Menü
Archiv

Depressionen
Wie Authentizität ein Tabuthema bricht

MEINUNG
Der Kurzfilm erzählt von Lea und Julians Umgang und Erfahrungen mit Depressionen. | Bild: Ausschnitt aus dem Dokumentarfilm

Depressionen Wie Authentizität ein Tabuthema bricht

Der Kurzfilm erzählt von Lea und Julians Umgang und Erfahrungen mit Depressionen. | Bild: Ausschnitt aus dem Dokumentarfilm
 

27 Jan 2022

Verschiedene Gesichter, verschiedene Symptome. Dem Dokumentarfilm “Und wie funktionierst du?” gelingt es, frei von Pauschalisierungen über die psychische Krankheit zu erzählen. Das Projekt setzt auf Authentizität und macht auf die individuellen Verläufe aufmerksam.

Ilenia Lucisano

CR/PR
seit Wintersemester 2021
IdentitätLGBTQIA+GesellschaftPsychologie

Zum Profil

Florian Frankenhuis

CR/PR
seit Wintersemester 2021
IdentitätZwischenmenschliche BeziehungenDiversitätPsychologie

Zum Profil

“Und wie funktionierst du?” verdeutlicht, wie unterschiedlich sich eine Depression äußern kann. Der Film begleitet Lea und Julian, die von ihren alltäglichen Herausforderungen und Erfahrungen mit der Krankheit erzählen. Mit ihrem Projekt wollen Julia Kozlova, Janina Thomanek und Viktoria Valentinova die Stigmatisierung von Depressionen in unserer Gesellschaft auflösen und Betroffenen eine Stimme geben.

Das Zusammenspiel von Interviewszenen und filmischer Komponenten schafft eine abwechslungsreiche Struktur, die sich harmonisch durch die Erzählung zieht. Sequenzen, in denen die Protagonist*innen selbst zu Wort kommen, werden durch die szenische Darstellung einer depressiven Phase gestützt. Lea und Julian teilen ihre Erfahrungen authentisch mit den Zuschauer*innen und machen so auf die unterschiedlichen Ausprägungen von Depressionen aufmerksam. Die Dokumentation unterstreicht, dass jeder Mensch auf individuelle Weise damit zu kämpfen hat. Sie räumt mit dem Vorurteil auf, eine depressive Person verbringe den ganzen Tag nur im Bett. Vielmehr wird das Paar in Alltagssituationen gezeigt. Den Zuschauer*innen soll bewusst gemacht werden, dass auch betroffene Menschen eben genau das sind: Menschen. Eine Auflistung von Anlaufstellen am Schluss des Filmes bietet Betroffenen die Möglichkeit, sich professionelle Hilfe zu suchen.

Die Filmemacherinnen beweisen das nötige Feingefühl beim Abbilden einer psychischen Krankheit und kommen ohne gesellschaftliche Pauschalisierungen aus. Gleichzeitig schaffen sie Offenheit und Transparenz für ein bis heute tabuisiertes Thema. “Und wie funktionierst du?” leistet einen Beitrag zur Aufklärung und schafft Raum, seine eigenen stereotypen Einstellungen zu überdenken. 

Am 27. Januar wird der Dokumentarfilm bei der MediaNight der Hochschule der Medien Stuttgart vorgestellt. Den Livestream zur Online-Veranstaltung gibt es auf der Internetseite der MediaNight.