Arme und Beine so wie bei uns? Forscher der Oxford Universität sind der Meinung, dass Außerirdische uns Menschen optisch ähneln könnten. (Symbolbild) | Bild: Tertia Van Rensburg

edit.Edge Außerirdische
Weichenstellung für den Alien-Kontakt

Arme und Beine so wie bei uns? Forscher der Oxford Universität sind der Meinung, dass Außerirdische uns Menschen optisch ähneln könnten. (Symbolbild) | Bild: Tertia Van Rensburg

10 Dec 2018

Grün, grausig, geschlechtsneutral: Viele Menschen haben ein bestimmtes Bild von ihnen im Kopf, an ihre Existenz glauben vergleichsweise wenige. Ob es Aliens gibt? Forscher halten es für plausibel und versuchen jetzt Kontakt aufzunehmen.

Louise geht mehrere Schritte auf eine gläserne Wand zu. Der blasse Nebel lässt nach und zwei schwarze Figuren hinter der Scheibe entstehen. Die meterhohen Wesen geben tieffrequente Laute von sich. Ohrenbetäubend. Als die Wissenschaftlerin ein weißes Banner mit Aufschrift in die Luft hält, tritt eine der beiden Gestalten in den Vordergrund. Meterlange Tentakeln zeichnen ein rundes Zeichen in den weißen Dampf. „Das sind ihre Namen, sie haben Namen“, flüstert Louise in die Stille.

Im Spätherbst 2016 gelingt der Linguistin Dr. Louise Banks eine Sensation. Als erster Mensch der Welt schafft sie es, erfolgreich mit Außerirdischen zu kommunizieren. Noch nie davon gehört? Gefühlt dabei gewesen? Beides ist nicht unwahrscheinlich. Denn Dr. Louise Banks heißt im wahren Leben Amy Adams. Sie ist eine amerikanische Schauspielerin und die Hauptfigur des Science Fiction Epos „Arrival“.

Fiktion kann Realität werden

Die Erzählungen der Science-Fiction begeistern auf diese Weise schon mehr als hundert Jahre Menschen weltweit. Bei genauerem Hinsehen wird jedoch klar, dass jene Geschichten weit über die Fiktion hinaus wirken können. Wissenschaftler der Universität von Hawaii haben in einer aktuellen Studie bewiesen, dass Science-Fiction die Forschung in der Realität beeinflusst. Zahlreiche Innovationen seien in der Fiktion bereits existent gewesen und nun ein gegenwärtiger Zustand der Technik.

Dennoch gibt es Menschen, die es mit dem Ernst der Filme noch genauer nehmen. Douglas Vakoch ist ein amerikanischer Wissenschaftler. Er ist Gründer des „METI Institute“. „METI“, das bedeutet „Messaging Extra Terrestrial Intelligence“, also das Benachrichtigen außerirdischer Intelligenz. Unter Vakochs Leitung arbeitet METI von San Francisco aus daran, Nachrichten in den Kosmos zu senden. Empfänger der Nachrichten sollen Aliens sein. Doch wie seriös ist das? Gerade einmal 37,8 Prozent der Deutschen glauben laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid an die Existenz von Aliens.

Douglas Vakoch erschuf seine erste interstellare Nachricht bereits als Gymnasiast. | Bild: METI International

Ich rate jedem, der auf eine breite gesellschaftliche Zustimmung hofft, nicht für METI zu arbeiten“, warnt Douglas Vakoch. Anerkennung ist keine Motivation des 57-Jährigen. „Es hat sich in der Vergangenheit einfach oft gelohnt weitsichtig zu denken“, erzählt er. Das sei sein Antrieb. Noch vor 25 Jahren wäre es Astrophysikern, die an eine Existenz von Planeten außerhalb unseres Sonnensystems geglaubt hätten, ähnlich ergangen. „Heute schauen wir in den Nachthimmel und wissen aber, dass um all die Sterne dort oben Planeten kreisen.“

Sind wir zu primitiv für sie?

Diese Vielzahl an Möglichkeiten macht extraterrestrisches Leben wahrscheinlich“, sagt der Wissenschaftler. Doch warum meldet sich niemand? Vakoch hat mehrere Erklärungen. Eine sei natürlich, dass es, trotz der hohen Plausibilität, niemand außer uns im Kosmos gäbe. Doch dann bestünden da noch Ansätze wie die sogenannte Zoo-Hypothese. Die Theorie besagt, dass wir von Außerirdischen beobachtet werden, sie uns aber für zu primitiv halten, um eine Kommunikation zu wagen. Ganz so wie Menschen es eben mit Tieren im Zoo handhaben.

Ein Hauptziel von METI ist deshalb, menschliches Know-how ins All zu schicken. „Wir werden das Periodensystem der Elemente versenden, um einer möglichen Intelligenz zu beweisen, dass es sich lohnt zu kommunizieren“, erklärt Douglas Vakoch. Nur in welcher Sprache? METIs Entscheidung fällt auf einen mathematischen Binärcode. „Wissenschaftler abseits der Erde müssten wohl oder übel etwas von Zahlen verstehen. Ohne dieses Wissen könnten sie unsere Nachricht ja nicht empfangen“, sagt er.

Ein Beweisstück menschliches Know-how, das Douglas Vakoch ins All schicken will: das Periodensystem der Elemente verpackt in einem Binärcode. | Bild: METI International

Ein Kontakt könnte Gefahren mit sich bringen

Die ersten Nachrichten sollen anhand einer noch nicht veröffentlichten Methode 2019 ins All geschickt werden. 25 vielversprechende Sternensysteme werden dabei angepeilt. „In allen könnte es Leben geben“, sagt Vakoch. Doch es gibt Menschen, die dieses Vorhaben nicht gutheißen. Einer der bekanntesten Kritiker: Stephen Hawking. Der Wissenschaftler warnte bis zu seinem Tod vor einer Kontaktaufnahme. Er ging davon aus, dass eine hoch entwickelte Alien-Spezies uns Menschen als ähnlich wertvoll betrachten könnte wie wir Bakterien.

Douglas Vakoch kennt das Szenario. „Für mich ist Stephen Hawking einer der brillantesten Köpfe aller Zeiten. Nur, in diesem Punkt verstehe ich ihn nicht“, sagt er. Das kontinuierliche Aussenden von Radio- und TV-Wellen in den Kosmos bestehe durch die Techniknutzung auf der Erde schon seit Jahrzehnten. Wenn es also diese hoch entwickelte Spezies gäbe, hätte sie uns sowieso schon längst entdeckt. Für Vakoch sei das ein weiterer Grund zu sagen: „Hey ihr da, schaut mal! Wir können mehr als Kriege führen und unseren Planeten verschmutzen!“

Du willst wissen, wie genau man interstellare Nachrichten erstellt? Douglas Vakoch verrät in diesem Video mehr darüber. | Quelle: https://www.seeker.com/