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Was macht Studierende aus?

Drei Studentinnen vor einer blauen Wand, die mit ihrem Studentenausweis ihr Gesicht halb verdecken
Mehr als eine Plastikkarte – die „Studentität" will den gesamten Studienalltag ins Auge fassen. | Quelle: Alex Risse
26. Jan. 2026

Was Identität genau ist, lässt sich schwer festlegen. Auch in der wissenschaftlichen Literatur existiert keine eindeutige Definition. Im Hochschulalltag wird Identität jedoch täglich praktisch gelebt – beim Einloggen in Systeme, beim Bezahlen in der Mensa oder beim Vorzeigen des Studierendenausweises. Genau hier setzt das Projekt „Studentität" an, das sich mit der Identität von Studierenden im Hochschulkontext beschäftigt.

Der Studierendenausweis der Hochschule der Medien (HdM) ist bislang vor allem eines: Eine Plastikkarte zur Legitimation. Für Prüfungen, Bibliothek oder Zutritt zu bestimmten Bereichen ist er unverzichtbar. Das Projektteam aus dem Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen Medien an der HdM versucht sich an einem neuen Konzept für den Studierendenausweis. Ziel dieses Ausweises ist es das Studium und den Alltag bestmöglich zu vereinen.

Ein verwinkeltes Netz aus bunten Strichen, so begann die Idee vom „Studierendenausweis 4.0". Die Mindmap solle alle Aspekte des Lebens von Studierenden abbilden, erläutert die Projektleiterin Lisa Melzer.

Eine Mindmap die das Studierendenleben mit allen Aspekten veranschaulicht
Komplex und verzweigt: Das alles gehört für die Projektgruppe zum Studierendenleben.
Quelle: Lisa Melzer

Zwischen Verwaltung und Komfort

Grundlegende Anwendungen wie der Zugang zur Prüfungsverwaltung (SELMA), der WLAN-Anmeldung oder die Matrikelnummer gelten als gesetzt. Darüber hinaus beschäftigte sich das Projekt mit der Möglichkeit, den Studierendenausweis als zentrale Authentifizierungseinheit zu nutzen. Diskutiert wurden eine digitale Version des Ausweises auf dem Smartphone sowie NFC- oder QR-basierte Bezahlvorgänge.

Ein zentrales Thema war dabei die Frage, welche Informationen bei einem Bezahlvorgang übertragen werden und wie transparent diese Prozesse für Studierende sind.

NFC steht für „Near Field Communication" und bezeichnet eine Technologie, die es ermöglicht, kontaktlose Zahlungen mit einem Smartphone oder einer Smartcard zu tätigen. Bei der Bezahlung per NFC wird das Gerät, beispielsweise ein Smartphone oder eine Uhr, in unmittelbarer Nähe eines NFC-Terminals gehalten, um eine Transaktion auszuführen, ohne dass eine physische Karte oder Bargeld benötigt wird.

Ein Blick auf den Markt

Um das eigene Konzept einzuordnen, analysierte das Projektteam bestehende Angebote wie „UNiDAYS" und „UniNow", die Studierenden Rabatte ermöglichen, jedoch unabhängig vom Studierendenausweis funktionieren. Als weiteres Vergleichsbeispiel diente die „STUcard" aus der Schweiz, eine Vorteilskarte in Kooperation mit einer Kantonalbank. Sie kombiniert Bezahlfunktionen, Vergünstigungen und Wettbewerbe und zeigt, wie unterschiedliche Services in einer Karte gebündelt werden können. Laut der Projektleiterin sei der Markt für ähnliche Produkte dabei keine Konkurrenz, sondern eher die Möglichkeit diese als Kooperationspartner heranzuziehen.

Im Projektverlauf entstanden verschiedene Ideen für Karten- und Rabattmodelle. Vorgeschlagen wurden unter anderem gestufte Modelle wie eine Bronze-Karte mit grundlegenden Vorteilen, sowie eine Premium-Variante, die zusätzliche Bonus- oder Belohnungsmechanismen vorsieht. Rabatte könnten etwa durch wiederholte Nutzung oder digitale Zahlung ausgelöst werden.

Auftrag für den ältesten Druckmaschinenhersteller

Projektpartner ist das Unternehmen Koenig & Bauer, welches im Bereich Sicherheitsdruck tätig ist und eine führende Position im weltweiten Banknotendruck einnimmt. Der Kontakt kam über ein Mailing des Studiengangs zustande, das an potenzielle Kooperationspartner versendet wurde. Im Rahmen des Projekts wurde unter anderem eine Technologie vorgestellt, mit der individuelle Inhalte auf Karten erst über eine App sichtbar werden. Ebenso gab es eine Besichtigung im Werk von Koenig & Bauer in Würzburg.

Besuch der Studierenden im Werk vom Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer in Würzburg
Seit 1817 ist Koenig & Bauer im Geschäft und arbeitet im Wintersemester 2025/26 mit den Studierenden der HdM zusammen.
Quelle: Lisa Melzer

Die technische Umsetzung erfolgt in Abstimmung mit der IT-Abteilung der Hochschule. Anpassungen am System sind nur an einem hochschulinternen Rechner mit speziellem Dongle von Koenig & Bauer möglich, welches durch den Anschluss an den Computer, dessen Funktionen erweitert. Die Integration von Hochschulsystemen wie zum Beispiel SELMA machte deutlich, dass viele Studierende zwar tägliche Nutzer digitaler Systeme sind, deren Funktionsweise jedoch selten sichtbar wird. 

„Was sind dir deine Daten wert?"

Lisa Melzer, Projektleiterin

In Zukunft sollen Umfragen unter Studierenden durchgeführt werden, um die wahrgenommene Relevanz und Nützlichkeit der untersuchten Funktionen zu erfassen. Eine entscheidende Frage, die sich Lisa Melzer dabei stellt: „Was sind dir deine Daten wert?" Aktuell ist die „Studentität" noch ein rein konzeptionelles Semesterprojekt. Aufgrund des Umfangs und der thematischen Breite ist eine Weiterführung in kommenden Semestern jedoch nicht auszuschließen. 

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Könntest du dir vorstellen den Studierendenausweis 4.0 in deinem Alltag zu nutzen?

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