„Der Chatbot ist das Herzstück unserer Website.“
Öffentlich. Rechtlich. Relevant?
Die Stimmung im Raum ist heiter. Von Anspannung vor der großen Präsentation nächste Woche ist nichts zu spüren. Das Konzept steht, jetzt geht es nur noch um Details. Das Team des Studiengangs Wirtschaftsingenieurswesen Medien hat seit Beginn des Semesters an einem Projekt des Südwestrundfunks (SWR) gearbeitet. Dabei geht es konkret um eine Website, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) für eine junge Zielgruppe attraktiv machen soll. Doch hat der ÖRR im Wettbewerb mit Streamingplattformen wie Netflix oder Amazon Prime überhaupt eine Chance?
Die Aufgabe des Teams ist es, den SWR insbesondere für 16- bis 27-Jährige wieder sichtbar und relevant zu machen. Eine ausschlaggebende Rolle spielen dabei Nostalgie, Erinnerungen an die Kindheit und ein Programm, das auf den Nutzenden zugeschnitten ist. Eine in die Website eingebaute Künstliche Intelligenz (KI) gibt dem jungen Nutzenden einen vielfältigen Einblick in das ÖRR-Programm. Möglich wird dies durch einen Chatbot, der alles andere als langweilig ist. Anstatt mit einer anonymen KI chattet man mit beliebten Persönlichkeiten, wie Susanne Daubner, der Maus oder dem Kikaninchen. Das macht das Nutzererlebnis persönlich.
Der SWR ist ein großer Auftraggeber für die Studierendengruppe. Durch regelmäßiges Feedback und ein angenehmes Verhältnis mit dem SWR sind die elf Studierenden gelassen. „Die Zwischenpräsentation hat für Begeisterungsstürme beim SWR gesorgt“, berichtet der zuständige Professor Helmut Wittenzellner. Es begeistere ihn, wenn junge Leute etwas für junge Leute machen.
Auch der Rundfunkbeitrag spielt im Projekt eine große Rolle. Viele Studierende wüssten gar nicht wofür ihr Geld verwendet werde. Außerdem besteht oft das Vorurteil, dass man vom Angebot des ÖRR als junger Mensch gar nichts habe. Diesem Eindruck möchte das Team mit Transparenz und einer simplen Erklärung entgegenwirken. Dazu haben sie einen Video-Clip konzipiert, der ebenfalls dem SWR vorgestellt wird.
Rundfunkbeitrag
Der Rundfunkbeitrag beträgt 18,36 Euro pro Monat und muss in der Regel von jedem Haushalt in Deutschland verpflichtend bezahlt werden. Damit werden das ARD-Netzwerk, zu dem auch der SWR gehört, sowie das ZDF, das Deutschlandradio und das funk-Netzwerk finanziert. Side-Fact: Laut einer Umfrage wussten nur 53 Prozent der funk-Nutzer, dass das Angebot Teil des ÖRR ist (Quelle: funk).
Kommunikation war für die Gruppe die größte Herausforderung. „Wir wurden einfach zusammengewürfelt“, erklärt ein Teammitglied. Die Studierenden sind in verschiedenen Semestern, einige im vierten, sechsten oder siebten. Dazu kam die zunächst komplexe Aufgabenstellung. Doch durch konstruktives Feedback und Arbeit am Detail ist das Team der Hochschule der Medien auf einem guten Weg eine erfolgreiche Präsentation beim SWR zu halten und ihr Konzept überzeugend vorzustellen. Außerdem präsentieren sie ihre Arbeit am 29. Januar 2026 bei der Media Night der Hochschule.