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Porträt
Moritz Hans: Ein Sportler - drei Sportarten

Moritz Hans zeigt sein sportliches Talent bei Ninja Warrior, beim Klettern und beim Tanzen bei Let´s Dance. | Bild: Markus Hertrich, Alicia Becht, Stefan Gregorowius

Porträt Moritz Hans: Ein Sportler - drei Sportarten

Moritz Hans zeigt sein sportliches Talent bei Ninja Warrior, beim Klettern und beim Tanzen bei Let´s Dance. | Bild: Markus Hertrich, Alicia Becht, Stefan Gregorowius
 

12 May 2022

Klettern, Ninja-Sport, Tanzen – wie passen diese Sportarten zusammen? Moritz Hans, bekannt aus den TV-Formaten „Ninja Warrior Germany“ und „Let´s Dance“ bewegt sich in drei unterschiedlichen Welten. Er zeigt, dass man sich nicht nur auf eine Sportart begrenzen muss. Ein Porträt.

Alicia Becht

Crossmedia Redaktion / Public Relations
seit Wintersemester 2021

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„Angefangen hat es mit Handball, Turnen, Fußball, Schwimmen“, erzählt Moritz. „Klettern kam dann irgendwann dazu.“ Die Liebe zum Klettern entwickelt Moritz in jungen Jahren. Mit seinem Vater und Bruder geht es oft nach Degerloch. Aus einmal am Wochenende sei schnell zweimal die Woche geworden und andere Sportarten hätten weichen müssen. „Es gab nur noch Klettern.“ Daraufhin ging es schnell in einen Verein und auch schon früh zu Wettkämpfen.

Fast hätte Moritz es zu den Olympischen Spielen 2021 in Tokio geschafft, bei denen das Klettern zum ersten Mal olympisch ist. „Es gibt nur 20 Startplätze. Das hätte bei mir nicht mehr gereicht von der Leistung. Da war ich ein bisschen ausgebrannt.“ 

Moritz Hans am Boulderblock „Schelm48“ in Stuttgart-Feuerbach. | Bild: Alicia Becht
Moritz Hans schwingt sich von Griff zu Griff. | Bild: Alicia Becht
Beim Klettern ist Moritz Hans in seinem Element. | Bild: Alicia Becht
Die Natur und neue Herausforderungen machen das Klettern für Moritz Hans faszinierend. | Bild: Alicia Becht
Im Ninja Warrior-Parkour fliegt Moritz von Hindernis zu Hindernis. | Bild: Markus Hertrich
Moritz Hans tanzt mit seiner Tanzpartnerin Renata Lusin über das Tanzparkett. | Bild: Stefan Gregorowius

Dabei hält das Klettern nicht nur fit, sondern lehrt Moritz auch andere Dinge. „Es gibt echt viele Menschen, die Prüfungsangst haben. Das hatte ich nie. Beim Klettern gab es immer nur einen Versuch für eine Route und der musste sitzen.“ So sei ihm früh beigebracht worden, mit Rückschlägen umzugehen und trotzdem weiterzumachen. „Die Charaktereigenschaften, an etwas dranzubleiben und dafür auch zu kämpfen, das hat mir in meinem Leben extrem weitergeholfen.“

Vom Klettern direkt in den Parkour

Nicht nur in der Kletterhalle schwingt sich Moritz von Griff zu Griff. Auch im Parkour der deutschen Adaption von Ninja Warrior zeigt Moritz sportliche Leistung. Den ersten Kontakt zu diesem Format verschafft ihm allerdings auch das Klettern. „Castings für die Show wurden im ersten Jahr hauptsächlich in Kletterhallen abgehalten. Und ich dachte: Cool, bei sowas wollte ich schon immer mitmachen.“ Gemeinsam mit seinem Bruder bewirbt er sich und darf nach erfolgreichem Casting auch in der Show an den Start. Moritz nimmt seitdem an jeder Staffel teil und stellt sich den Herausforderungen: „Im Parkour bin ich im Tunnel. Volle Konzentration auf die Hindernisse. Aber wenn ich den Parkour bewältigt habe, ist es wie eine Befreiung.“ So erreicht er in jedem Jahr das Finale.

Ninja Warrior Germany – Die stärkste Show Deutschlands ist die deutsche Adaption des japanischen Formats Ninja Warrior. Produziert und ausgestrahlt wird das Format von RTL. Seit 2016 treten Kandidat*innen gegen einen Hindernis-Parkour an, welchen es schnellstmöglich und fehlerfrei zu überwinden gilt. Das finale Hindernis ist der Mount Midoriyama.Hier müssen die Kandidat*innen innerhalb von 25 Sekunden ein Seil in Höhe von 20 Metern hinaufklettern. Wer dies schafft, darf sich mit dem Siegertitel „Ninja Warrior“ krönen und erhält ein Preisgeld in sechsstelliger Höhe. Wird dieses Hindernis in der vorgegebenen Zeit nicht bezwungen oder gar nicht erst erreicht, bekommen die Kandidat*innen, die am weitesten gekommen sind, die Titel „Last Woman-Standing“ und „Last Man-Standing“.

