„Oft funktioniert etwas nicht so perfekt wie man sich es vorstellt und man muss improvisieren.“
Matcha neu serviert: Ein Automat für das Trendgetränk
Hartes Arbeiten im Makerspace: Schwarze Glasplatten liegen chaotisch auf dem Tisch, auf dem Computer ist der Entwurf einer schwarzen Box zu sehen. Drei Studierende arbeiten hochkonzentriert, putzen die Platten, schleifen die Kanten und setzen Teil für Teil zusammen. Vor ihnen liegt Greeny – der Matcha-Automat, noch in Einzelteilen.
Meliha Demirdas, Michael Helaoui und Camilla Schlarbaum studieren Wirtschaftsingenieurwesen Medien. Im Zuge des Moduls Automatisierung im zweiten Semester lernen die Studierenden, einfache Alltagsabläufe zu automatisieren und das Gelernte praktisch umzusetzen. Melihas Liebe zu Matcha führte zu der Idee, Trend und Alltag in ihrem Projekt zu verbinden. Das Team waren schnell begeistert und machten sich sofort an die Arbeit. Warum nicht einen Automaten entwickeln, der Matcha auf Knopfdruck herstellt? Die Geburtsstunde von Greeny.
Was ist eigentlich Matcha?
Matcha ist fein gemahlener grüner Tee aus Japan. Anders als bei normalem Tee wird das ganze Blatt konsumiert, was ihm seinen kräftigen Geschmack, die grüne Farbe und viele Antioxidantien verleiht. Ein Matcha Latte besteht aus Matcha-Pulver, heißem Wasser und Milch und wird oft mit Sirup verfeinert. Besonders als Trendgetränk ist er in Cafés und auf Social Media beliebt, häufig als Alternative zu Kaffee.
Quelle: Matcha.de
Greeny soll den perfekten Matcha zubereiten. Ursprünglich war geplant, dass Matcha, Milch und Sirup automatisch in einen Becher gegeben werden. Schnell zeigte sich jedoch: Greeny stieß an seine Grenzen. “Gerade der Umgang mit Hitze und Aufschäumen im Gerät war um einiges aufwändiger und komplexer als gedacht“ erklärt Meliha. Laut Aussage des betreuenden Professors sei dies in der kurzen Projektzeit sogar unmöglich gewesen.
Doch davon ließ sich das Team nicht entmutigen. Meliha, Michael und Camilla mussten umdenken. Statt sich zu lange auf die komplexen Abläufe zu fokussieren, machen sie sich auf Lösungssuche. Nach intensivem Überlegen war klar: Der Matcha würde künftig außerhalb des Automaten von Hand gemixt werden. Das erleichterte die Arbeit des Teams sehr, da sie sich nur noch auf die Milch und den Sirup innerhalb des Automaten fokussieren mussten.
Eine der größten Schwierigkeiten war jedoch etwas anderes: die Zeitplanung. „Je näher die Deadline rückt, desto wichtiger ist die richtige Planung und Umsetzung“, sagt Meliha. Vor allem, weil es viele unvorhersehbare Probleme gab, die gelöst werden mussten: „Oft funktioniert etwas nicht so perfekt wie man sich es vorstellt und man muss improvisieren.“ Da die bestellten Acrylplatten etwas zu klein waren und der Platz zu eng wurde musste ein Teil des Automaten von innen nach außen verlagert werden. Auch das Gehäuse musste entsprechend angepasst werden.
So funktioniert Greeny
Greeny wird über einen Raspberry Pi, also einen Mini-Computer gesteuert. Ein Infrarot-Sensor erkennt, ob ein Becher untergestellt ist. Daraufhin kann man mit einem Drehregler den Sirup und die Milch auswählen, die dann über Pumpen automatisch dosiert in den Becher ausgegeben werden. Zum Schluss wird der separat angerührte Matcha hinzugefügt und formt somit den perfekten Matcha Latte.
Ende gut, Alles gut?
„Es war alles viel komplizierter als gedacht. Wir wurden ziemlich ins kalte Wasser geschmissen“, erzählt Camilla. Zu wenig Vorkenntnisse, zu wenig Zeit, dafür umso mehr Verantwortung. Doch genau daran wuchs das Team und meisterte Schritt für Schritt jede neue Herausforderung. Jetzt sind alle Teile zusammengesetzt, die Pumpen eingebaut und der Raspberry Pi programmiert. Greeny ist startklar.
Trotz aller Schwierigkeiten ist das Projekt einsatzbereit und wartet nur darauf, genutzt zu werden. Und wer weiß – vielleicht mixt er auch euch auf der MediaNight schon bald einen Matcha.