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Wahrnehmung
Ein Drogentrip ohne Nebenwirkungen

Die Steckvorrichtung ist eine Interaktionsschnittstelle und symbolisiert die Rezeptoren im Gehirn. | Bild: Jaqueline Fischer

Wahrnehmung Ein Drogentrip ohne Nebenwirkungen

Die Steckvorrichtung ist eine Interaktionsschnittstelle und symbolisiert die Rezeptoren im Gehirn. | Bild: Jaqueline Fischer
 

03 Jul 2021

Wie fühlt sich ein Trip auf halluzinogenen Drogen an? Die Meinungen zu bewusstseinserweiternden Substanzen sind gespalten. Mit dem Projekt [psyçoˈtroːp] – Shifted Reality wollen Studierende den Besuchern die Möglichkeit bieten, eine neue Sichtweise auf Halluzinogene zu gewinnen.

Sina Peller

Crossmedia-Redaktion / Public Relations
seit Sommersemester 2021
Sex & IdentitätGesellschaftSocial Media

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Vanessa Fass

Crossmedia-Redaktion / Public Relations
seit Sommersemester 2021
KulturForschung

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Wie sich halluzinogene Drogen auf die eigene Wahrnehmung auswirken, kann man erst nach der Einnahme solcher Substanzen erfahren. Die Möglichkeit einen Drogentrip auch ohne tatsächlichen Konsum zu erleben, haben neun Studierende aus dem Bachelor- und Masterstudiengang Audiovisuelle Medien und dem Studienfach Medienwirtschaft an der diesjährigen MediaNight am 01.07.2021 per YouTube Livestream angeboten. Im Rahmen des Moduls Eventmedia konstruierten sie in der Spielwiese der Hochschule der Medien eine interaktive Kuppel, in der Besucher*innen die visualisierte Wahrnehmungsänderung nach dem Konsum halluzinogener Substanzen miterleben konnten.

Kuppel symbolisiert menschliches Gehirn

Für eine realitätsgetreue Nachahmung haben die Projektmitglieder mehrere Konsumenten von Halluzinogenen befragt und ihre Sinneswahrnehmungen medial umgesetzt. Das Projekt hat in der 100 Quadratmeter großen Spielwiese im Untergeschoss der Hochschule der Medien stattgefunden. In diesem Raum haben die Projektmitglieder eine Kuppelinstallation mit unterschiedlich großen dreieckigen Projektionsfenstern angebracht. Symbolisieren sollte diese Kuppel das Gehirn eines Menschen, die darin installierten 18 leuchtenden Stränge bildeten die Interaktionsschnittstelle und stellten die Nervenzellen innerhalb des Gehirns dar. Am Ende dieser Stränge befanden sich kleine blütenförmige Flächen, welche die Endknöpfchen der Nervenzelle bildeten.

Der interaktive Erlebnisraum des Projektes „[psyçoˈtroːp] – Shifted Reality“. | | Bild: Jaqueline Fischer

Beim Betreten der Kuppelinstallation wurde zunächst ein kurzer Animationsfilm präsentiert. Danach wurde die Interaktionsschnittstelle aktiviert. Das Berühren eines Endknöpfchens dieser Schnittstelle löste die Übertragung eines Waldes auf die drei größeren Projektionsfenster aus. Die audiovisuellen Effekte des Waldspaziergangs passten sich den jeweiligen Beschreibungen der Interview-Partner*innen an, die parallel im Hintergrund abgespielt wurden. Die Konsumenten erlebten unterschiedliche Erfahrungen. Unter anderem beschrieb ein Interviewpartner, dass er seine gesamte Umgebung in verschiedenen Rottönen wahrgenommen habe. Ein weiterer Befragter erzählte, dass einige schlimme Erlebnisse aus seiner Vergangenheit im Sekundentakt an ihm vorbeizogen und der Trip somit sehr unangenehm für ihn wurde. Den Höhepunkt der Produktion bildete die sogenannte Ego-Auflösung, die den Moment zeigt, bei dem sich der Körper während eines Trips von der Seele trennt.

„Wir haben ein Erlebnis erschaffen, um [den Zuschauer*innen] einen halluzinogenen Drogentrip so nah wie möglich zu bringen“, erklärte Ida Teschner während der Liveübertragung des Projektes. Dabei war ein Perspektivwechsel auf das Thema der bewusstseinserweiternden Substanzen das Hauptziel der Studierenden.