außerdem fest, dass es für den Menschen wichtig ist, einer herausfordernden und sinnvollen Arbeit nachzugehen. Diese gibt den Menschen eine Aufgabe und einen Zweck, was wiederum dafür sorgt, dass wir zufriedener sind.

Genauso wie Aristoteles weist Myers auf die Bedeutung von zwischenmenschlichen Beziehungen hin. Offen auf neue soziale Kontakte zuzugehen und am Gemeindeleben teilzunehmen, gehören für ihn zu einem glücklichen Leben dazu. Auch der jährlich erscheinende World Happiness Report belegt, dass Menschen, die in engen Beziehungen leben, gesünder und glücklicher sind als andere. Mit Beziehungen sind hier allerdings nicht nur romantische Beziehungen gemeint, sondern auch Beziehungen, die wir mit Freund*innen und Familienangehörigen haben.

Um herauszufinden, was die Menschen in unserer Generation, den Gen Zs glücklich macht, haben wir einige Freunde befragt. Die große Mehrheit nannte Freunde, Familie oder große (Sport-)Veranstaltungen, bei denen ein Gefühl der Zusammengehörigkeit aufkommt. Weiter waren es meist einfache, natürliche Dinge, wie auch bei Epikur, die ein Gefühl von Glück auslösen. Dazu gehören zum Beispiel: Essen, Zeit in der Natur, neue Erfahrungen zu machen oder etwas Neues zu lernen. Diese Meinungen und weitere positive Eindrücke zum Glücklichsein findet ihr auch in unserem Podcast.