MediaNight 3 Minuten

Zwischen Hörsaal und Hightech – Technologie trifft Lebensmittel

Zu sehen sind vier kleine Häufchen von unterschiedlichen Lebensmitteln wie Müsli, Haferflocken und Nüssen.
Lebensmittel auf Knopfdruck, das Sortiment des automatisierten Spenders | Quelle: Malena Zimmermann
26. Jan. 2026

Von Linsen und Reis bis hin zu Müsli – durch den automatisierten Lebensmittelspender präzise portioniert. Dieses studentische Projekt verbindet Technik, Design und Alltagstauglichkeit.

Saugroboter, die selbständig per Zeitplan arbeiten oder intelligente Thermostate, die eine Heizung eigenständig nach Temperatur und Anwesenheit regeln. Mehr und mehr alltägliche Routineaufgaben können uns durch die Automatisierung von technischen Systemen abgenommen werden. Das soll den Alltag nicht nur komfortabler, sondern auch effizienter machen. 

An dieser Thematik forschen auch zwei Studentinnen aus dem Studiengang Wirtschaftsingenieurswesen an der Hochschule der Medien (HdM). Ly Tran und Jana Mitrovic bauen im Rahmen ihrer Vorlesung „Grundlagen Automatisierung“ einen automatisierten Lebensmittelspender, der den Alltag in der Küche erleichtern soll. Produkte wie Müsli, Linsen oder Reis sollen auf Knopfdruck optimal portioniert werden.

Ein eingespieltes Team

Jana Mitrovic und Ly Tran sind schon gemeinsam zur Schule gegangen. An der HdM haben die beiden ungeplant wieder zusammengefunden. Die zwei Studentinnen sind daher ein optimal aufeinander abgestimmtes Team. Für den Bau des Lebensmittelspenders haben sie sich frühzeitig nach eigenen Interessen und Vorlieben aufgeteilt. Ly beschäftigte sich in den letzten Monaten eher mit der Programmierung des Programms, während Jana an der Konstruktionsentwicklung des Automaten Spaß gefunden hat.

Trotzdem war dieses Projekt für beide eine Herausforderung. "Wir hatten davor noch nie sowas gemacht. Das Projekt war unser erster Kontakt mit dem Programm und auch mit der Konstruktion", sagt Jana. Als Studentinnen aus dem zweiten Semester ist dieser Bau ihr erstes Praxisprojekt. Ihr Dozent hat ihnen daher geraten, sich beim ersten Mal an bereits existierenden Automaten zu orientieren. 

"Wir hatten davor noch nie sowas gemacht. Das Projekt war unser erster Kontakt mit dem Programm und auch mit der Konstruktion."

Jana Mitrovic, Studentin im zweiten Semester Wirtschaftsingenieurswesen

Diese Tatsache sorgte im Laufe des Entwicklungsprozesses für verschiedene Herausforderungen, die es zu bewältigen galt. Bei der Planung und Umsetzung ihres ersten Praxisprojekts lief für Jana und Ly nicht alles Plan. Die größte Herausforderung für die Studentinnen war die Beschaffung der Baumaterialien. Alle verwendeten Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, müssen "lebensmittelecht" sein. Diese Vorgabe schloss viele Metalle, Kunststoffe und Klebstoffe von Beginn an aus. 

Lebensmittelecht

Lebensmittelechte Materialien können ohne gesundheitliche Bedenken mit Lebensmitteln in direkten Kontakt kommen. Die Materialien sind ungiftig und verändern weder den Geruch noch den Geschmack der Lebensmittel. Die EU-Verordnung 1935/2004 regelt diesen Kontakt und kennzeichnet den sicheren Lebensmittelkontakt durch das Glas-Gabel-Symbol. Beispiele für lebensmittelechte Materialien sind Edelstahl, Silikon sowie bestimmte Kunststoffe.

Besonders wichtig war, dass die Funktionalität des Automaten durch die gewählten Materialien nicht beeinträchtigt wird. Mittlerweile besteht der Lebensmittelspender aus einem Grundgerüst aus Aluprofilen und einer Holzverkleidung. Ein Miniatur Computer steuert den Motor an, der die Öffnung einer Vorratsdose auf- und zudrehen kann. Um diesen Prozess zu steuern, haben die Studentinnen ein eigenes Python Programm geschrieben. Die Bedienung des Automaten erfolgt über einen kleinen Touch-Screen. Mit diesen Voraussetzungen kann der Spender nun die jeweiligen Lebensmittel wie gewünscht dosieren. Der Benutzer kann zwischen einer kleinen, mittleren und großen Portion auswählen.

Zu sehen ist der Miniatur Computer "Raspberry Pi" und im Hintergrund ein Laptop mit einem geöffneten Programmierprogramm
Das technische Herzstück des Projekts – der Mini-Computer "Raspberry Pi".
Quelle: Jana Mitrovic

Mehr Ideen als Geld

Für die gesamte Materialbeschaffung hatten die beiden Studentinnen ein Budget von ungefähr 100 Euro. Dieses Geld wurde Jana und Ly von der HdM zur Verfügung gestellt. Bei einem speziell auf Gastronomiebedarf spezialisierten Kunststoffhändler haben sie die benötigten Materialien besorgt. Die genannte Geldgrenze von 100 Euro wurde zwar übertroffen, die beiden machen sich darüber aber nicht allzu große Sorgen. „Es hält sich noch im Rahmen“, erklärt das Team lachend.

Rückblickend war das Projekt für die beiden nicht nur eine technische Herausforderung, sondern auch eine Lektion im Zeitmanagement. Wie so oft üblich, unterschätzten die Studentinnen wie viel Zeit Planung, Materialbeschaffung und Umsetzung tatsächlich in Anspruch nehmen würden. Müssten Ly und Jana das Projekt erneut angehen, würden sie ihre Zeitplanung also anders koordinieren. Trotz allem sind sie aber zuversichtlich, ihr Projekt pünktlich zur MediaNight am 29. Januar fertig gestellt zu bekommen.