Straßenbauerin 12 Minuten

Jannes Alltag zwischen Männern und Maschinen

Für Janne (17) gehört das Fahren im Bagger zum Alltag auf der Baustelle
Seit einem Jahr macht Janne (17) ihre Ausbildung zur Straßenbauerin im Familienbetrieb. | Quelle: Sabeth Wollinger
03. Juli 2026

Janne arbeitet in einem der unbeliebtesten Frauenberufe. Bagger fahren, Asphaltieren und Schaufeln gehören zu ihrem Alltag – wie der aussieht und wie sie sich in der Männerdomäne Straßenbau behauptet, lest ihr hier.

Pünktlich um 7:00 Uhr schließt Janne die Garage auf. Ihr Arbeitsweg ist kurz, denn die Straßenbaufirma ihres Vaters Hans-Peter befindet sich nur ein Stockwerk unter der Familienwohnung. Nach einer kurzen Besprechung bereiten Janne und ihre fünf Kollegen alles für den Tag vor. Bagger, Meißel und Bordsteinkanten werden aufgeladen und es geht los zur ersten Baustelle. Nach der langersehnten Mittagspause gibt es an der zweiten Baustelle des Tages schon mehr Komplikationen und es läuft nicht alles nach Plan – Alltag im Straßenbau. 

Um 16:30 Uhr ist dann endlich Feierabend und für Janne geht es zurück nach Hause. „Ich bin schon müde, ich merk' auch abends, was ich geschafft hab”, erzählt sie. Wertschätzung für ihren Beruf? Häufig Fehlanzeige. Auch Jannes Vater erzählt uns, dass er herablassende Blicke erntet, wenn er sich mit seiner Arbeitskleidung in der Öffentlichkeit zeigt: „Die Branche muss sich dahingehend ändern, dass man die Akzeptanz von der Gesellschaft erfährt.” Besonders als Frau bekommt Janne viele Kommentare zu hören: sei es, dass sie zu zierlich sei oder Frauen nicht auf den Bau gehören. Trotzdem kann sie sich keine schönere Arbeit vorstellen: „Ich lieb' mein Beruf”. 

Auch Yvonne arbeitet in der Baubranche. Seit 7 Jahren arbeitet Sie schon im Schotterwerk: 

Yvonne Röschel arbeitet im Schotterwerk in Erkenbrechtsweiler | Quelle: Anni Gebhard

Im gesamten Bauhauptgewerbe liegt der Frauenateil 2023 bei 14%. Im Straßen- und Asphaltbau sind lediglich 1,9% der Beschäftigten weiblich.