In London ist jeder öffentliche Bereich videoüberwacht. | Bild: Lena Hitzenberger

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Die smartesten Städte in Europa

In London ist jeder öffentliche Bereich videoüberwacht. | Bild: Lena Hitzenberger

16 May 2018

Smart Cities sind die Städte der Zukunft und spielen in allen Lebensbereichen der Gesellschaft eine große Rolle. Carsharing, nutzungsbedingte Straßenbeleuchtung und künstliche Intelligenz sind nur ein paar Beispiele dafür, was eine smarte City ausmacht. Welche Merkmale intelligente Städte noch haben und welche die Top 5 der Smart Cities in Europa sind, erfahrt ihr hier.

Smart Cities, auf Deutsch intelligente Städte, sind Städte, „die ihre Daten, ihre Ressourcen, ihre Infrastruktur und ihre Menschen miteinander verbinden, um kontinuierlich die Lebensqualität ihrer Bewohner zu verbessern“. So lautet die Aussage des Buchautors Lukas Neckermann. Eine Stadt muss für den Bürger attraktiv sein und zwar nicht nur durch Arbeit, sondern auch durch die Infrastruktur und die Lebensqualität, die den Bewohnern geboten wird. Dabei treffen vielerlei Faktoren aufeinander, die eine normale Stadt zu einer Smart City machen, dem Bürger mehr Lebensqualität bieten und somit die Attraktivität für die Bürger steigert. 

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Faktoren einer smarten Stadt | Bild: Selina Hehn

In Europa gibt es einige Städte, die Vorreiter für Smart Cities sind. Dabei ist es schwer, ein einheitliches Ranking festzulegen. Neckermann legt in seinem Buch den Fokus auf die Mobilität und auf die daraus entstehenden Vorteile für die Bewohner.

Platz 5: Kopenhagen

Seit mehr als 30 Jahren verfolgt Kopenhagen eine Strategie, die es Autofahrern erschweren soll, in der Stadt zu fahren. Dafür werden Projekte gestartet, die Fußgängern, Fahrradfahrern und Teilnehmern des öffentlichen Nahverkehrs die Nutzung dieser Mittel vereinfacht. Außerdem legt Kopenhagen sehr viel Wert auf Nachhaltigkeit und verfolgt das Ziel, bis 2025 die erste kohlenstoffneutrale Hauptstadt der Welt sein.

Kopenhagen | Bild: Corinna Semmler

Platz 4: Barcelona

Immer wieder plant die Stadt Barcelona neue Projekte, um die Lebensqualität der Menschen zu erhöhen, die Luftqualität zu verbessern und den Verkehr zu reduzieren. Zuletzt wurde das Projekt „Super Blocks“ realisiert. Dabei werden einzelne Straßenblocks komplett verkehrsberuhigt und nur noch für Lieferverkehr, Fußgänger und Fahrradfahrer zugänglich gemacht. So werden die Bewohner einiger Straßen vor dem täglichen Stadtlärm geschützt. Außerdem gibt es in Barcelona den jährlichen "Smart City Expo World Congress", bei dem es um die Zukunft der Städte geht.

Barcelona | Bild: Unsplash.com // Benjamin Voros

Platz 3: Hamburg

Hamburg verwendet nutzungsorientierte Straßenbeleuchtung. Das sind Straßenlaternen, in denen Sensoren eingebaut sind. Diese erkennen, wann die Straße durch Verkehrsteilnehmer genutzt wird. Sobald das der Fall ist, werden die Lampen angeschaltet. Wenn kein Verkehrsteilnehmer mehr zu sehen ist, werden sie wieder ausgeschaltet. Dieses System ist energiesparend. Ebenso sind viele Brücken voll automatisiert, sodass der Schiffsverkehr ohne Behinderungen fließen kann.

Hamburg | Bild: Sebastian Buck

Platz 2: Helsinki

Helsinki setzt aktuell ein Projekt um, das sich „Mobility as a service“ nennt. Man meldet sich bei der App „Whim“ an und bezahlt einen monatlichen Beitrag. Das funktioniert ungefähr so wie beim VVS-Ticket in Stuttgart – nur dass man in Helsinki neben den öffentlichen Verkehrsmitteln ebenso Carsharing, Taxis und weiteres nutzen kann. So ist es möglich, dass immer mehr Stadtbewohner auf das eigene Auto verzichten. Außerdem gibt es in manchen Stadtvierteln eine vollautomatische Müllabsaug-Anlage. Dabei landet der abgesaugte Müll über ein unterirdisches Rohrsystem direkt bei einer Müllsammelstelle.

Helsinki | Bild: Kristin Hecken

Platz 1: London

London ist ein Vorreiter beim Thema intelligente Mobilität. Wer von außerhalb in die Stadt fahren möchte, muss aktuell noch 15 Euro zahlen. Kontrolliert wird dies von einer Kamera mit Nummernschilderkennung. In Zukunft soll es sogar soweit gehen, dass jeder Autofahrer am Ende des Tages eine kilometergenaue Abrechnung bekommt. Er zahlt somit für jeden Meter, den er mit dem Fahrzeug zurückgelegt hat. Ebenso ist jeder öffentliche Bereich in London mit Überwachungskameras ausgestattet, sodass eine Kontrolle durch die Polizei jederzeit möglich ist. All diese Dinge machen es einfacher und sicherer, in einer so komplexen Großstadt zu leben.

London | Bild: Unsplash.com // Nick van den Bergen

Obwohl in vielen Städten nachhaltige und ökologische Konzepte vorangetrieben werden, muss in Zukunft noch mehr Wert auf ein attraktives Stadtleben gelegt werden. Denn nicht nur vielversprechende Jobangebote reizen die Menschen an einer Stadt, auch die Lebensqualität spielt bei der Suche nach einem geeigneten Wohnort eine wichtige Rolle.

"Eine intelligente Stadt erfindet sich kontinuierlich neu." – Lukas Neckermann

Lesetipp

"Intelligente Städte, Intelligente Mobilität – Die Transformation unserer Lebens- und Arbeitswelt"

von Lukas Neckermann