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Schönschreibkunst
Tinte statt Tippen

Die in Origamitechnik gefertigten Windlichter wurden mit einer Feder und Gouachefarben veredelt. | Bild: Fabienne Grzesiek

Schönschreibkunst Tinte statt Tippen

Die in Origamitechnik gefertigten Windlichter wurden mit einer Feder und Gouachefarben veredelt. | Bild: Fabienne Grzesiek
 

02 Jul 2022

Digitales Arbeiten macht das Schreiben mit der Hand längst überflüssig. Trotzdem entscheiden sich Student*innen der Hochschule der Medien dazu, die Kunst des schönen Schreibens zu erlernen. Doch was reizt sie daran, mit Feder und Tinte zu arbeiten?

Simona Meier

Mediapublishing
seit Sommersemester 2019

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Fabienne Grzesiek

Mediapublishing
seit Sommersemester 2019

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Schreiben, Layouten, Gestalten, Schneiden, Programmieren – ohne digitale Tools geht an der Hochschule der Medien in der Regel nichts. Eine Ausnahme: die Lehrveranstaltung „Type Design Workshop“ des Studiengangs Informationsdesign. Laptop, Tablet und Handy werden hier durch Feder, Tinte und Papier ersetzt. Die Student*innen erlernen die Grundlagen der Kalligrafie, der Kunst des schönen Schreibens. Was motiviert sie dazu, sich mit etwas zu beschäftigen, das zu verschwinden droht? Die Studentin Jennifer Mayer hat den Workshop ganz bewusst gewählt. „Ich zeichne gerne und schätze die analoge kreative Arbeit“, erzählt sie. Ein paar Stunden die Woche ohne Bildschirm zu arbeiten sei für sie ein toller Ausgleich gewesen.

„Manche Dinge brauchen Zeit und das ist auch in Ordnung.“ – Jennifer Mayer

Die Student*innen halten ihren Lernfortschritt in einem Skizzenbuch fest. „Ich habe gelernt, dass nicht alles beim ersten Versuch perfekt sein muss. Manche Dinge brauchen Zeit und das ist auch in Ordnung“, sagt Jennifer. Eine Lektion, die sich auf viele andere Lebensbereiche anwenden lässt. Sie empfiehlt den Workshop allen, die bereit sind sich auf das Schreiben mit der Feder wirklich einzulassen. Kalligrafieren sei arbeits- und zeitintensiv, mache aber auch viel Spaß. 

Kalligrafie folgt strengen Regeln. So muss die Feder in einem bestimmten Winkel gehalten und immer von oben nach unten und von links nach rechts gezogen werden. Das erfordert Konzentration, Geduld und viel Übung. Unter dem Motto „Lichtblicke“ haben die Student*innen im Sommersemester 2022 handgefertigte Windlichter gestaltet. Sie sollen in Zeiten von Krieg, Pandemie und düsteren Prognosen an Hoffnung und Zuversicht erinnern. Die Dozentin Dorothée Steib überlässt es den Teilnehmer*innen, das Thema individuell zu interpretieren. „Ich habe passende Zitate und Strichelemente kalligrafisch in Szene gesetzt. Durch das verwendete Gold wird das Thema auch farblich aufgegriffen“, so Jennifer. Die fertigen Windlichter wurden am 30. Juni 2022 auf der MediaNight an der Hochschule der Medien ausgestellt.