Chili non Carne: Die veganen Fleischalternativen sorgen für einige Schmunzler. | Bild: Svenja Sapper

edit.Puls Wenn Tierliebe ausartet
Wie eingefleischt können Veganer sein?

Chili non Carne: Die veganen Fleischalternativen sorgen für einige Schmunzler. | Bild: Svenja Sapper

28 Jan 2018

Vegane Ernährung ist beliebt wie nie. Knapp zwei Prozent der deutschen Bevölkerung verzichteten nach Angaben des deutschen Vegetarierbundes im Jahr 2017 vollkommen auf tierische Produkte. Ob das wirklich stimmt? Wir haben einige Produkte aufgespürt, von denen keiner weiß, dass sie nicht vegan sind.

Auf Fleisch zu verzichten reicht inzwischen längst nicht mehr. Vegane Ernährung soll es sein, Nahrung ohne jegliche tierische Produkte. Tofu statt Fleisch und Soja statt Milch gehören selbstverständlich für viele Tierfreunde auf den Speiseplan. In Wahrheit ist die pflanzenbasierte Ernährung noch um ein Vielfaches komplizierter. Denn tatsächlich schaffen es die wenigsten Veganer, wirklich konsequent auf alles Tierische zu verzichten. Glaubt ihr nicht? Ist aber so!

Wer wirklich vegan lebt, darf fast nichts mehr essen. Brot? Enthält eine Aminosäure, die aus Schweineborsten gewonnen wird. Bananen? Darf man nur bio kaufen, denn die normalen werden mit dem Pestizid Chitosan besprüht – hergestellt aus den Panzern von Garnelen und Insekten. Mineralwasser ist doch sicher unbedenklich? Denkste! Das Wasser an sich ist natürlich vegan. Aber das Etikett auf den Flaschen wird häufig mit einem Leim festgeklebt, der Milchproteine enthält. Skandalös!

Bei dieser Wasserflasche, die einsam und allein auf dem Fußboden steht, handelt es sich nicht um ein veganes Produkt. | Bild: Svenja Sapper

Aber da hört es noch nicht auf mit dem Verzicht auf tierische Produkte. Liebe Veganer, ihr dürft ab heute nicht mehr fernsehen! Den Computer und das Smartphone nehmen wir euch auch gleich weg. Grund: In diesen technischen Geräten ist häufig Cholesterin enthalten. Genau, das gleiche, das auch in Eiern drin ist und aus der Membran von Tierzellen hergestellt wird. Fernsehen ist nicht vegan! Wer sich mit schmerzenden Füßen auf ein bequemes Sofa plumpsen lässt, hat unter Umständen auch gesündigt. Denn viele Sofas werden aus Leder hergestellt oder enthalten zumindest tierische Fasern. Seide zum Beispiel oder Wolle. Wolle? Genau, auch Omas selbst gestrickter Pullover darf nicht mehr angezogen werden. Wie schade! Aber nicht traurig sein, beim nächsten Mal benutzt sie Baumwolle, die ist zum Glück vollständig pflanzlich.

Viele Produkte aus dem Drogeriemarkt sind für überzeugte Veganer ebenfalls tabu. Das fängt schon beim Zähneputzen an. In vielen Zahnpastas ist Bienenwachs enthalten. Wer auf schimmernde Nagellacke steht, hat ebenfalls Pech gehabt. Denn der kann Spuren von Fischschuppen enthalten.

Die sündhafte, fleischessende Bevölkerung wünscht allen Veganern ein schönes Leben. Wir können ja morgen, Fleischesser und Veganer, gemeinsam in die Wilhelma gehen. Oh, vergessen. Die fällt ja auch flach. Denn dass sich die Tiere dort in ihrem natürlichen Lebensraum bewegen, kann uns auch keiner erzählen.

Ob dieses Etikett ohne Milchprotein hergestellt wurde, ist noch ungeklärt. | Bild: Svenja Sapper
Aufgepasst, liebe Veganer: Diese Produkte sind nicht vegan. | Bild: Svenja Sapper
Sojamilch und Haferdrink dürfen in keinem veganen Kühlschrank fehlen. Der Sessel, auf dem die Produkte stehen, ist allerdings nicht ausschließlich aus pflanzlichen Fasern hergestellt. | Bild: Svenja Sapper
Vegane Bratwurst. Was kommt als Nächstes? Heiße Eiscreme? | Bild: Svenja Sapper
Damit diese „Schakalode” in jeder Hinsicht als ethisch korrekt gilt, ist sie auch noch glutenfrei und ohne Gentechnik hergestellt. | Bild: Svenja Sapper
Auch die fehlende Gelatine hält den Hersteller nicht davon ab, die Fruchtgummis in Bärenform zu produzieren. So groß kann die Tierliebe also nicht sein! | Bild: Svenja Sapper
Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen: Schmecken die veganen oder die nicht veganen Schokoherzen besser? | Bild: Svenja Sapper