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Umwelt&Innovation

Pfand von Morgen
RECUPituliert

Ist der RECUP die Mehrweglösung für eine nachhaltigere Zukunft? | Bild: Zoë Jentz

Pfand von Morgen RECUPituliert

Ist der RECUP die Mehrweglösung für eine nachhaltigere Zukunft? | Bild: Zoë Jentz
 

12 May 2022

Kaufen, trinken, wegschmeißen: Beim Kaffee unterwegs muss es schnell gehen. Doch Einwegpappbecher verursachen jährlich viel (unnötigen) Müll. Genau deswegen wurde von RECUP ein Mehrweg-Pfand-System entwickelt. Ein Bericht über das Unternehmen und wie es in Stuttgart ankommt.

Zoë Jentz

Medienwirtschaft
seit Wintersemester 2019

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2,8 Milliarden To-Go-Einwegbecher. So viel verbrauchen die Deutschen jährlich – Müll, der vermieden werden kann. Die RECUP GmbH hat seit 2016 die Mission, durch ihr Pfand-Mehrweg-System die Einwegprodukte des Alltags abzulösen. Was mit einem kleinen Pilotprojekt startete, arbeitet mittlerweile mit 10.600 Partner*innen in Deutschland zusammen, davon circa 150 aktuell in Stuttgart. Der Aufwand für die Partner*innen ist relativ gering: Gastronom*innen zahlen monatlich zwischen 25 bis 45 Euro an das Unternehmen für die Finanzierung von Produktion, Logistik und das Bewerben der Behälter. Zusätzlich stellen die Partner*innen die Pfandgebühr, welche vollständig an die Konsument*innen weitergegeben wird.

Doch wie kommt RECUP bei Menschen verschiedener Generationen überhaupt an?

Anna Linda, 20 Jahre alt, Herrenmaßschneiderin in der Ausbildung | Bild: Zoë Jentz
Niko, 25, Student Medienwirtschaft an der HdM | Bild: Zoë Jentz
Fjolla, 22, Studentin Medienwirtschaft an der HdM | Bild: Zoë Jentz
Tanja, 52, Referentin Marketing | Bild: Tanja Jentz
Julian, 21, Mediengestalter in der Ausbildung | Bild: Julian Gilbert
Nadine, 31, Senior Corporate Art Director | Bild: Nadine Merkel

Niko (25) und Fjolla (22) studieren beide an der Hochschule der Medien und betonen die hohe Präsenz des RECUPs im Rahmen der Cafeteria. Fjolla nutzt seit dem Start des Semesters ihren RECUP als treuen Begleiter für die Uni – tauscht diesen allerdings nicht um, sondern spült ihn selbstständig zu Hause. Niko findet das Konzept zwar gut, nutzt es aber nicht, weil es für ihn als Nicht-Kaffeetrinker keine Relevanz hat.

Ähnlich geht es auch Linda (20): Wenn sie im Alltag einen Behälter braucht, greift sie direkt auf eine herkömmliche Tasse zurück. Anders geht es Tanja (52) und Nadine (31), die in ihrer Freizeit regelmäßig einen RECUP nutzen. Tanja hat immer einen griffbereit in ihrer Tasche verstaut, um das Angebot auch dann nutzen zu können, wenn RECUP gar nicht angeboten wird.

Das System hat natürlich auch Nachteile: Der Becher wird oft nicht direkt wieder abgegeben, sondern vielmehr wird ein Becher gekauft und behalten. Das bedeutet aber auch, dass sich bei vielen die Becher zu Hause ansammeln und somit der Tauschgedanke des Systems verloren geht.

RECUP – Eine nachhaltige Lösung?

Ein nachhaltiges Konzept mit einem Plastikbecher aufzubauen, kann auf den ersten Blick widersprüchlich wirken und diese Vermutung bestätigte sich auch im Laufe der Interviews.

Die RECUP Becher bestehen aus Polypropylen. Ein Material, das nach Angaben von RECUP im Allgäu produziert wird, tausend Mal verwendet werden und dann auch zu 100 Prozent recycelt werden kann. 2020 wurde RECUP mit dem Blauen Engel ausgezeichnet, als besonders ressourcenschonendes, umweltfreundliches Produkt. Damit ist das Unternehmen Vorreiter in Bezug auf Pfand-Mehrwegprodukte.

Polypropylen ist ein thermoplastischer Kunststoff, welcher zwar nicht biologisch abgebaut, aber recycelt werden kann. Das recycelte Material kann anschließend für andere Produkte verwendet werden, allerdings nicht mehr für die Lebensmittelindustrie.

Wie RECUP nach Stuttgart kam...

Die Stuttgarter Wirtschaftsförderung wählte RECUP im Jahr 2019 im Rahmen eines Wettbewerbs gemeinsam mit einer Fachjury für das Projekt “Sauberes Stuttgart” aus. Mit ihrem schlüssigen Konzept und dem bestehenden Kundenstamm konnten sie den Wettbewerb für sich entscheiden und somit wurde RECUP mit einer Fördersumme, Beratung und einer Marketingkampagne in Stuttgart unterstützt. Das Ziel, bis 2021 mindestens 100 lokale Partner*innen zu unterstützen, wurde mit 150 sogar übertroffen. Denn klar ist: Das System funktioniert nur dann richtig gut, wenn es flächendeckend umgesetzt wird.

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Die Interviewpartner*innen stammen aus dem Umfeld der Autorin. Die Befragung ist keine repräsentative Studie für das Konzept von RECUP.