Geldanlage

Aktien – Abzocke oder Chance?

Das Risiko zahlt sich manchmal aus – wird das auch an der Börse der Fall sein? Anfänger*innen sollten unbedingt die Risiken des Handels mit Wertpapieren im Auge behalten.
21. Dez. 2020
Die Börse ist bekanntermaßen unvorhersehbar. Trotz des Interesses, ihr Geld in Aktien zu investieren, sehen viele Interessent*innen das Risiko als zu hoch an. Wie funktioniert der Aktienhandel und worauf sollte man als Einsteiger*in achten?

Oft erschrecken der Mangel an Erfahrung und die Angst, das investierte Geld zu verlieren, potenzielle Anleger*innen. Aber wie man sagt – no risk, no fun. Selbst wenn man sich dann nach langer Überlegung entschieden hat, sein Geld anzulegen, stellt sich die Frage: Was tue ich jetzt?

Zuerst wäre es ratsam, sich über das Thema gut zu informieren und sich mit den Fachbegriffen zu befassen. Eine Aktie ist ein Wertpapier, mit dem ein*e Anleger*in einen Anteil an einem Unternehmen kauft. Bei Fonds wiederum handelt es sich um eine Investition in viele verschiedenen Aktien. „Der Vorteil dieses Produkts liegt in der Risikostreuung. Dieses eine Wertpapier spiegelt die Kursentwicklung von zahlreichen Einzelinvestments wider“, erklärt Bastian Galuschka, Analyst für BörseGo AG und stellvertretender Chefredakteur von GodmodeTrader. Neben Aktien und Fonds kann der* die Anleger*in mit „Exchange Traded Funds“ (ETFs), einem börsengehandelten Indexfonds, auch in viele andere Anlageklassen investieren. Wenn man ein geringeres Risiko eingehen will, sind Fonds oder ETFs die beste Wahl.

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DAX-Entwicklung von November 2010 bis November 2020: Aktien steigen im Kurs, wenn es mehr Kaufende als Verkaufende gibt, da die Nachfrage hoch ist. Wenn es andererseits mehr Verkaufende als Kaufende gibt, fällt der Aktienkurs, da das Angebot höher ist. | Quelle: Martina Coluccia

Wer sich entscheidet, Geld anzulegen, soll als ersten, grundlegenden Schritt, ein Depotkonto eröffnen. Damit ist ein Konto gemeint, über das Wertpapierorders, Kaufs- beziehungsweise Verkaufsaufträge, aufgegeben werden können. Durch ein sogenanntes Verrechnungskonto kann Geld überwiesen werden. Im Prinzip ähnelt dies einem normalen Girokonto. Anschließend werden die gewünschten Papiere gekauft und auf das Wertpapierkonto gebucht. Der*die Anleger*in kann sein Depot bei Online-Brokern oder einer Bank eröffnen. Diese Finanzdienstleister verwalten und bewahren Wertpapiere für ihre Kund*innen auf.

Laut Bastian Galuschka soll sich der*die Anleger*in bei der Investitionsentscheidung über die Kostenstruktur der verschiedenen Anbieter genau informieren. „Wählt man einen günstigen Anbieter, muss man meist Abstriche beim Service oder der Handelsplattform machen, über die Käufe oder Verkäufe getätigt werden“, so der Experte. Die Kosten hängen jedoch auch davon ab, über welche Börse der*die Anleger*in ordert. Bei XETRA, dem bedeutendsten elektronischen Börsenhandelsplatz Deutschlands, fallen beispielsweise je nach Transaktion zusätzliche Gebühren an. Bastian Galuschka rät an der Stelle zu einer Kombination aus zwei Depotkonten: „Ein Hauptdepot, bei dem man den vollen Service und Zugriff auf alle Handelsplätze nutzen kann, und ein oder zwei Depots bei günstigen Anbietern, über die man beispielsweise ETF-Sparpläne abwickeln kann.“

Je nach verfügbarem Budget gibt es verschiedene Investitionsmöglichkeiten. Sparpläne bei Brokern können bereits ab 25 Euro im Monat gekauft werden. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass ein Totalverlust des investierten Geldes immer möglich ist, unabhängig von der Erfahrung, die man hat. Daher ist es laut dem BörseGo-AG-Experten extrem wichtig, das Risiko zu streuen. Wenn also etwas schiefgehen würde, würde nur ein Teil des Geldes verloren gehen und nicht das gesamte Kapital. Somit kann der*die Anleger*in stets handlungsfähig bleiben.


Als Anleger*in möchte man natürlich so schnell wie möglich Erfolge sehen. Dies ist jedoch ein Prozess, der Jahre dauern kann. Zur Orientierung, erklärt Galuschka, darf man als Investor*in langfristig mit einem breit aufgestellten Portfolio mit Renditen, dem Ertrag einer Geldanlage, zwischen sieben und acht Prozent rechnen.

Der Prozess kann auch deutlich schneller gehen, wie auch die Aktienkurse der Corona-Impfstoffentwickler dieses Jahr gezeigt haben.

Obwohl der Aktienkurs dieser Pharmaunternehmen in den letzten Monaten erheblich gestiegen ist, bedeutet dies nicht direkt, dass eine Investition sicher ist. Gerade diese Branche ist nach Galuschkas Meinung durchaus riskant, denn man wettet auf Forschungserfolge.

Es lässt sich also sagen, dass eine Investition in Aktien sehr riskant sein kann, andererseits aber auch sehr profitabel. Nicht nur, wenn man kurz vor dem Ruhestand steht; auch junge Menschen können anfangen, über ihre Zukunft nachzudenken. Auf eigenes Risiko kann die Börse dabei sehr hilfreich sein.