Bei den Insta-Cops gehört auch das Handy zur Ausrüstung. Symbolbild | Bild: Anna-Sophie Kächele

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Auf Streife im Netz

Bei den Insta-Cops gehört auch das Handy zur Ausrüstung. Symbolbild | Bild: Anna-Sophie Kächele

01 Feb 2019

Raubüberfälle, Drogendealer und Verfolgungen. Jeder hat sein eigenes Bild vor Augen, wie der Berufsalltag von Polizisten wohl sein mag. Auf Instagram kann sich dank den „Insta-Cops“ aus Kaiserslautern jetzt jeder selbst davon überzeugen, ob die Vorstellungen der Realität entsprechen.

Instagram ist schon lange keine Plattform mehr, auf der sich nur Privatpersonen oder Prominente inszenieren. Krankenhäuser, Vereine, Städte – jeder wirbt, informiert und stellt sich selbst in einem ganz gewissen Licht dar. In Zeiten der digitalen Weiterentwicklung werden Social Media Kanäle immer häufiger für PR-Zwecke genutzt. 

Seit Juli 2018 haben auch die beiden Polizisten Isabel Pelegri und Felix Brandt aus der Westpfalz ein Profil und berichten über ihren Berufsalltag. Da stellt man sich die Frage, ob sich wirklich jeder auf Instagram repräsentieren muss?   

Die Polizei, dein Freund und Helfer. Jeder kennt den Spruch aber dieses Selbstbild unserer Gesetzeshüter hat in den letzten Jahren häufig zu Unrecht an Glaubwürdigkeit verloren. Heutzutage brauchen die Polizisten im Umgang mit den Bürgern eine dicke Haut. Viele scheinen vergessen zu haben, dass hinter der Uniform ganz normale Menschen stecken, die sich täglich der Aufgabe annehmen, die Bevölkerung zu schützen. Ein Gedanke hinter dem Konzept der „Insta-Cops“ ist es, den Bürgern die Maßnahmen der Polizei zu erklären und Verständnis zu schaffen. Dabei soll das Vertrauen in die Beamten wieder gestärkt werden. 

Die beiden „Insta-Cops“ im direkten Gespräch mit den Bürgern. | Bild: https://www.instagram.com/p/BoLwkYenmzb/
Felix Brandt gewährt den Einblick in einen Bereich seines Berufes. | Bild: https://www.instagram.com/p/BmlYIiqHU1k/
Der Dialog mit den Bürgern beschränkt sich nicht nur auf die Auskunft über den Beruf als Polizistin. | Bild: https://www.instagram.com/p/Brb6mu9AU8L/
Der „Insta-Cop“ Felix Brandt appelliert an die Sicherheit | Bild: https://www.instagram.com/p/BrdYiL0ArqH/

Der Dialog zwischen den Bürgern bietet beiden Seiten Vorteile. Nutzer können sich ihre Informationen direkt bei der Quelle einholen und die Polizisten erhalten durch das direkte Feedback einen neuen Blickwinkel auf die Gesellschaft. Dieser ermöglicht es ihnen, besser auf die Menschen einzugehen.

Umfragen ergaben, dass sich viele Bürger noch mehr Sicherheit von Seiten der Polizei wünschen. Terrorangriffe haben in vielen Köpfen Sorge und Verunsicherung gesät. Auch wenn hinter dem Konzept der „Insta-Cops“ nicht die Nachwuchswerbung steht, gelte es als schöner Nebeneffekt, wenn dadurch das Interesse junger Menschen geweckt wäre. Gerade diejenigen, die sich vorstellen können, bei der Polizei zu arbeiten, haben bei den zwei Beamten die Möglichkeit, persönliche Fragen zu stellen oder Bedenken zu äußern. Außerdem will man durch die Offenheit im Social Web zeigen, wie vielseitig der Beruf eines Polizisten sein kann.

Die beiden „Insta-Cops“ fotografieren und posten nur, wenn es zeitlich möglich und datenschutzrechtlich zulässig ist. | Bild: Donata Langenbacher, Idee: Anna-Sophie Kächele

Instagram ist ein Medium, auf dem das Leben möglichst perfekt und glanzvoll inszeniert wird. Die kritische Frage bleibt, ob sich eine transparente und ehrliche Darstellung des Berufes mit dem klassischen Charakter einer Social Media Plattform, viele Klickzahlen zu generieren, vereinbaren lässt. Wir Nutzer müssen darauf vertrauen, dass die Profile der „Insta-Cops“ die Realität widerspiegeln. Durch die Kommentare wird offensichtlich, wie erfolgreich das Konzept angenommen wird. Man könnte meinen, die Leute hätten nur darauf gewartet ihre Dankbarkeit gegenüber den Beamten zu zeigen. Eine willkommene Abwechslung zu den Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Bevölkerung.

Schlussendlich lässt sich über die Frage, wie und von wem Instagram genutzt werden sollte, streiten. Tatsache ist, dass Isabel Pelegri und Felix Brandt nicht nur informieren, sondern vor allem mehr Bürgernähe schaffen und dabei ganz nebenbei aufzeigen, wie wichtig und fordernd dieser Beruf ist. Allgemein gilt ja sowieso: Wen es nicht interessiert, muss den beiden „Insta-Cops“ nicht folgen.