„Das Schöne bei Ninja Warrior ist, dass man gegen den Parkour antritt und nicht gegen die anderen Teilnehmer“, meint Moritz. Am Ende könne zwar nur einer gewinnen, aber die Herausforderung sei es, den Parkour zu bewältigen. Daher sehen sich die Brüder auch nicht als Konkurrenten, sondern unterstützen sich und teilen ihre Erfahrungen miteinander. Diese Unterstützung nimmt Moritz nicht als selbstverständlich wahr: „Es gibt auch genug Geschwisterpaare, die das nicht machen würden.“

Den bisherigen Höhepunkt seiner Ninja-Laufbahn erreicht Moritz 2021. Als erster deutscher Ninja bezwingt er den Mount Midoriyama und ist damit der erste „Ninja Warrior“ Deutschlands. Dieser Erfolg hält allerdings nur wenige Minuten: „Ich stand oben auf dem Mount in der vorgegebenen Zeit - aber dann kam noch jemand anderes und hat mir den Titel weggeschnappt.“ Moritz muss sich mit Platz zwei zufriedengeben.

Mit seinen Teilnahmen und Präsenz im Fernsehen wächst auch seine Bekanntheit und er bekommt das Angebot, an der 13. Staffel von Let´s Dance teilzunehmen.

Vom Parkour aufs Tanzparkett

Eine Sportart außerhalb seiner Komfortzone auszuprobieren, weckt Moritz Neugier. „Mich reizen diese unterschiedlichen Bewegungen. Das hat Let´s Dance für mich spannend gemacht.“ Zu Beginn seiner Tanzkarriere im Fernsehen setzt er sich keine großen Ziele. Er habe nur nicht als Erster die Show verlassen wollen, dass wolle keiner der Teilnehmer*innen. 

„Tanzen ist für mich loslassen von meiner eigenen Persönlichkeit, in eine andere Rolle schlüpfen und meine Komfortzone verlassen.“  – Moritz Hans

Das Abenteuer bietet allerdings doch einige Herausforderungen. „Am Anfang war es schon komisch, mit jemand eigentlich Fremden direkt so auf Tuchfühlung zu gehen.“ Er brauche Zeit, um jemandem nahe zu kommen. Diese Herausforderung überwindet Moritz jedoch recht schnell mit Hilfe seiner Tanzpartnerin, mit der er sich auf Anhieb gut versteht. Sich Publikum und Jury zu stellen, sei dann jedoch nochmal etwas anderes gewesen. Trotz seiner TV-Erfahrung habe er mit der Situation erstmal warm werden müssen. „Es ist ja im Gegensatz zu Ninja Warrior eine Liveshow. Aus sich rauszukommen, zu präsentieren und immer für einen Spruch gut zu sein, das ist mir am Anfang schwergefallen.“ Nach der zweiten, dritten Sendung habe er sich aber sehr wohl gefühlt und immer mehr Spaß am Tanzen gefunden. „Tanzen ist für mich loslassen von meiner eigenen Persönlichkeit, in eine andere Rolle schlüpfen und meine Komfortzone verlassen.“ Moritz tanzt sich von einer Sendung in die nächste. Er erreicht das Finale und wird am Ende Zweiter. 

Let´s Dance ist die deutsche Adaption der BBC-Unterhaltungssendung Strictly Come Dancing und seit 2006 fester Bestandteil des Programms von RTL. In der Sendung treten 14 Prominente gepaart mit einer Profitänzerin oder einem Profitänzer in Standard- und Lateintänzen an. Jede Woche erlernen die Prominenten mit ihren Tanzpartner*innen einen neuen Tanz und präsentieren diesen in der Live-Show. Anschließend werden die Tänze von einer Jury bewertet. Am Ende jeder Show scheidet das Paar mit der niedrigsten Punktzahl, zusammengesetzt aus Jurypunkten und Zuschauervotings, aus. Das Siegerpaar der Staffel wird zum „Dancing Star“ gekürt.

Dem Tanzen hat Moritz nicht abgeschworen. Mit seiner Freundin Renée nimmt er weiterhin Tanzstunden. „Es ist schon was anderes, ein anderes Niveau. Wir sind beide Anfänger und ich muss führen. Bei Let´s Dance führt immer der Profi“, sagt Moritz. Man müsse dranbleiben, es mache ihnen aber viel Spaß. „Moritz ist aktiv, sportlich und verfolgt seine Ziele. Dabei hat er aber auch ein Auge auf andere und entspannt zwischendurch auch mal gerne“, beschreibt Renée ihren Freund.

Vom TV ins Leben

Die drei Sportarten bringen unterschiedliche Anforderungen an Körper und Geist mit sich. „Für mich ist das Wettkampfklettern der eine Pol und Let´s Dance der andere. In der Mitte steht Ninja Warrior, da kann ich das Klettern sehr gut verbinden, aber man hat trotzdem den Showeffekt“, ordnet Moritz ein. Für ein neues Abenteuer ist Moritz auf jeden Fall bereit. „In eine neue Welt einzutreten hat mich sehr fasziniert. Das könnte ich mir wieder vorstellen.“ Aber auch neben dem Sport und den Teilnahmen an TV-Formaten gibt es neue Ziele für den Stuttgarter. Im Herbst beginnt er eine Ausbildung zum Schreiner. Zu seinen Zukunftsvorstellungen gehört auch der Bau eines Eigenheims. Eines ist aber sicher: Dem Klettersport wird Moritz treu bleiben. „Klettern bedeutet mein Leben! Darauf baut sich alles auf und daraus haben sich so viele neue Möglichkeiten ergeben.“