Linda trainiert in ihrer Freizeit Pferde. | Bild: Oliver Hihn

edit.Edge Tierkommunikation
Dolmetschen zwischen Mensch und Tier

Linda trainiert in ihrer Freizeit Pferde. | Bild: Oliver Hihn

10 Dec 2018

Durch Telepathie herausfinden, was einem Tier fehlt: Für viele klingt das skurril. Doch das macht Linda Balz beruflich. Mit gerade 19 Jahren ist sie Tierkommunikateurin und Energieheilerin. Aber wie funktioniert das genau?

Anne Le

6. Semester Medienwirtschaft
seit März 2016

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Jolina Pfäffle

Medienwirtschaft
seit Sommersemester 2016

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Ein Leben ohne Tiere, das kann sich Linda nicht vorstellen. Bereits als Kind war sie viel in der Natur und ist mit Pferden aufgewachsen. „Mit meiner Mutter war ich schon häufig bei einer Energieheilerin und das Thema Spiritualität hat mich einfach fasziniert“, erzählt Linda. „Daher mache ich momentan auch eine Ausbildung in Richtung Medialität und Heilungswesen.“ Neben ihrer Ausbildung beschäftigt sie sich seit dem 14. Lebensjahr mit Tierkommunikation, besonders bei Pferden, und gibt Coachings und Seminare für Menschen, die Schwierigkeiten mit ihrem Tier haben. „Es kommen Menschen aus den verschiedensten Berufs- und Altersgruppen. Die meisten kommen zu mir, wenn ihre Pferde ungewöhnliche Verhaltensweisen aufweisen. Beispiele dafür sind, dass die Pferde nicht fressen oder aggressiv zu ihnen sind. Ich gebe den Besitzern dann Diagnosen und Tipps, wie sie mit dem Pferd umgehen sollen.“

Doch wie genau funktioniert Tierkommunikation?

Den meisten Menschen ist der Begriff Tierkommunikation fremd. Linda klärt auf: „Tierkommunikation bedeutet nicht, dass ich mich neben ein Tier stelle und mit ihm wörtlich spreche. Ich kommuniziere mit Tieren durch Energiesprache.“ Man könne sich das folgendermaßen vorstellen: Alles ist Energie. Lebewesen kommunizieren über Schwingungen – das wurde auch zum Beispiel bei Bäumen nachgewiesen – und innerhalb dieser Schwingungen werden Informationen gespeichert und in Sprache oder Gefühle umgewandelt. Lebewesen machen das die ganze Zeit, sind sich dessen nur meist nicht bewusst.

Linda überträgt gedanklich die Gefühle und Stimmungen des Tiers auf sich selbst, um es besser verstehen zu können. In der Tierkommunikation nenne man das „Hellfühlen“, erklärt Linda. Dabei versetzt sie sich in einen meditativen Zustand, den sie beispielsweise mithilfe von Atemtechniken übt. Es ist wichtig, sich der eigenen Gefühlswelt zu öffnen und sich mit seinen eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen. Auch eine Schulung der Konzentration und ein hohes Bewusstsein sind dafür erforderlich, denn sonst kann sich Linda nicht für das gezielte Tier öffnen. Es sei wichtig, Schwingungen zu filtern. Denn wenn man alles aus seiner Umgebung aufnehme, gebe es viel zu viele störende Schwingungen.

Bei der Energieheilung geht Linda noch einen Schritt weiter. Dabei versucht sie, negative Schwingungen aufzulösen und zu verändern: „Das mache ich meistens bei mir selbst, aber ich trainiere, es auch bei anderen zu machen. Ich versuche also mit meinen Gedanken, Ängste und Traumata aufzulösen.“ 

Die Methoden belegt Linda mit der Quantenphysik: „Quantenphysiker haben herausgefunden, dass alles Energie ist. Um etwas Feststoffliches, wie zum Beispiel um einen Körper, befindet sich ein Energiefeld.“ Dieses Energiefeld nutzt Linda, um eine Verbindung mit dem Tier aufzunehmen.

Bewusstsein ist alles

An ihr Schlüsselereignis kann sich Linda heute noch ganz genau erinnern. 

Linda hat das so fasziniert, dass sie unbedingt mehr darüber erfahren wollte. Eines Tages hat sie sich mit einer Freundin darüber unterhalten, die bereits Tierkommunikation betreibt. „Als ich mit ihr gesprochen habe, fiel zum ersten Mal das Wort Tierkommunikation. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, ob ich mich täusche oder mir das einbilde. Sie meinte aber daraufhin, dass meine Gefühle wirklich stimmten und dass sie überhaupt keine Einbildung waren. Zum ersten Mal habe ich mich darin bestätigt gefühlt. Seitdem wusste ich, ich möchte es nicht nur für mich machen, sondern auch beruflich, für andere Menschen.“

Natürlich ist Linda im Laufe der Zeit auch auf Kritiker gestoßen. „Klar gibt es Menschen, die die Tierkommunikation als Hirngespinst abtun und diese ablehnen“, erzählt sie. „Anfangs hat mich das gestört, aber ich habe über die Zeit Verständnis für die Skeptiker entwickelt. Tierkommunikation ist nun mal kein allgemein bekanntes Fach und da ist es klar, dass einige nicht sofort daran glauben. Allerdings finde ich, dass man etwas erst beurteilen sollte, wenn man es ausprobiert hat.“

Tiermedizin und Tierkommunikation schließen sich nicht aus

Für die Zukunft hofft Linda, mehr Menschen und Tieren helfen zu können und ihnen die Tierkommunikation näherzubringen. Geplant sind dafür eine Reihe neuer Seminare und auch eine Deutschlandtour. Daneben möchte Linda auch ein Buch zum Thema Tierkommunikation herausbringen, die ersten Seiten hat sie schon angefangen. Besonders am Herzen liegt Linda jedoch, mehr mit Tierärzten zusammenzuarbeiten: „Viele Menschen denken, dass das eine das andere ersetzt. Dabei gehen Tiermedizin und Tierkommunikation Hand in Hand. Das eine greift dort ein, wo das andere aufhört. Bisher habe ich Tierärzte kennengelernt, die die Tierkommunikation entweder gutheißen oder komplett ablehnen. Ich hoffe, in Zukunft noch mehr Dialoge mit Medizinern führen und gemeinsam Lösungen finden zu können.“

Linda kommuniziert auf Augenhöhe mit ihrem Pferd. | Bild: Oliver Hihn